Patrona Boiariae – Schutzpatronin Bayerns
Die bronzene Patrona Boiariae an der Westfassade der Münchner Residenz wurde von Hans Krümper entworfen und 1615 von Bartholomäus Wenglein in Bronze gegossen. Die Darstellung verbindet marianische Frömmigkeit mit einer vielschichtigen christlichen Symbolik, die Maria als Himmelskönigin und Beschützerin Bayerns zeigt.
Sternenkranz
Die zwölf Sterne verweisen auf die Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1), die mit der Sonne bekleidet ist, den Mond unter ihren Füßen hat und eine Krone aus zwölf Sternen trägt. In der christlichen Tradition wird diese Gestalt auch auf Maria bezogen. Die Sterne stehen für ihre himmlische Würde und können zugleich die zwölf Apostel sowie die göttliche Vollkommenheit symbolisieren.
Pietas – Frömmigkeit
Die Darstellung Mariens als Patrona Boiariae verkörpert Frömmigkeit und die besondere Verehrung der Gottesmutter. Sie bringt die religiöse Verbundenheit Bayerns mit Maria zum Ausdruck.
Velum – Schleier
Das Velum ist ein Tuch, das in der Liturgie unter anderem beim sakramentalen Segen verwendet wird. In der Darstellung umhüllt es den Christusknaben und hebt dessen Heiligkeit hervor.
Kordel – Abwehr des Bösen
Die Kordel am Kronreif und am Mantel Mariens verweist auf die Abwehr des Dunklen und des Bösen. Nach zeitgenössischer Symboldeutung können Schlangen Seile nicht überwinden; die Kordel wird damit zum Zeichen des Schutzes.
Christusknabe – Heilsvermittlung
Das Jesuskind segnet mit seiner Gebärde und hält in der linken Hand die Weltkugel, die von einem Kreuz durchdrungen wird. Beides verweist auf Christus als Erlöser und auf seine heilbringende Herrschaft über die Welt.
Religiöse und politische Bedeutung
Insgesamt zeigt die Patrona Boiariae Maria als himmlische Königin und Schutzpatronin Bayerns. Die religiösen Symbole verbinden ihre Schutzfunktion mit der Erlösung durch Christus. Unter Herzog Maximilian I. erhielt die Darstellung zugleich eine politische Bedeutung: Sie brachte den Anspruch zum Ausdruck, Bayern unter den besonderen Schutz der Gottesmutter zu stellen.