14. 2 1929 - München verbietet Josephine Baker den Auftritt
München * Zwei Tage vor Beginn ihres fünftägigen Gastspiels im Deutschen Theater verbietet die Münchner Polizeidirektion Josephine Baker den Auftritt. Zur Begründung heißt es, durch ihr Auftreten sei eine „Verletzung des öffentlichen Anstandes und damit der öffentlichen Ordnung“ zu erwarten.
Die Behörde stützt ihre Entscheidung vor allem auf Bakers Ruf und ihre freizügigen Auftritte in anderen europäischen Städten. Obwohl in München weder ein Nackttanz noch der berühmte „Bananentanz“ vorgesehen ist, bleibt eine Beschwerde des Theaterdirektors Hans Gruß erfolglos. Das Verbot ist Ausdruck der rassistischen und moralischen Vorurteile, mit denen Baker auf ihrer Tournee konfrontiert ist.
8. 10 1982 - Das Deutsche Theater nach 5-jähriger Sanierung wiedereröffnet
München-Ludwigsvorstadt * Das Deutsche Theater kann nach Abschluss der fast fünfjährigen Generalsanierung unter der Leitung von Reinhard Riemerschmid, wieder feierlich eröffnet werden. Die Kosten sind explodiert. Aus den ursprünglich angesetzten drei Millionen sind 54 Millionen geworden. Bei der Eröffnung spricht „Loriot“ vom „schönsten Theater in der Schwanthalerstraße“. Das ist aber kein Wunder, denn es gibt ja nur eines.
Die Landeshauptstadt München hat das Deutsche Theater übernommen, nachdem sich kein privater Betreiber finden lässt.
16. 2 1929 - Josephine Bakers Gastspiel fällt aus
München-Ludwigsvorstadt * An diesem Tag soll Josephine Bakers fünftägiges Gastspiel im Deutschen Theater beginnen. Doch die Münchner Polizeidirektion hat ihre Auftritte bereits am 14. Februar wegen einer angeblich drohenden „Verletzung des öffentlichen Anstandes“ verboten. Daher findet bis zum vorgesehenen Ende des Engagements am 20. Februar kein einziger Auftritt Bakers statt.
2000 - Wie gehts mit dem Deutschen Theater weiter?
München-Ludwigsvorstadt * Der Stadtrat will wissen, wie es um das Deutsche Theater steht. Rund zwei Dutzend Experten begutachten in der folgenden Zeit nahezu jeden Winkel des Gebäudes.
9. 3 1943 - Bomben zerstören das Deutsche Theater nahezu vollständig
München-Ludwigsvorstadt * Bomben zerstören das Deutsche Theater nahezu vollständig.
12 2003 - Die Verkaufspläne für das Deutsche Theater zerschlagen sich
München-Ludwigsvorstadt * Der Stadtrat beschließt, vier Millionen Euro für die Notsanierung des Deutsche Theaters zur Verfügung zu stellen, um dort bis Ende 2007 spielen zu können und in der Zwischenzeit einen privaten Investor zu finden.
Doch alle Verkaufspläne zerschlagen sich. Es wird klar, die Stadt müsste ihre Bühne herschenken und einem Käufer für die Sanierung sogar noch 30 Millionen Euro drauflegen.
25. 6 2014 - Großer Wasserschaden durch die Sprinkler-Anlage im Deutschen Theater
München-Ludwigsvorstadt * Nach der Vorstellung von „The Wiz“ löst sich die Sprinkleranlage in neu renovierten Deutschen Theater aus ungeklärten Gründen aus. Es entstehen große Schäden an der Bühnentechnik, weshalb die fünf Produktionen The Wiz, Ewig jung, Dylan, Alice und Der kleine Drache Kokosnuss ersatzlos gestrichen werden.
26. 9 1896 - Eröffnung des „Deutschen Theaters“
München-Ludwigsvorstadt * Der Vorhang des „Deutschen Theaters“ in der Schwanthalerstraße öffnet sich fünf Jahre vor der Eröffnung des Prinzregententheaters. München erhält damit eine neue große Bühne für Schauspiel und Unterhaltung.
Rund 2.400 Zuschauerinnen und Zuschauer erleben die feierliche Eröffnung, die mit Ludwig van Beethovens „Die Weihe des Hauses“ beginnt. Zeitgenössische Berichte schildern die besondere Atmosphäre des Abends: „Als die Musik geendet, erloschen die tausend elektrischen Lichter, der mächtige Saal, an dessen überreichen Prunk das Auge sich fast wund gesehen, wurde vom Dunkel verschluckt und langsam ging der Vorhang in die Höhe. Ein bedeutungsvoller Moment.“
18. 9 2012 - Das Deutsche Theater muss einen Vertrag platzen lassen
München-Ludwigsvorstadt * In einer Aufsichtsratssitzung sagen die Fachleute, der Termin Juni 2013 für die Wiedereröffnung des Deutschen Theaters ist „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht zu halten. Das Deutsche Theater muss daraufhin einen unterschriftsreifen Vertrag für ein großes Musical wieder platzen lassen.
Als offizielle Gründe für die neuerliche Verzögerung werden angegeben: „die Komplexität des Bauvorhabens, Anpassung von Vertragsterminen, Wechsel von Firmen und Ausführungsdefizite“. Inklusive Zeltmiete wird die Sanierung mehr als 100 Millionen Euro kosten.
Ab 8 1914 - Nur noch deutsche Unterhaltungskünstler im Deutschen Theater
München-Ludwigsvorstadt * Mit Beginn des Ersten Weltkrieges treten im Deutschen Theater nur noch deutsche Unterhaltungskünstler auf.
1. 9 1926 - Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Senderaum“
München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Rundfunkszene“, später „Der Antennendraht/Im Senderaum“ im Deutschen Theater in der Schwanthalerstraße 13. Das Stück wird insgesamt 498 Mal aufgeführt.
11. 9 1896 - Der Kunstsaustall der Schwanthaler Bagage
München-Ludwigsvorstadt * Gut zwei Wochen vor der Eröffnung des Deutschen Theaters und der Schwanthaler Passage steht das Unternehmen am Rande des Bankrotts. Eine Gläubigerversammlung mit rund 120 Handwerkern und Lieferanten mahnt ihre ausstehenden Zahlungen an. Theaterdirektor Alexander Bluhm schafft es gerade noch, die Gläubiger zu einem Stillhaltabkommen zu überreden und sie für sechs Monate von Pfändungen abzuhalten.
Denn wenn der Theaterbetrieb erst einmal laufen würde, so argumentiert der optimistische Theaterdirektor, dann wären auch alle finanziellen Probleme gelöst. Doch nur wenige Stunden vor der Premiere muss er eine größere Summe Geld auftreiben, weil der Lieferant der roten Teppiche im Foyer ansonsten mit einem Skandal droht.
Zum Glück gibt es aber im Hintergrund noch den reichen Kommerzienrat Friedrich Haenle, der für sechzig Prozent aller offen stehenden Forderungen eintreten will. Dieses Angebot führt allerdings in der Familie des Unternehmers zu Überlegungen, den Patriarchen „entmündigen“ zu lassen, um dadurch weiteres Unheil zu verhindern.
Aber nicht nur die verschwenderische Ausgestaltung der Schwanthaler Passage bringt die Unternehmung an den Rand des Desasters. Theaterdirektor Alexander Bluhm hat auch beim Künstlerpersonal kräftig hingelangt. Neben dem üppig besetzten Schauspieler-Ensemble leistet er sich ein mit fünfzig Musikern besetztes Orchester und ein stattliches Ballett: 36 Tänzerinnen, 16 Tänzer, 48 Figuranten und 60 Komparsen gehören zum festengagierten Stammpersonal.
Weil aber Direktor Bluhm schon zwei Monate vor der Premiere kein Geld mehr für Gagen besitzt, müssen die Proben abgesagt werden.
In München machen die Probleme des neuen Theaters schnell die Runde. Für die hiesigen Lästermäuler wird aus der Schwanthaler Passage ganz schnell die „Schwanthaler Blamage“, während man die Betreiber des Etablissements als „Schwanthaler Bagage“ verhöhnt.
Die erzkonservative Zeitung Das Bayerische Vaterland blickt sowieso mit Schaudern auf die Programmankündigung des Unterhaltungstempels an der Schwanthalerstraße und sieht schon dadurch die „moralischen Grundsätze des christlichen Abendlands“ als gefährdet an. Die Zeitung befürchtet, dass es sich bei dem neuen Theater um ein „Institut für moralische Schweinezüchterei“, ja sogar um einen „Kunstsaustall“ handelt.
Neben der veröffentlichten Meinung bereiten aber auch die genehmigenden staatlichen Behörden dem Theaterdirektor Alexander Bluhm große Probleme, indem sie ihm zunächst „die ortspolizeiliche Productionsbewilligung für theatralische Vorstellungen“ verweigern. Im Hintergrund agiert hier der einflussreiche Münchner Hoftheaterdirektor Ritter Ernst von Possart, der in dem neuen Theater in der Schwanthaler Passage eine „dauernde schwere Schädigung der materiellen Interessen der königlichen Hofbühne“ sieht.
Aber nicht nur die Angst vor einer unliebsamen Konkurrenz, die den Hoftheatern die Zuschauer abspenstig machen könnten, sondern auch eine tief empfundene Abneigung gegen alles Moderne bringen Ritter Ernst von Possart gegen das neue Theater in Rage. Der den Traditionalisten angehörende Hoftheaterintendant pflegt auf seinen Hofbühnen einen antiquierten, stark verstaubten Stil, der kaum mit dem zeitgenössischen Theater der Naturalisten zu vereinbaren ist.
27. 9 2012 - Irgendeiner muss den Hut nehmen
München-Isarvorstadt * Dem Chef des Deutschen Theaters, Werner Steer, platzt in einem Interview der Süddeutschen Zeitung der Kragen. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die für die Sanierung Verantwortlichen und fordert - ohne Namen zu nennen - Konsequenzen. „Irgendwas muss jetzt passieren, ein Signal. Irgendeiner muss den Hut nehmen, und nicht der Pförtner, einer von denen, die Verantwortung tragen“.
5 2008 - Die Sanierung für das Deutsche Theater soll 79,5 Millionen € kosten
München-Ludwigsvorstadt * Die vom Stadtrat gebilligte Mindestsanierung für das Deutsche Theater soll 79,5 Millionen Euro kosten, inklusive Risikoreserve.
Später wird das Budget wegen der Preisentwicklung auf 86 Millionen Euro aufgestockt. Bis zum Herbst 2011 soll alles fertig sein.
29. 7 2014 - Nach Wasserschaden: Das Deutsche Theater wieder eröffnet
München-Ludwigsvorstadt * Das nach einem Wasserschaden geschlossene Deutsche Theater wird mit dem „Alvin Ailey American Dance Theater“ wiedereröffnet.
7. 1 1984 - Rechtsterroristischer Brandanschlag auf die Diskothek „Liverpool“
München-Ludwigsvorstadt * Wolfgang Abel und Marco Furlan von der neonazistischen „Gruppe Ludwig“ verüben einen Brandanschlag auf die Diskothek „Liverpool“ in der Schillerstraße 11a. Sie werfen Benzinkanister in den Eingangsbereich und setzen das Lokal in Brand. Acht Menschen erleiden Verletzungen.
Die 20-jährige Corinna Tartarotti, die als Aushilfe an der Garderobe arbeitet, erleidet schwerste Verbrennungen. Sie stirbt am 27. April 1984 an den Folgen des Anschlags.
9. 12 1922 - Premiere des Valentin-Karlstadt-Stücks „Der Firmling“
München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Der Firmling“ im Germania-Brettl in der Schwanthalerstraße 28. Das Stück erlebt 395 Vorstellungen.
1. 7 1922 - Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Das Christbaumbrettl“
München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Das Christbaumbrettl“ im Germania-Brettl in der Schwanthalerstraße 28. Das Stück wird 193 Mal aufgeführt.
26. 6 1918 - USPD-Mitgliederversammlung im Senefelder Hof
München * Bei der USPD-Mitgliederversammlung im Senefelder Hof in der Senefelderstraße 14 treten etwa 70 Mitglieder zusammen.
24. 7 1964 - Der Beatles-Film Yeah, Yeah, Yeah im City-Palast
München-Ludwigsvorstadt * Die Abendzeitung kauft alle Eintrittskarten für die Aufführung des Beatles-Filmes Yeah, Yeah, Yeah im City-Palast an der Sonnenstraße auf und verschenkt sie an Beatles-Fans. Dabei ist das Interesse so gewaltig, dass sich die ersten Liebhaber bereits in aller Frühe einfinden, obwohl die Kartenverteilung erst um zwölf Uhr Mittag beginnt.
Polizisten in Zivil mischen sich unter die Jugendlichen, um nötigenfalls ordnend einzugreifen. Das Verhalten der adrett und brav gekleideten weiblichen und der - mit den damals modischen, eng geknoteten Krawatten ausstaffierten - männlichen Jugendlichen macht dies aber nicht notwendig. Sollte es zu einem gefährlichen Gedränge kommen, würde ein Lautsprecherwagen bereitstehen, über den man - vom Stadtjugendamt ausgeliehene - Beatles-Platten abspielt, um die Fans vom Kinoeingang wegzulocken. Man will sie dann zur Theresienwiese lotsen, wo genügend Platz zur Umsetzung von Musik in Bewegung vorhanden wäre. So weit kommt es allerdings nicht.
Doch als die Beatles schließlich auf der Leinwand erschienen, kennt die Begeisterung keine Grenzen; Tränen fließen, Schreie ertönen, es wird gestampft, geklatscht und mitgesungen. - Die Beatles sind einfach die Größten.
23. 7 1964 - „A Hard Day‘s Night“ kommt in Deutschland in die Kinos
Bundesrepublik Deutschland * Der synchronisierte Beatles-Film „A Hard Day‘s Night“ kommt in Deutschland unter dem Titel „Yeah, Yeah, Yeah“ in die Kinos.
14. 10 1934 - Liesl Karlstadt investiert in Karl Valentins „Panoptikum“
München * Liesl Karlstadt übergibt ihrem Bühnenpartner Karl Valentin 4.000.- Mark - zinsfrei - für das „Panoptikum“. Dafür erhält das „Frl. Karlstadt von den Einnahmen auf die Zeitdauer des Unternehmens ein Drittel Gewinnanteil“.
4. 7 1897 - Karl May begeistert die Münchner*innen
München-Ludwigsvorstadt * Der berühmte Schriftsteller und Verfasser von Wild-West-Romanen, Karl May, kommt mit seiner Ehefrau nach München und wohnt im noblen Hotel Trefler in der Sonnenstraße.
Seine Vorträge, die er im Kleinen Saal hält, sind von der staunenden Zuhörerschaft gut besucht. Sie hängen an seinen Lippen, als er von seiner Freundschaft mit dem Apachenhäuptling Winnetou, von tapferen Westmännern wie Old Surehand, Old Firehand oder Sam Hawkens erzählt. Diese sind inzwischen alle in die Ewigen Jagdgründe eingegangen, nur er, Karl May alias Old Shatterhand, hat überlebt und ist „im Wilden Westen ein bekannter Mann“.
1. 7 1908 - Karl Valentin tritt erstmals im Frankfurter Hof auf
München-Ludwigsvorstadt * Josef Durmer, der Besitzer des Hotels Frankfurter Hof, Schillerstraße 49, besuchte eine Veranstaltung von Karl Valentin und engagiert ihn umgehend für ein dauerhaftes Engagement an seiner renommierten Volkssängerbühne. Am 1. Juli tritt der 26-jährige Künstler erstmals im Frankfurter Hof für eine Gage von 5.- Mark am Abend auf.
Zum gleichen Zeitpunkt meldet er sein Gewerbe als „Singen im Stadtbezirk“ an. Nun ist er „amtlich gemeldeter Volkssänger“.
13. 6 1938 - Zweiter Abschiedsgottesdienst in der Matthäuskirche
München-Ludwigsvorstadt * Um 20 Uhr wird der Abschiedsgottesdienst für die evangelische Matthäus-Kirchengemeinde mit einer Predigt des Pfarrers Friedrich Loy abgehalten. Noch während des Gottesdienstes werden die Abbruchgerüste aufgebaut.
12. 6 1938 - Erster Abschiedsgottesdienst in der Matthäuskirche
München-Ludwigsvorstadt * Am Abend findet ein Abschiedsgottesdienst der evangelischen Gesamtgemeinde in der Matthäuskirche statt. Der evangelische Landesbischof Dr. Hans Meiser hält die Predigt.
5. 8 1827 - Grundsteinlegung für die evangelische Matthäuskirche
München-Ludwigsvorstadt * Der Grundstein für die evangelische Matthäuskirche in der Sonnenstraße, der ersten protestantischen Kirche Münchens, wird gelegt.
14. 6 1938 - Die Abrissarbeiten an der evangelischen Matthäuskirche beginnen
München-Ludwigsvorstadt * Die Kult- und Kunstgegenstände werden aus der evangelischen Matthäuskirche entfernt. Die Abrissarbeiten beginnen.
11. 6 1938 - Landesbischof Meiser interveniert gegen den Abriss der Matthäuskirche
München-Ludwigsvorstadt * Der evangelische Landesbischof Dr. Hans Meiser interveniert am Vormittag gegen den Abriss der evangelischen Matthäuskirche. Da Meiser unter den gegebenen Umständen sich weiteren Verhandlungen verweigert, zieht das Innenministerium den Auftrag an die Baufirma vorläufig zurück.
Um 16 Uhr erklärt sich Gauleiter Adolf Wagner bereit, auf die vom Landeskirchenrat erarbeiteten Forderungen einzugehen. Als vorläufiger Versammlungsraum wird der Matthäus-Kirchengemeinde der Weiße Saal in der ehemaligen Augustinerkirche, der inzwischen zum Polizeipräsidium gehört, zugesichert.
10. 6 1938 - Trotz Verhandlungen eine Abrissfirma beauftragt
München - München-Ludwigsvorstadt * Am Vormittag beschäftigt sich der Landeskirchenrat mit den Abrissplanungen der Matthäuskirche und bestätigt und ergänzt die Beschlüsse der Kirchenverwaltung der Matthäuskirche. In einer Besprechung im Innenministerium um 13 Uhr werden die Beschlüsse dargelegt.
Am Abend wird die evangelische Gemeinde benachrichtigt, dass das Innenministerium bereits eine Abrissfirma beauftragt hat. Die Abbrucharbeiten sollen am 13. Juni beginnen.
6. 7 1938 - Die evangelische Matthäuskirche ist abgerissen
München-Ludwigsvorstadt * Die Abbrucharbeiten an der evangelischen Matthäuskirche sind beendet. Auf dem Gelände befindet sich jetzt ein Parkplatz.
3. 7 1938 - Der Turm der evangelischen Matthäuskirche wird gesprengt
München-Ludwigsvorstadt * Der Turm der evangelischen Matthäuskirche wird gesprengt.
9. 6 1938 - Die evangelische Matthäuskirche soll umgehend abgerissen werden
München - München-Ludwigsvorstadt * Gegen 18:00 Uhr wird auf einer Besprechung im Bayerischen Innenministerium dem Pfarrer Friedrich Loy mitgeteilt, dass die evangelische Matthäuskirche umgehend abgerissen werden soll.
Um 22:00 berät die Kirchenverwaltung der Matthäuskirche, unter welchen Bedingungen sie sich zum Abbruch der Kirche bereit erklären kann.
1818 - Planungen für eine evangelische Kirche
München-Ludwigsvorstadt * Leo von Klenze hat Pläne für den Neubau einer evangelischen Kirche in München entwickelt. Da seine Planungen mindestens 280.000 Gulden gekostet hätten, einigt man sich auf auf eine günstigere Variante. Das betrifft auch den Bauplatz an der Sonnenstraße.
25. 8 1833 - Die evangelische Matthäuskirche wird eingeweiht
München-Ludwigsvorstadt * An König Ludwigs I. Geburtstag wird die evangelische Matthäuskirche in Anwesenheit der Königinmutter Caroline eingeweiht. Der katholische König selbst bleibt der Zeremonie allerdings fern.
28. 10 1877 - Die evangelische Markuskirche wird eingeweiht
München * Es leben 25.000 Protestanten in München. Da die evangelische Matthäuskirche in der Sonnenstraße mit ihren 1.500 Plätzen für die stetig wachsende Gemeinde zu klein geworden ist, hat man ein zweites Gebetshaus, die Markuskirche gebaut und an diesem Tag eingeweiht.
28. 6 1938 - Die Vorhalle der evangelischen Matthäuskirche wird gesprengt
München-Ludwigsvorstadt * Die Vorhalle der evangelischen Matthäuskirche wird gesprengt.
27. 6 1938 - Das Dach der der evangelischen Matthäuskirche ist abgedeckt
München-Ludwigsvorstadt * Das Dach der der evangelischen Matthäuskirche ist abgedeckt.
10. 6 1882 - Valentin Ludwig Fey wird getauft
München-Ludwigsvorstadt * Valentin Ludwig Fey wird in der Matthäuskirche nach evangelischem Ritus getauft.
26. 6 1938 - Erste Planungen für eine neue Matthäuskirche
München-Ludwigsvorstadt * Die evangelische Matthäus-Kirchengemeinde erfährt davon, dass der Architekt German Bestelmeyer mit Planungen für eine neue Matthäuskirche beauftragt worden ist.
1. 10 1939 - Für die Ernte auf den polnischen Schlachtfeldern wird Gott gedankt
München * Zum Erntedankfest wird in den evangelischen Kirchen eine „Kanzelabkündigung des Geistlichen Vertrauensrates“ verlesen. Darin wird für „die Ernte auf den polnischen Schlachtfeldern Gott gedankt“.
1. 6 1915 - Valentin/Karlstadt übernehmen die Direktion des Kabarett Wien-München
München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt übernehmen gemeinsam die Direktion des Kabarett Wien-München im Hotel Wagner in der Sonnenstraße. Das Engagement dauert bis 15. Dezember 1916. Das sind fast eineinhalb Jahre.
Ab 1905 - Antisemitische Kampagnen gegen das Kaufhaus Tietz
München * Die Firma Hermann Tietz, die seit 1899 das erste Kaufhaus Münchens betreibt, sieht sich wiederholt antisemitisch motivierten Anschuldigungen ausgesetzt. Gegner des Unternehmens behaupten öffentlich, die niedrigen Löhne zwängen Verkäuferinnen zur Prostitution. Gegen diese Verleumdungen geht die Firma mehrfach erfolgreich gerichtlich vor.
Zwar werden die Urheber der Anschuldigungen zu hohen Geldstrafen verurteilt, doch die Kampagnen schaden dem Ansehen des Kaufhauses und wirken sich negativ auf dessen Geschäftsergebnis aus. Die Vorfälle zeigen, wie wirtschaftlicher Erfolg jüdischer Unternehmen zunehmend zum Ziel antisemitischer Angriffe wird.
1904 - Hans Wagner erwirbt das Hotel Treffler in der Sonnenstraße
München-Ludwigsvorstadt * Kommerzienrat Hans Wagner erwirbt das Hotel Treffler in der Sonnenstraße 23 und benennt es in Hotel Wagner um.
1. 7 1840 - Auswärtige Mütter entbinden in der Münchner Gebäranstalt
München * In München werden in der Zeit von 1826 bis 1840 insgesamt 19.222 eheliche und 16.015 uneheliche Kinder geboren. Fast die Hälfte der unehelichen Geburten geht auf das Konto der von auswärts kommenden Mütter, die in der Münchner Gebäranstalt entbinden.
1892 - Das Panorama an der Goethestraße 45 wird abgerissen
München-Ludwigsvorstadt * Das Panorama an der Goethestraße 45 wird abgerissen.
5. 8 1914 - Freudig begrüßte Nachwuchs-Soldaten
München * In den Münchner Neuesten Nachrichten ist zu lesen: „Heute Abend kam ein ganzer Zug von Gebirglern an. Wie der über den Bahnhof marschierte, da gab es ein Rufen und Winken; an allen Fenstern im Kaufhaus Tietz [später Hertie, heute Karstadt am Bahnhofsplatz] würde es lebendig, alle Verkäuferinnen winkten mit Tüchern. [...]
Und wenn man sie alle sieht, diese Prachtkerle, dann mischt sich in die ersten Erwägungen, was werden kann und werden mag, das Gefühl tröstlicher Zuversicht. Wo so viele Arme zugreifen, so viele Herzen fürs Vaterland schlagen, da kann es nicht gefehlt sein.“
16. 8 1914 - 5.550 Truppenzüge mit 285.000 Wagen für die Truppentransporte
Königreich Bayern * 5.550 Truppenzüge mit 285.000 Wagen sind seit Beginn der Truppentransporte am 4. August auf dem bayerischen Eisenbahnnetz abgefertigt worden. Ebenso viele Züge kommen leer wieder zurück.
1. 8 1914 - München wird zur Drehscheibe der bayerischen Truppenverladung
München * München, das nach Berlin die zweitgrößte Garnison im Deutschen Reich besitzt, wird zur Drehscheibe der bayerischen Truppenverladung. Einberufene und Kriegsfreiwillige strömen hier zusammen.
Auf den Münchner Bahnhöfen, die unter militärische Kontrolle stehen, herrscht riesiger Trubel; alleine am Hauptbahnhof verkehren täglich bis zu 700 Züge.
4. 8 1914 - Die bayerischen Truppentransporte mit der Eisenbahn beginnen
München * Die bayerischen Truppentransporte mit der Eisenbahn beginnen.
1899 - Das Kaufhaus Hermann Tietz wird als erstes Kaufhaus eröffnet
München * Das Kaufhaus Hermann Tietz, der spätere Hertie, wird als erstes Kaufhaus in München eröffnet. Der Kaufhausbesitzer muss sich mehrmals vor Gericht den Anschuldigungen der Antisemiten erwehren, dass er durch ihre niedrigen Löhne die Verkäuferinnen zur Prostitution treiben würde. Das bringt zwar den Anschuldigern hohe Geldstrafen ein, hat aber auch Auswirkungen auf das Geschäft des Warenhauses Tietz.
18. 6 1918 - Soldaten lassen sich nicht mehr alles gefallen
München * Die Zentralpolizeistelle meldet einen militärischen Vorfall. Ein ungeordneter Haufen zieht von der Kaserne zum Hauptbahnhof. Als ein Major einen Soldaten zur Ordnung ruft, schreit dieser ihn an: „Was wollt Ihr Himmel-Herrgottsakramenter, ist‘s nicht genug, dass wir für Euch ins Feld gehen, schikanieren wollt ihr einen auch noch, anpacken tu ich dich, bei der Fotze nehm ich dich, du Blindgänger.“ Die übrigen Soldaten zollen ihm daraufhin Beifall.
15. 8 1925 - Pater Rupert Mayer führt die Bahnhofsgottesdienste in München ein
München * Pater Rupert Mayer führt die Bahnhofsgottesdienste in München ein.
1869 - Der Magistrat will die Pferdetrambahn aus der Altstadt fernhalten
München * Der Magistrat lehnt eine Pferdetrambahn durch die engen Straßen der Altstadt ab. Stattdessen stimmt er einer Strecke vom Zentralbahnhof über den Sendlinger-Tor-Platz zur Isar mit Abzweigen nach Nymphenburg und Schwabing zu. Ergänzend ist eine „Zirkelbahn“ um den südöstlichen Teil der Altstadt vorgesehen. Die geplanten Linien sollen die Altstadt somit umfahren und die äußeren Stadtgebiete erschließen. Das Vorhaben kommt zunächst nicht zur Ausführung, doch die Stadtgremien haben sich immerhin ernsthaft mit einem schienengebundenen Nahverkehrsmittel auseinandergesetzt.
1. 10 1849 - Der Centralbahnhof kann der Öffentlichkeit übergeben werden
München-Ludwigsvorstadt * Nach einer Bauzeit von 26 Monaten kann Friedrich Bürkleins Centralbahnhof der Öffentlichkeit übergeben werden. Der Architekt Friedrich Bürklein hat ein Zweckgebäude im sogenannten Rundbogenstil konzipiert, das Elemente der Romanik und der italienischen Renaissance verbindet.
Das der Stadt zugewandte Empfangsgebäude erinnert mit seiner Fensterrosette und der vorgelagerten Arkadenhalle fast an die Bonifazkirche. Die den Mittelbau flankierenden, zweigeschossigen Seitenbauten dienen dem Billettverkauf, der Post und als Wohnungen für Beamte.
Die Einsteighalle gilt als erstes großes Bauwerk der technisch-industriellen Ära in München, deren Kühnheit und Originalität weithin gerühmt wird. Halbrundförmig, rund 110 Meter lang, 29 Meter breit und bis zu 20 Meter hoch, überspannte sie fünf Gleise. Doch es ist noch eine hölzerne Konstruktion, die kurz vor der dann aus Eisen erbauten Schrannenhalle ausgeführt worden ist. Eine Fußbodenheizung erwärmt die Warte- und Restaurationsräume auf 17,5 bis 20 Grad Celsius.
1898 - Hermann Tietz eröffnet Münchens erstes Kaufhaus
München-Maxvorstadt * Als erstes Kaufhaus in München wird jenes von Hermann Tietz, der heutige Hertie, am Hauptbahnhof eröffnet.
25. 6 1966 - Die Beatles sind auf dem Weg nach Essen
München - Essen * Die Beatles verlassen um 8:25 Uhr auf Gleis 11 den Münchner Hauptbahnhof. Sie benutzen dazu den gleichen Vier-Waggon-Sonderzug, mit dem ein Jahr zuvor Königin Elisabeth und Prinz Philipp die Bundesrepublik bereist hatten. Beatles-Manager Brian Epstein hätte den Zug beinahe verpasst.
Rund dreihundert Fans haben sich hinter den Absperrungen im Bahnhof versammelt, um ihre „plüschhaarigen Lieblinge“ ein letztes Mal zu sehen. „Schaurig hallte das Kreischen der Teenager durch die Bahnhofshalle“ - und dann sind sie weg. Langsam kann die „Münchner Bierruhe“ wieder zurückkehren.
Um 16:32 Uhr sind die Beatles in Mülheim/Ruhr. Von dort fahren sie direkt zur Gruga-Halle in Essen, wo sie ebenfalls zwei Konzerte vor insgesamt 16.000 Fans geben sollen.
30. 6 1972 - Die 199 Wasserstrahlen des Springbrunnens am Stachus
München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Die 199 Wasserstrahlen des Springbrunnens am Stachus ergießen sich zum ersten Mal und schaffen an dem verkehrsgeplagten Platz an heißen Tagen eine Oase der Kühle.
14. 8 1914 - Die ersten Verwundeten erreichen München
München-Ludwigsvorstadt * Knapp zwei Wochen nach dem deutschen Kriegseintritt treffen die ersten verwundeten Soldaten am Münchner Hauptbahnhof ein. Für ihren Weitertransport zu den über die Stadt verteilten Krankenhäusern und Lazaretten setzt die Trambahn umgebaute Sommerwagen der ehemaligen Pferdebahn ein. Elektrische Triebwagen ziehen die zu Verwundetentransportwagen umgerüsteten Anhänger.
28. 9 1980 - Gewerkschaften, Kirchen und Politiker rufen zu mehr Toleranz auf
München * Am „Tag des ausländischen Arbeitnehmers“ rufen Gewerkschaften, Kirchen und Politiker zu mehr Toleranz gegenüber den in Deutschland lebenden Ausländern auf. Man appelIiert an die Bevölkerung, der von neonazistischen Kräften geschürten Ausländerfeindlichkeit entgegenzutreten.
15. 9 1857 - Explosion führt zur Zerstörung des Hauptturms des Karlstores
München-Kreuzviertel - Hackenviertel * Gegen 22:30 Uhr explodiert das rechts am Haupttorturm des Karlstores anschließende Haus des Eisenhändlers Rosenlehner. Auf dem Anwesen war Schwarzpulver gelagert, das detoniert. Bei diesem Unglück kommen fünf Menschen ums Leben, das Haus wird völlig zerstört und der Turm in seinen Grundfesten so stark erschüttert, dass er anschließend abgetragen werden muss.
7. 4 1936 - Liesl Karlstadt wird als „arbeitsfähig“ entlassen
München • Liesl Karlstadt wird aus der Psychiatrischen Klinik in der Nußbaumstraße als „arbeitsfähig“ entlassen. Das Wort „geheilt“ ist mit einem Fragezeichen versehen.
11. 9 1789 - Schriften mit revolutionären Inhalten
München * Kurfürst Carl Theodor verbietet alle Schriften mit möglicherweise revolutionären Inhalten. Ein im Herzogspital gefundenes Flugblatt in Form eines Gebetes wünscht sich sogar die französische Revolutionsarmee herbei.
21. 5 2014 - Eine Gedenktafel für jüdische Juristen
München-Maxvorstadt * Im Eingangsbereich des Justizgebäudes an der Prielmayersteaße 5 wird eine Gedenktafel für jüdische Juristen angebracht, die in der Zeit des nationalsozialistischen Unrechtsregimes zwangsweise aus dem Justizdienst entfernt worden sind.
1955 - Einweihung der neuen evangelischen Matthäuskirche
München-Ludwigsvorstadt * Einweihung der neuen evangelischen Matthäuskirche am Sendlinger-Tor-Platz.
10. 5 1937 - Liesl Karlstadt lässt sich zur stationären Behandlung einweisen
München-Ludwigsvorstadt * Liesl Karlstadt lässt sich zur stationären Behandlung in die Psychiatrische Klinik an der Nussbaumstraße aufnehmen. Die Besserung tritt vergleichsweise schnell ein. Die Künstlerin verlässt das Krankenhaus, um auszugehen.
8. 8 1691 - Kurfürst Max Emanuel bricht zu einem Feldzug nach Savoyen auf
München-Hackenviertel - Turin * Nach einem Gottesdienst in der Herzogspitalkirche bricht Kurfürst Max Emanuel zu einem kaiserlichen Feldzug nach Savoyen auf.
18. 3 1791 - Die Schleifung der Neuhauserbastion beginnt
München * Mit der angeordneten Schleifung der Neuhauser-Bastion bildet sich umgehend eine Initiativgruppe, die mit den Unterschriften mehrerer Hundert Münchner Bürger gegen die „gänzliche Schleifung der Wallanlagen“ protestiert. Sie betrachten es nun als „unverantwortlich, Wälle, welche fast eineinhalb Jahrhunderte stehen, und deren Herstellung mehr als drei Millionen gekostet hatte, ohne gewichtigen Nutzen, oder besondere Notwendigkeit einzuwerfen“.
5 1302 - Das Neuhauser Tor wird erstmals urkundlich erwähnt
München - westliche Stadtbefestigung * Das Neuhauser Tor, das heutige Karlstor, wird erstmals urkundlich genannt. Es bildet den westlichen Zugang durch den zweiten Mauerring. Seinen Namen erhält es von der Straße, die nach Neuhausen führt.
10. 4 1715 - Max Emanuel kehrt still nach München zurück
München * Kurfürst Max Emanuel zieht mit Therese Kunigunde und ihren Kindern nachts um 23 Uhr durch das Neuhauser Tor in die Residenzstadt ein. Freudenbezeugungen sind zuvor verboten worden. Nach den Jahren des Exils bleibt die Ankunft ohne öffentliche Feier. Ein festlicher Einzug folgt erst am 11. Juli 1715.
24. 10 1805 - Napoleon Bonaparte zieht triumphal in München ein
München * Napoleon zieht triumphal durch das Karlstor in München ein. Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch in seinem Exil in Würzburg. Die Kurpfalzbaierische Staats-Zeitung von München berichtet am 25. Oktober 1805: „Endlich hatten wir gestern das sehnlich erwartete Vergnügen, Se. Majestät Napoleon Kaiser in Frankreich und König in Italien hier eintreffen zu sehen.
Se. Majestät kamen von Augsburg, fuhren in einem 6-spännigen Reisewagen, welchen der Herr Reichs-Marschall Bernadotte, nebst noch einigen H.H. Reichsmarschallen zu Pferde begleitete, unter dem Donner der Kanonen, und dem Zusammengeläute aller Glocken durch die Neuhauser-Kaufinger- über den Platz durch die Diener- in die Residenz-Gasse heran, und stiegen […] in der kurfürstl. Residenz ab.
Die ganze Stadt war zur Tageshelle beleuchtet, und die Mittags zuvor angekommenen kaiserl. königl. Garde-Regimenter hatten sich durch die ganze Einzugsstrecke à la haie aufgestellt. Es war ½ 8 Uhr Abends, und die Menge des hier befindlichen, zum Theile noch mit der Einquartierung beschäftigten Militärs nebst dem zusammenströmenden Volke zeigte das Bild eines durch Ströme aufgetriebenen Meeres, das sich schwer und langsam dahinwälzt.“
24. 9 1942 - Walter Klingenbeck wird zum Tode verurteilt
München * Walter Klingenbeck wird durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.
1. 7 1937 - Liesl Karlstadt wird aus Psychiatrischen Klinik entlassen
München-Ludwigsvorstadt - Lenggries • Liesl Karlstadt wird als „gebessert, aber arbeitsunfähig“ aus der Psychiatrischen Klinik an der Nussbaumstraße entlassen. Sie fährt mit ihrer Schwester Amalie zur Erholung nach Lenggries.
Um 1285 - Der Bau des zweiten Münchner Mauerrings beginnt
München * Unter Herzog Ludwig II. dem Strengen beginnen die Arbeiten an einem zweiten, weiter gefassten Mauerring. Die neue Befestigung soll die Siedlungsgebiete schützen, die durch das Wachstum Münchens außerhalb der ersten Stadtmauer entstehen. Der Ausbau zieht sich über Jahrzehnte hin und wird unter Ludwig dem Baiern 1337 mit der Fertigstellung des Isartors abgeschlossen.
18. 12 1905 - Prozess gegen antisemitische Verleumdungen
München-Maxvorstadt * Gegen die diffamierenden Angriffe auf die Unionsbrauerei geht deren Eigentümer Joseph Schülein juristisch vor. Am 18. Dezember 1905 verhandelt das Amtsgericht München I im Justizpalast an der Prielmayerstraße die Klage gegen den verantwortlichen Redakteur der „Münchener Bier-Chronik“.
Im Verlauf des Verfahrens zeigt sich, dass die gegen die Brauerei erhobenen Vorwürfe jeder sachlichen Grundlage entbehren. Gleichzeitig treten die antisemitischen Motive hinter den Angriffen deutlich zutage. Die Verhandlung macht sichtbar, dass sich die Kritik an der Unionsbrauerei weniger gegen deren Produkte richtet als gegen die jüdische Herkunft ihres Eigentümers.
Die Redaktion der „Münchener Bier-Chronik“ wird zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt und muss die Urteilsverkündung veröffentlichen. Ungeachtet dessen reagiert sie mit einem polemischen Nachbericht, der erneut antisemitische Untertöne erkennen lässt.
18. 10 1913 - Eröffnung der Sendlingertor-Lichtspiele
München-Hackenviertel * Carl Gabriel eröffnet die Sendlingertor-Lichtspiele mit 680 Plätzen. Der Neubau wird von Jacob Heilmann und Max Littmann geplant und ausgeführt. Es ist das erste Münchner Großkino und das erste Kino mit Balkon.
16. 8 1932 - Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die verkaufte Braut“
München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die verkaufte Braut“ im Phoebus-Palast und im Gloria-Filmpalast.
1878 - Ein „Ort der Halbwelt mit Prostituierten“ im Thalia-Theater
München-Ludwigsvorstadt * Der Schriftsteller Karl Theodor von Perfall entdeckt im Thalia-Theater im Grünen Hof in der Bayerstraße 16a einen „Ort der Halbwelt mit Lebemännern und Prostituierten in den Logen“, die sich an „leichtgeschürzten Offenbachiaden“ erfreuen.
10. 7 1936 - Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Straßenmusik“
München-Hackenviertel * Uraufführung des Films „Straßenmusik“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Ufa-Theater Sendlingertor-Lichtspiele.
26. 7 1914 - Betrunkene und fanatisierte Patrioten demolieren das Café Fahrig
München-Kreuzviertel * Am 25. Juli, nur wenige Stunden nachdem Serbien das Ultimatum für Österreich-Ungarns nicht ausreichend devot umgesetzt hat, berauschen sich im Café Fahrig, in der Neuhauser Straße, die Gäste an der Aussicht, dass jetzt Krieg droht. Die Menschen - im Café Fahrig und sonst wo - lassen Bayerns König Ludwig III. und Deutschlands Kaiser Wilhelm II. hochleben. Die Kapelle spielt die „Wacht am Rhein“, „Heil Dir im Siegerkranz“ und viele andere patriotische Lieder. Es wird viel gelacht, gefeiert, gesungen und natürlich getrunken.
Weil der Sohn des Gaststättenhabers Franz Fahrig einen Streit unter Gästen schlichten will, lässt er die Musik kurz unterbrechen. Doch plötzlich fliegen Stühle durchs Lokal. Die Polizei wird angefordert und räumt das Café gegen zwei Uhr früh. Die sozialdemokratische Münchener Post schreibt über die Vorgänge: „Durch ungeschicktes Benehmen des Kapellmeisters wurde die betrunkene und fanatisierte Menge wild und demolierte das ganze Lokal“.
Doch das ist noch nicht das Ende der Affäre. Wilde Gerüchte sind im Umlauf. Einer erzählt, eine serbische Kapelle hätte den Kaiser und das Reich geschmäht. Der andere hat Spione im Café Fahrig gesehen. Da ist es zu dem Schritt, der Café-Inhaber Franz Fahrig steht mit dem Feind im Bunde nicht mehr weit. Die Volksseele kocht. Um kurz vor drei Uhr fliegt der erste Pflasterstein in eine der Fensterscheiben des Lokals. Am Morgen ist das Café Fahrig innen und außen verwüstet.
28. 7 1914 - Der Kaffeehaus-Besitzer Franz Fahrig verteidigt sich im Staatsanzeiger
München-Kreuzviertel * Im Bayerischen Staatsanzeiger erklärt der Kaffeehaus-Besitzer Franz Fahrig,
- dass er kein Ausländer sei,
- dass es im Café Fahrig keinen Serbenstammtisch gibt und
- dass er kein Verbot ausgesprochen hat, patriotische Lieder zu spielen.
Der Café-Betreiber wird dennoch auch weiterhin von den Patrioten angefeindet.
15. 2 1905 - Das Kaufhaus Oberpollinger ist fertiggestellt
München-Kreuzviertel * Das Kaufhaus Oberpollinger der hanseatischen Kaufmannsfamilie Emden & Söhne ist fertiggestellt.
14. 3 1905 - Das Kaufhaus Oberpollinger wird eröffnet
München-Kreuzviertel * Das Kaufhaus Oberpollinger wird „früh 8 Uhr“ eröffnet. Die Menschen strömen in das neue Kaufhaus, „durch das der Atem der großen weiten Welt weht“.
15. 4 1937 - Siemens erhält den Auftrag zur Planung einer Münchner U-Bahn
München * Die Stadt München beauftragt die Siemens-Bauunion GmbH mit der baureifen Planung einer städtischen Untergrundbahn. Das Unternehmen richtet dafür ein Planungsbüro in München ein. Das Vorhaben gehört zu den umfassenden Verkehrs- und Stadtumbauplänen der nationalsozialistischen „Hauptstadt der Bewegung“.
9. 10 1805 - Österreichische Truppen auf dem Rückzug in München
München * Der österreichische General Michael Freiherr von Kienmayer auf dem Rückzug mit seiner Division in München ein. Er lässt seine Truppen im Westen und Norden vor der Stadt lagern.
25. 12 1705 - Der Unterhändler wird abgewiesen
München - Untersendling * Die Anführer der Aufständischen schicken gegen 6 Uhr einen Tambour [= Trommler] als Unterhändler vor das Sendlinger Tor. Er soll die kaiserliche Verwaltung zur Übergabe Münchens auffordern. Die Verteidiger verweigern ihm jedoch das Gehör, sodass er unverrichteter Dinge zurückkehrt.
Die führenden Beamten im Hauptquartier Untersendling betrachten das Unternehmen daraufhin als gescheitert und ziehen ab. Auch Hauptmann Jean Philipp Gauthier, Leutnant Johann Houis und der Tölzer Pflegskommissär Joseph Ferdinand Dänkel verlassen mit der gesamten Reiterei das Aufgebot.
Von der in Untersendling versammelten Führung bleiben nur der Münchner Jägerwirt Johann Jäger, der Student Anton Passauer, Hauptmann Matthias Mayer und Landleutnant Heller bei den Oberländern zurück.
22. 5 1938 - Der Tunnelbau in der Lindwurmstraße beginnt
München-Ludwigsvorstadt * Mit einem von Adolf Hitler inszenierten ersten Spatenstich beginnen in der Lindwurmstraße die Arbeiten für eine unterirdische Nord-Süd-Schnellbahn. Die Strecke ist als Teil eines mit den Vorortbahnen verbundenen Netzes der Deutschen Reichsbahn vorgesehen.
Der entstehende Tunnel zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz wird später in das Münchner U-Bahn-Netz einbezogen.
1947 - Schwammerlzucht im U-Bahn-Schacht
München * Ein Herr Steiner pachtet den 4.000 Quadratmeter großen Rohbau des 1941 eingestellten U-Bahn-Bauprojekts. Nun werden hier Champignons gezüchtet. Später will man hier sogar ein mikrobiologisches Institut zur Gewinnung von Penicillin einrichten, doch ein Wassereinbruch vereitelt das Vorhaben.
1941 - Der Krieg stoppt den Schnellbahnbau in der Lindwurmstraße
München-Ludwigsvorstadt * Die Bauarbeiten an der geplanten unterirdischen Nord-Süd-Schnellbahn werden eingestellt. Kriegswichtige Vorhaben haben Vorrang und beanspruchen Arbeitskräfte sowie Baumaterial.
Der seit 1938 errichtete Tunnelabschnitt zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz bleibt im Rohbau bestehen. Jahrzehnte später wird er in das Münchner U-Bahn-Netz einbezogen.
26. 6 1950 - Kardinal Faulhaber leitet die Seligsprechung von Rupert Mayer ein
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber eröffnet den „Diözesanen Informationsprozess für die Seligsprechung“ von Pater Rupert Mayer.
28. 11 1921 - Pater Rupert Mayer wird Präses der Marianischen Männerkongregation
München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer wird durch Kardinal Michael von Faulhaber zum Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in München ernannt. Unter seiner Leitung steigt die Mitgliederzahl auf 7.000 an.
17. 10 1810 - Nationalgardisten beten für die königliche Familie
München-Kreuzviertel * Andreas Michael von Dall’Armi legt den Ablauf des Festtages in einer „Disposition des Festes“ bis ins Einzelne fest. Um 9 Uhr beginnt im Bürgersaal eine Messe. Dort sollen die Angehörigen der Nationalgarde für ein langes Leben des Königs, der Königin und der gesamten königlichen Familie beten. Erst anschließend ziehen sie zum Pferderennen auf die Wiesen vor dem Sendlinger Berg.
16. 7 1926 - Pater Rupert Mayer wird Präfekt am Bürgersaal in München
München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer wird zum Präfekten und Kirchenvorstand am Bürgersaal in München ernannt.
1811 - Das Eingangstor des Alten Botanischen Gartens
München-Maxvorstadt * Das Eingangstor des Alten Botanischen Gartens entsteht nach Plänen von Joseph Emanuel d‘Herigoyen.
6. 8 1628 - Die Feuermadonna der Marianischen Männerkongregation
Köln - München-Kreuzviertel * Der Kölner Kurfürst und Erzbischof Ferdinand, ein Bruder des baierischen Kurfürsten Maximilian I., schenkt der Münchner Marianischen Männerkongregation ein Stück jener Eiche, in deren Inneren im Jahr 1609 im flandrischen Foy eine Marienfigur gefunden worden war.
Der Hofbildhauer Hans Krumper formt daraus die sogenannte „Feuermadonna“, die noch heute von der Marianischen Männerkongregation in Ehren gehalten wird.
21. 7 1773 - Die Marianische Männerkongregation unter weltlicher Obhut
München-Kreuzviertel * Bis zur Auflösung der Gesellschaft Jesu durch Papst Clemens XIV. liegt die geistliche Leitung der Marianischen Männerkongregation unter jesuitischer Obhut. Die Betreuung geht nun auf Weltgeistliche über.
3 1900 - Antisemitische Ausschreitungen bei einer politischen Versammlung
München-Hackenviertel * Bei einer Veranstaltung des Liberalen Demokratischen Vereins im Münchner Kreuzbräu kommt es zu schweren Störungen und einer Massenschlägerei. Der Wiener Gemeinderat Lucian Brunner soll dort im Auftrag des Historikers und Pazifisten Ludwig Quidde einen Vortrag halten. Anhänger der Christlich-Sozialen Vereinigung versuchen jedoch, die Veranstaltung zu verhindern.
Als Ludwig Quidde das Rednerpult betritt, wird er mit lautem Gejohle, Pfeifkonzerten und antisemitischen Rufen empfangen. Vor dem Veranstaltungslokal bringen die Störer zudem ein Plakat mit der Aufschrift „Hier werden wegen Kohlemangels Juden verbrannt“ an. Der Vorfall verdeutlicht die zunehmende öffentliche Präsenz und Radikalisierung antisemitischer Agitation in München zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
1709 - Der Bürgersaal entsteht nach Plänen Viscardis
München-Kreuzviertel * Die Marianische Männerkongregation „Mariä Verkündigung“, die von Jesuiten geistlich betreut wird, lässt an der Neuhauser Straße einen eigenen Bet- und Versammlungssaal errichten. Giovanni Antonio Viscardi entwirft den rund 46 Meter langen Saalbau; Stadtmaurermeister Johann Georg Ettenhofer führt die Arbeiten aus. Der Bau wird 1710 vollendet.
Zu dieser Zeit ist das Gebäude noch keine Kirche. Erst 1778 wird der Bürgersaal geweiht und seitdem auch als Bürgersaalkirche bezeichnet. Die Kaiserliche Administration hat Viscardi 1706 zum Oberhofbaumeister erhoben; ein unmittelbarer Einfluss der Besatzungsmacht auf die Gestaltung des von der Bürgerkongregation beauftragten Saals ist jedoch nicht belegt.
1. 5 1782 - Papst Pius VI. besucht den Bürgersaal
München-Kreuzviertel * Mit Papst Pius VI. besucht erstmals ein Papst München. Er sucht den Bürgersaal zum Gebet auf.
6. 6 1864 - Besprechung zur Gründung eines Konsumvereins
München-Hackenviertel * Im Kreuzbräu an der Brunnstraße findet eine Besprechung zur Gründung eines Konsumvereins, also eines Vereins zur möglichst billigen Beschaffung von Lebensmitteln, statt. Man diskutiert dort die Erfahrungen aus anderen Städten und schlägt die Schaffung eines Gründungskomitees vor.
3. 10 1945 - Pater Rupert Mayer legt sein Amt als Präses nieder
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber entbindet Pater Rupert Mayer auf dessen eigenen Wunsch vom Amt des Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal. Der gesundheitlich geschwächte Jesuit gibt damit die Aufgabe ab, die er seit 1921 wahrnimmt.
15. 8 1710 - Die Marianische Männerkongregation nutzt den neuen Bürgersaal
München-Kreuzviertel * Die Marianische Männerkongregation der Herren und Bürger hält erstmals eine offizielle Zusammenkunft in ihrem neuen Bürgersaal an der Neuhauser Straße ab. Der nach Plänen Giovanni Antonio Viscardis errichtete Saal bietet der gewachsenen Gemeinschaft einen eigenen Raum für ihre Konvente und Andachten. Das Gebäude ist noch keine geweihte Kirche; diese Weihe erfolgt erst 1778.
26. 7 1808 - König Max I. Joseph beauftragt den Alten Botanischen Garten
München-Maxvorstadt * König Max I. Joseph ordnet an, dass „die Aussteckung des botanischen Garten in einer Erweiterung der gegenwärtigen Herzogmax-Wiese ohne ferneren Aufschub vorgenommen werden solle“.
17. 9 1633 - Die Paulanermönche kommen in den Besitz der Lärchlbrauerei
München-Hackenviertel * Zum Bier kommen die Paulanermönche durch das Erbe einer dankbaren Brauerwitwe aus der Neuhauser Gasse.
Die Besitzerin der Lärchlbrauerei hat ihren schwachsinnigen Sohn Andreas, der „ein toreter Tropf“ ist, in die Obhut der Paulanerpatres gegeben. Und da sie nach dem Tod ihres Mannes nichts mit dem Braurecht anfangen kann, überträgt sie es - mit Dreingabe einiger Grundstücke, 1.450 Gulden Barvermögen, Schmuckstücken, einer Wohnungseinrichtung sowie Brauereiutensilien und Vorräten - an die Eremiten vom Heiligen Francesco di Paola.
1634 - Die Paulaner erhalten die Brauerlaubnis und Protest
München-Hackenviertel * Mit kurfürstlicher Genehmigung dürfen die Paulaner-Mönche ihren Haustrunk brauen und - nach jährlich neu einzuholender Erlaubnis - am Namenstag ihres Ordensgründers den Klosterbesuchern ihr Bier anbieten.
„Allein es wurde dies nicht so genau genommen: Die Paulaner schenkten das ganze Jahr hindurch aus purer Charitative und gratis Bier aus. Selbstverständlich auch an die die Religiosen besuchenden Verwandten und vielen Freunde aus Pflicht der Höflichkeit!“
So viel [un]christliche Konkurrenz der Paulanerpatres bringt die Münchner Brauer in Rage. Sie wenden sich an den Bürgermeister und die Räte der kurfürstlichen Hauptstadt, mit der Bitte um entschiedene Abhilfe des klösterlichen Brau- und Ausschankunwesens. Also keine Gründungsurkunde, sondern dieser Protestbrief gegen die „pfäffische Konkurrenz“ gilt als Geburtsurkunde der Paulaner-Brauerei.
10. 8 1797 - Franz Xaver Zacherl heiratet Maria Elisabeth Schmederer
München * Franz Xaver Zacherl heiratet Maria Elisabeth Schmederer. Durch diese „vorteilhafte Eheschließung” erhält er die Voraussetzung für eine Münchner Braugerechtsame - und mit der Aussteuer der Braut von 7.000 und seiner eigenen in Höhe von 3.000 Gulden steht der geplanten Übernahme der Hallerbrauerei in der Neuhauser Gasse - gleich gegenüber der Michaelskirche - noch im Jahr der Hochzeit nichts mehr im Wege.
4. 2 1800 - Zwei Neffen werden zu Söhnen
Vorstadt Au * In ihrer 42 Jahre bestehenden Ehe haben Maria Elisabeth und Franz Xaver Zacherl nur ein einziges Kind, das aber nur vierzehn Monate - bis zum 10. April 1801 - lebt. Aus diesem Grund nehmen die Eheleute zwei ihrer Neffen - Ludwig und Heinrich Schmederer an Leibesstatt an.
25. 12 1705 - Die Oberländer geraten zwischen zwei Angriffe
München - Untersendling * Oberst Johann Baptist de Wendt lässt gegen 8:30 Uhr die am Sendlinger Tor bereitstehende Kavallerie gegen die Abteilung Johann Clanzes vorgehen. Gleichzeitig verfolgt die Kompanie Lüttig vom Isartor aus die fliehenden Aufständischen vom Roten Turm. Die Oberländer werden dadurch von zwei Seiten angegriffen.
Zusammen mit den Flüchtenden umfasst ihre Gruppe etwa 900 Mann. Nach den überlieferten Zahlen werden
- rund 200 getötet und
- weitere 200 gefangen genommen.
- Ungefähr 300 erreichen mit Clanze Untersendling;
- etwa 200 entkommen in Richtung Forstenrieder Wald und Thalkirchen. Diese Einzelzahlen sind als Näherungswerte zu verstehen.
Inzwischen überquert auch die Reiterei unter Oberst Johann Graf von Eckh von der Au aus die Isar und verfolgt die Aufständischen nach Untersendling. Als die kaiserliche Führung von deren dortiger Stellung erfährt, rücken Generalwachtmeister Georg Friedrich von Kriechbaum und Oberst de Wendt mit fünf Infanteriebataillonen durch das Sendlinger Tor gegen das Dorf vor.
25. 9 1799 - Franz Xaver Zacherl ist Braumeister und Münchner Bürger
München * Franz Xaver Zacherl ist berechtigt, seine Briefe mit dem Zusatz „Münchner Bürger und Hallerbräu allhier” zu unterzeichnen. Er hat an diesem Tag den Brauerbrief und gleichzeitig das Münchner Bürgerrecht übertragen bekommen. Bei der Übernahme der Hallerbrauerei durfte er noch nicht brauen. Er musste erst die Gesellenprüfung auch die Meisterprüfung im Brauerhandwerk ablegen.
16. 9 1882 - Die erste deutsche Elektrizitätsausstellung im Münchner Glaspalast
München-Maxvorstadt * Aufgrund einer Initiative Oskar von Millers, dem späteren Gründer des Deutschen Museums, findet im Münchner Glaspalast die erste deutsche Elektrizitätsausstellung statt.
Neben der Bogenlampe, der Glühlampe und der Anwendung des Dynamos können die Münchner das Telephon als weitere technische Errungenschaft bewundern. Dieses neuartige Kommunikationsmittel findet in München großen Anklang und zählt bald zu den wichtigsten Einrichtungen jeder werdenden Großstadt.
12 1904 - Bewahrung traditioneller Handwerkstechniken
München-Kreuzviertel * Der „Verein für Volkskunst und Volkskunde“ präsentiert im Rahmen des Christkindlmarkts im Hof des Künstlerhauses vor allem oberbayerische Handwerkskunst, darunter Arbeiten der Oberammergauer Schnitzer und der Berchtesgadener Schachtelmaler. Ziel ist es, traditionelle Handwerkstechniken zu bewahren und zu fördern - als bewusster Gegenpol zur industriellen Massenproduktion.
1958 - Bayerischer Hof steigt im Künstlerhaus ein
München-Kreuzviertel * Der Künstlerverein-Präsident Theo Lechner gewinnt die Wirte Falk Volkhardt und Benno Spremberg vom Hotel Bayerischer Hof als Pächter für einen Gaststättenbetrieb im Künstlerhaus. Dank einer großzügigen Pachtvorauszahlung können die Restauranträume zügig instand gesetzt werden.
1911 - Die Künstlergenossenschaft besitzt das Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Das Münchner Künstlerhaus geht in den Besitz der Künstlergenossenschaft über.
4 1956 - Neue Finanzierung für den Wiederaufbau des Künstlerhauses
München-Kreuzviertel * Mitte der 1950er-Jahre entsteht die Idee, den Wiederaufbau des Künstlerhauses durch ein eigenes Theater finanziell zu unterstützen. Geplant ist ein Theater im Festsaal mit rund 420 Plätzen. Für die künstlerische Leitung werden unter anderem Trude Kolman, Gerhard Metzner und Paul Verhoeven in Betracht gezogen. Im April 1956 erhält Trude Kolman den Zuschlag und gründet gemeinsam mit Paul Verhoeven die „Theater-im-Künstlerhaus GmbH“. Das Projekt stößt bei Presse und Publikum auf große Resonanz, scheitert jedoch bereits nach kurzer Zeit an der Finanzierung.
2001 - Das Künstlerhaus in der Verantwortung einer Stiftung
München-Kreuzviertel * Seit 2001 befindet sich das Münchner Künstlerhaus im Besitz einer Stiftung. Sie trägt den Betrieb und den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses ohne öffentliche Zuschüsse. Mit seinen Restaurants, dem historischen Festsaal sowie den Club- und Veranstaltungsräumen verfügt das Künstlerhaus zwar über eine außergewöhnliche Immobilie in zentraler Münchner Lage. Gleichzeitig stellen hohe Verbindlichkeiten sowie erhebliche Kosten für Instandhaltung, Personal und den Kulturbetrieb die Stiftung vor große wirtschaftliche Herausforderungen.
1878 - Das Gasteiger-Brunnhaus wird aufgelassen
München-Kreuzviertel * Das Gasteiger-Brunnhaus nördlich des Neuhauser Tores wird aufgelassen. An seiner Stelle entsteht ab 1896 das Künstlerhaus.
1887 - Die Allotria bekommt ein neues Vereinsheim
München-Maxvorstadt * Das Vereinshaus „Beim Leinfelder“ genügt den Anforderungen der Künstlergesellschaft Allotria nicht mehr. Gabriel von Seidl errichtet deshalb in der Barer Straße ein neues Vereinsheim, das als „Weißes Lamm“ bekannt wird.
Nach 12 1918 - Das Künstlerhaus als bedeutender kultureller Treffpunkt
München-Kreuzviertel * Nach dem Ende der Monarchie verliert das Künstlerhaus zwar seine enge Verbindung zum Königshaus, behauptet jedoch seinen Platz als bedeutender kultureller Treffpunkt im republikanischen München.
1997 - Ein Neuanfang für das Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Peter und Maja Grassinger gelingt es, den langjährigen Dauernutzungsvertrag mit dem Hotel Bayerischer Hof aufzulösen. Damit schaffen sie die Voraussetzung, das Münchner Künstlerhaus wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Ort der Kunst, Kultur und Begegnung zuzuführen.
20. 6 1953 - 10.000 Münchner protestieren gegen die Samstagsöffnung
München * Die Firmen C&A Brenninkmeyer und Salamander halten ihre Geschäfte - wie angekündigt - auch an diesem Samstag bis 17:00 Uhr offen. Etwa 10.000 Münchner protestieren gegen diese Maßnahme. Es kommt zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen.
Vier Hundertschaften der Bayerischen Bereitschaftspolizei - wieder mit Stahlhelm und Karabiner bewaffnet - versuchen unter Zuhilfenahme eines Wasserwerfers die Aufständischen zu vertreiben. Die Protestierer flüchten zwar beim Anblick des Wasserwerfers, doch wenn dieser nach fünf Minuten wieder zum Befüllen der Wassertanks in die Ettstraße fahren muss, sind die Demonstranten schon wieder da.
Nach Auffassung der Polizei ist der Wasserwerfer „das humanste Zwangsmittel der Polizei, er schafft keine Märtyrer, wie das vielleicht beim Gebrauch des Gummiknüppels der Fall wäre, sondern er macht lächerliche Gestalten aus den Demonstranten“.
1851 - Erste Entwürfe und Standortsuche für das Künstlerhaus
München-Graggenau * Als einer der ersten ernsthaft geprüften Standorte für das Künstlerhaus rückt die Maximilianstraße in den Fokus. Ihr Architekt, Oberbaurat Friedrich Bürklein, legt einen ersten Entwurf für das geplante Künstlerhaus vor. Das Projekt wird jedoch nicht umgesetzt. Die veranschlagten Baukosten betragen rund 70.000 Gulden - für die damalige Zeit eine beachtliche Summe.
In den folgenden Jahren steht die Suche nach einem geeigneten, repräsentativen Bauplatz im Mittelpunkt der Bemühungen der Münchner Künstlerschaft.
Ab 3 1933 - Das Künstlerhaus unter nationalsozialistischer Herrschaft
München-Kreuzviertel * Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 beginnt auch für das Münchner Künstlerhaus ein tiefgreifender Einschnitt. Im Zuge der sogenannten Gleichschaltung werden unabhängige Vereine und kulturelle Institutionen aufgelöst oder unter die Kontrolle des NS-Regimes gestellt.
Als freier Zusammenschluss von Künstlern und Kulturschaffenden entspricht der Künstlerhaus-Verein nicht den kulturpolitischen Vorstellungen der Nationalsozialisten. Sie verfolgen das Ziel, Kunst und Kultur vollständig in den Dienst ihrer Ideologie zu stellen.
Das Künstlerhaus verliert seine Unabhängigkeit und wird für regimetreue Ausstellungen und propagandistische Veranstaltungen genutzt. Jüdische Künstlerinnen und Künstler sowie politisch missliebige oder als „entartet“ diffamierte Kunstschaffende werden ausgeschlossen, verfolgt oder zur Emigration gezwungen. Damit endet der ursprünglich offene und pluralistische Charakter des Künstlerhauses.
Ab 6 1945 - Ein amerikanisches Offizierskasino im Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt die amerikanische Militärverwaltung den gesamten Gebäudekomplex. Im weitgehend erhaltenen Westflügel richtet sie ein Offizierskasino ein, während im Keller mit der historischen Kegelbahn eine Snackbar entsteht.
16. 12 1948 - Neugründung des Künstlerhaus-Vereins
München-Kreuzviertel * Im Jahr 1948 gründet sich der Künstlerhaus-Verein unter der Leitung von Professor Julius Diez neu. Vorrangiges Ziel ist es, das Künstlerhaus wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Ort der Kunst und Begegnung zuzuführen.
Bis dieses Vorhaben verwirklicht werden kann, vergehen jedoch noch zehn Jahre, da das Künstlerhaus weiterhin von der amerikanischen Militärverwaltung genutzt wird. Im Westflügel befindet sich der Soldatenclub „The American Way“, der als Ort der Freizeitgestaltung und kulturellen Begegnung für US-amerikanische Soldaten dient und zugleich Teil der Demokratisierungs- und Kulturarbeit im Nachkriegs-München ist.
27. 9 1955 - Rückgabe des Künstlerhauses
München-Kreuzviertel * Die amerikanische Militärverwaltung gibt die seit zehn Jahren beschlagnahmten Räume des Künstlerhauses an die Eigentümer zurück. Die Rückgabe markiert einen wichtigen Schritt für den Wiederaufbau des kulturellen Lebens in München.
Um weitere Schäden zu verhindern, lässt der Künstlerhaus-Verein zunächst ein Notdach über der Ruine des Hauptgebäudes errichten. Für den vollständigen Wiederaufbau fehlen jedoch die finanziellen Mittel. Als gemeinnütziger Verein verfügt er über kein eigenes Vermögen, sodass umfangreiche Baumaßnahmen zunächst nicht möglich sind.
1962 - Aufbruch in die Moderne
München-Kreuzviertel * In den folgenden Jahren entwickelt sich das Künstlerhaus erneut zu einem bedeutenden Ort zeitgenössischer Kunst. 1962 findet im Gewölbekeller die deutsche Erstaufführung von Pablo Picassos einzigem Theaterstück „Wie man Wünsche beim Schwanz packt“ statt.
Um 2020 - Zwischen Tradition und Zukunft
München-Kreuzviertel * Der Künstlerhaus-Verein zählt rund 180 Mitglieder, überwiegend aus der älteren Generation. Auch die traditionsreichen Vereinigungen mit Hausrecht - darunter die „Geselligen“, der „Altertumsverein“ und die „Freunde Alt-Münchens“ – nutzen das Künstlerhaus und prägen sein Vereinsleben.
Das Münchner Künstlerhaus blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück. Als gerettetes Baudenkmal und lebendiger Kulturort steht es heute vor der Aufgabe, seine historische Tradition zu bewahren und zugleich neue Impulse für die Zukunft zu setzen.
1899 - Die Münchner Künstlergenossenschaft bezieht das Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Die Münchner Künstlergenossenschaft kann ihre Büroräume im neuen Künstlerhaus beziehen.
Um 1900 - Die Künstlergenossenschaft pachtet das Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Die Künstlergenossenschaft pachtet das Münchner Künstlerhaus.
29. 3 1900 - Feierliche Eröffnung des Münchner Künstlerhauses
München-Kreuzviertel * Nach siebenjähriger Bauzeit eröffnet Prinzregent Luitpold das Münchner Künstlerhaus feierlich.
6. 2 1902 - Das „Don-Juan-Fest“ im Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Künstler und Münchner Bürgertum treffen sich erneut im großen Festsaal des Künstlerhauses - diesmal zum „Don-Juan-Fest“.
2. 5 1902 - Der heutige „Isartalverein“ wird im Künstlerhaus gegründet
München-Kreuzviertel * Der „Verein zur Erhaltung landschaftlicher Schönheiten der Umgebung Münchens, besonders des Isarthales“, der heutige „Isartalverein“, wird im Künstlerhaus gegründet. Vorsitzender des Vereins wird der Architekt Gabriel von Seidl.
15. 6 1902 - Gründung des „Vereins für Volkskunst und Volkskunde“
München-Kreuzviertel * Der „Verein für Volkskunst und Volkskunde“ wird im Künstlerhaus gegründet. Gabriel von Seidl soll zunächst den Vorsitz des neuen Vereins übernehmen, verzichtet jedoch wegen seiner bereits bestehenden Verpflichtungen beim Isartalverein. Den Vorsitz übernimmt schließlich der Architekt und Hochschullehrer August Thiersch.
1929 - Trotz Krise – Das Künstlerhaus bleibt bestehen
München-Kreuzviertel * Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 und die vorausgehende Hyperinflation von 1923 verschärfen die finanzielle Lage erheblich. Einnahmen aus Vermietungen, Veranstaltungen und Mitgliedsbeiträgen reichen häufig nicht aus, den Betrieb zu sichern. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bleibt das Künstlerhaus bestehen.
1937 - Umbau im Zeichen der NS-Architektur
München-Kreuzviertel * In den Jahren 1937 und 1938 wird das Künstlerhaus im Bereich des vorgelagerten Restaurantflügels nach Plänen des Architekten und Reichskultursenators Woldemar Brinkmann umgebaut. Die Neugestaltung der Innenräume orientiert sich am Deutschen Pavillon der Pariser Weltausstellung von 1937, den Albert Speer entworfen hat. Damit spiegelt der Umbau die architektonischen und ideologischen Vorstellungen des nationalsozialistischen Regimes wider.
1958 - Spenden für den Wiederaufbau des Künstlerhauses
München-Kreuzviertel * Einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau leistet 1958 eine Spendenaktion im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt München. Mit einem eindrucksvollen Aufruf wirbt der Künstlerhaus-Verein um Unterstützung der Münchner Bevölkerung - mit Erfolg.
1. 10 1961 - Wiedereröffnung des Münchner Künstlerhauses
München-Kreuzviertel * Das Münchner Künstlerhaus wird nach seinem Wiederaufbau feierlich wiedereröffnet. Das Festspiel zur Eröffnung stammt - wie bereits 1900 - aus der Feder von Eugen Roth.
Ab 1967 - Wirtschaftliche Zwänge und Verlust der kulturellen Rolle
München-Kreuzviertel * Die umfangreichen Bauarbeiten führen zu einer wachsenden Verschuldung des Künstlerhaus-Vereins. Zwar gelingt der Wiederaufbau des kriegszerstörten Gebäudes, doch dessen dauerhafte Finanzierung überfordert den Verein.
Das Künstlerhaus wird deshalb an das Hotel Bayerischer Hof verpachtet. Hotelier Falk Volkhardt nutzt das Gebäude in den folgenden Jahrzehnten vor allem für gastronomische und wirtschaftliche Zwecke. Der Künstlerhaus-Verein bleibt zwar Eigentümer, tritt jedoch kaum noch öffentlich in Erscheinung. Das Künstlerhaus verliert seine Bedeutung als kultureller Treffpunkt und gerät für lange Zeit weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein.
2006 - Maja Grassinger übernimmt die Präsidentschaft
München-Kreuzviertel * Peter Grassinger, Gründer der Stiftung Münchner Künstlerhaus, beendet seine Präsidentschaft. Anschließend übernimmt Maja Grassinger dieses Amt.
1852 - Der Startschuss für das Bauprojekt Künstlerhaus
München * Ein Baukomitee gründet sich und legt damit den Grundstein für die eigentliche Baugeschichte des Münchner Künstlerhauses. Bis zur Verwirklichung des Projekts vergeht jedoch mehr als ein halbes Jahrhundert. Die Künstlerelite jener Zeit verfolgt das Ziel, ein repräsentatives Künstlerhaus an einem möglichst zentral gelegenen Standort zu errichten.
Mehrere Standorte für das geplante Künstlerhaus werden geprüft. Zunächst fällt die Wahl auf ein Grundstück nahe der Harmlos-Statue am Englischen Garten, das jedoch nicht erworben werden kann.
1883 - Die Allotria schafft neue Perspektiven
München-Kreuzviertel * Die Künstlergesellschaft Allotria findet auf der Suche nach einem geeigneten Treffpunkt einen Ort an der ehemaligen Stadtmauer. Dort steht das historische Hofbrunnenhaus „Beim Leinfelder“, ein Relikt der früheren Hofleinwandkammer. Der Architekt und Kunsthandwerker Lorenz Gedon entwirft ein Vereinshaus, das ganz auf die Bedürfnisse der Künstler zugeschnitten ist – mit Ateliers, Gesellschaftsräumen und Raum für das gesellige Vereinsleben.
Durch die Initiative des langjährigen Allotria-Präsidenten und Malerfürsten Franz von Lenbach gewinnt auch das Projekt eines Münchner Künstlerhauses entscheidend an Dynamik. Die Stadt München und das Königshaus überlassen der Künstlerhauskommission ihre Grundstücke am Maximiliansplatz zu einem symbolischen Kaufpreis. Darüber hinaus stellt die Stadt einen Zuschuss zu den Baukosten bereit und schafft damit die finanzielle Grundlage für die weitere Planung.
2 1892 - Die Standortfrage für das Künstlerhauses ist geklärt
München-Kreuzviertel * Die Entscheidung als Standort „Beim Leinfelder“ als endgültigen Bauplatz des Münchner Künstlerhauses. Die Künstlergenossenschaft übernimmt selbst die Bauherrschaft. Mit der Planung wird der Architekt Gabriel von Seidl beauftragt. Er entwirft ein repräsentatives Gebäude im Stil der italienischen Renaissance – ein architektonisches Bekenntnis zum kulturellen Selbstverständnis und hohen Anspruch der Münchner Künstlerschaft.
Zur Finanzierung des Bauvorhabens leisten Veranstaltungen wie das „Winterfest der Münchner Künstler“ und das „Arkadienfest“ einen wichtigen Beitrag. Gemeinsam mit zahlreichen Spenden kommen rund 320.000 Mark zusammen. Den Vorsitz der Baukommission übernehmen Ferdinand von Miller und Franz von Lenbach.
3. 7 1893 - Grundsteinlegung für das Münchner Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * In Anwesenheit des Prinzregenten wird der Grundstein für das Münchner Künstlerhaus gelegt. In der eingemauerten Urkunde heißt es: „Das Haus soll allen Künstlern Münchens ein Sammelplatz sein, ein Mittelpunkt für Frohsinn, Rat und erste Tat.“ Gemeinsam mit Silber- und Schaumünzen wird sie im Fundament des Gebäudes hinterlegt.
14. 7 1944 - Zerstörung des Münchner Künstlerhauses
München-Kreuzviertel * Bei einem Luftangriff am 14. Juli 1944 wird das Münchner Künstlerhaus schwer getroffen und brennt nahezu vollständig aus. Das Gebäude bleibt als Ruine zurück.
1938 - Gleichschaltung des Künstlerhauses
München * Der Münchner Künstlerverein im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung aufgelöst. Sein Vermögen geht auf die „Kameradschaft der Künstler e. V.“ über, die ausschließlich sogenannte „arische“ Kunstschaffende aus München und dem Umland aufnimmt.
Die „Kameradschaft der Künstler“ ist Teil der nationalsozialistisch kontrollierten Reichskulturkammer. Für Künstlerinnen und Künstler ist die Mitgliedschaft in dieser Organisation Voraussetzung, um ihren Beruf weiterhin ausüben zu dürfen.
Die Auflösung und Enteignung des Künstlerhaus-Vereins erfolgt aus politischen und ideologischen Gründen und ist Teil der umfassenden Gleichschaltung des kulturellen Lebens durch das NS-Regime.
1554 - Die Stadt lässt ein zweites Brunnwerk errichten
München-Kreuzviertel * Die Stadt lässt nördlich des Neuhauser Tores ein zweites Brunnwerk errichten, das sogenannte Gasteiger Brunnhaus am heutigen Künstlerhaus.
1860 - Die Suche nach dem richtigen Standort für das Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Der Münchner Künstlerschaft wird am Maximiliansplatz ein Grundstück für das geplante Künstlerhaus als Schenkung angeboten. Für diesen Standort entwickelt der Professor für Baukunst an der Königlichen Akademie der Künste, Ludwig Lange, einen Entwurf. Noch während der Kostenplan entsteht, scheitert das Vorhaben: König Max II. lehnt es ab, die Eschenanlage am Maximiliansplatz für den Bau des Künstlerhauses aufzugeben.
Daraufhin bietet der Münchner Magistrat ein Palais in der Sonnenstraße an, das damals als Gebärklinik genutzt wird und später das Postscheckamt beherbergt. Doch auch diese Lösung erweist sich letztlich als nicht realisierbar.
1897 - Der Rohbau des Münchner Künstlerhauses ist vollendet
München-Kreuzviertel * Vier Jahre nach der Grundsteinlegung ist der Rohbau des Münchner Künstlerhauses vollendet.
31. 3 1900 - Ein „Prunkfest“ im Münchner Künstlerhaus
München-Kreuzviertel * Im Münchner Künstlerhaus findet ein glanzvolles Festbankett statt, zu dem der Prinzregent seinen Enkel, Prinz Rupprecht, als offiziellen Vertreter entsendet. Fanfaren und eine festliche Illumination des Künstlerhauses sowie zahlreicher repräsentativer Gebäude prägen den festlichen Abend.
Die Eröffnung gilt als eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse Münchens. Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ würdigen das Fest als „Prunkfest“, das den Ruf der Münchner Künstlerschaft als Ausrichter glanzvoller Veranstaltungen eindrucksvoll bestätigt.
Auch die künstlerische Gestaltung des Hauses findet große Anerkennung. Gabriel von Seidl entwirft das Gebäude im Stil der italienischen Hochrenaissance und stattet die Innenräume mit außergewöhnlicher Sorgfalt aus. Edle Materialien, kunstvolle Möbel, Wandmalereien, Spiegel, Gobelins und Stuckdecken verleihen dem Künstlerhaus seine repräsentative Ausstrahlung.
Von der ursprünglichen Ausstattung sind bis heute das fünfjochige Foyer sowie das sogenannte Venezianische Zimmer – der ehemalige Muschelsaal des Restaurants – im Original erhalten geblieben.
Ab 8 1914 - Krisenjahre und wirtschaftliche Herausforderungen
München-Kreuzviertel * Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs enden die glanzvollen Anfangsjahre des Münchner Künstlerhauses. Große Feste und gesellschaftliche Veranstaltungen bleiben aus, da es sowohl an den Anlässen als auch an den finanziellen Mitteln fehlt.
20. 11 1918 - Planungen für die Rückkehr von 60.000 bayerischen Soldaten
München * Ein aus Künstler- und Bürgerkreisen gebildeter Ausschuss berät im Künstlerhaus über die Empfangsfeierlichkeiten zu Ehren der nach München zurückkehrenden 60.000 bayerischen Soldaten. Die Stadt stellt dafür 50.000 Mark zur Verfügung. Damit sollen der Bahnhof und Ehrenpforten ausgeschmückt werden.
1850 - Der lange Weg zum Künstlerhaus
München * Die Idee eines eigenen Hauses für die Münchner Künstlerschaft begleitet die Kunstszene über viele Jahrzehnte. Zahlreiche Künstlervereinigungen – darunter die „Künstlergenossenschaft“, der „Künstlersängerverein“, „Jung-München“, „Fidelio“ und der „Künstlerunterstützungsverein“ - greifen die Vision eines gemeinsamen Künstlerhauses immer wieder auf und entwickeln dazu konkrete Pläne und Vorstellungen.
Erstmals werden diese Überlegungen bereits 1850 in einem Protokoll schriftlich festgehalten. Darin formulieren die Initiatoren das Ziel, „dem deutschen Künstler für alle Zeiten eine Heimat in München bereiten und zugleich der Wissenschaft eine Unterkunft bieten“.
19. 5 1901 - Das Künstlerhaus wird zum gesellschaftlichen Mittelpunkt
München-Kreuzviertel * Mit dem „Münchner Frühlingsfest“ etabliert sich das Künstlerhaus als bedeutender Treffpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Die Berliner Zeitschrift „Moderne Kunst“ beschreibt die Münchner Künstlerschaft als „die Blüte des gesamten Lebens der Stadt“, die in allen Bevölkerungsschichten verwurzelt sei.
Prinzregent Luitpold zeigt großes Interesse am künstlerischen Leben und nimmt – trotz seines hohen Alters – nach Möglichkeit persönlich an den Künstlerfesten teil. Sein regelmäßiger Austausch mit etablierten Künstlern ebenso wie mit jungen Talenten unterstreicht seine enge Verbundenheit mit der Münchner Kunstszene.
Beim Frühlingsfest findet erstmals eine Versteigerung von Gemälden statt. Zu den Stiftern zählen namhafte Künstler wie Franz von Lenbach und Franz von Defregger. Die Auktion leitet der Volksschauspieler Konrad Dreher, Gründer des Schlierseer Bauerntheaters. Der Erlös kommt dem chronisch unterfinanzierten Künstlerhausverein zugute, der das Gebäude seit 1900 von der Künstlergenossenschaft gepachtet hat.
19. 4 1959 - Feierliche Eröffnung der restaurierten Gasträume
München-Kreuzviertel * Die restaurierten Gasträume im Künstlerhaus können feierlich wiedereröffnet werden.
1963 - Präsentation der „Schießbilder“ von Niki de Saint Phalle
München-Kreuzviertel * Die neue Galerie im Obergeschoss des Künstlerhauses sorgt mit einer Ausstellung der „Nouveaux Réalistes“ für großes Aufsehen. Zu den Höhepunkten zählt auch die Präsentation der „Schießbilder“ von Niki de Saint Phalle, bei der die Künstlerin während der Vernissage ihre mit Farbbeuteln präparierten Reliefs durch gezielte Schüsse vollendet.
1. 10 1854 - Der Münchner Glaspalast wird eröffnet
München-Maxvorstadt * Der Münchner Glaspalast wird mit der Allgemeinen Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbeerzeugnisse eröffnet.
14. 4 1902 - Feier zum 70. Geburtstag von Wilhelm Busch
München-Kreuzviertel * Im großen Festsaal des Künstlerhauses wird der 70. Geburtstag von Wilhelm Busch gefeiert.
13. 6 1953 - Kundgebung für den Samstag-Nachmittag-Ladenschluss
München * Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen - HBV und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft - DAG haben zur Kundgebung für den Samstag-Nachmittag-Ladenschluss aufgerufen.
Der Protestmarsch bewegt sich vom Arbeitsamt in der Maistraße über den Sendlinger-Tor-Platz zum Stachus und von dort weiter in die Altstadt, wo er sich in der Kaufingerstraße vor C&A Brenninkmeyer staut. Demonstranten blockieren im Inneren des Geschäfts die neumodernen Rolltreppen.
1888 - Die Nebengebäude der Hauptsynagoge entstehen
München-Kreuzviertel * Der Bau des Verwaltungs- und Wohnungsgebäudes an der Herzog-Max-Straße 3 und 5 - neben der Hauptsynagoge - beginnt.
1889 - Gemeindezentrum an der Herzog-Max-Straße 3 eröffnet
München-Kreuzviertel * Der Bau des Gebäudes an der Herzog-Max-Straße 3 ist fertiggestellt. Er beherbergt - bis zur Enteignung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 - neben Wohnungen und zwei Betsälen das Wohlfahrts- und Jugendamt sowie die Israelitische Armenpflege, das Rabbinat und die Kanzlei der Münchner Kultusgemeinde.
1858 - Die Deutsche Allgemeine und Historische Kunstausstellung im Glaspalast
München-Maxvorstadt * Aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens hält die Akademie der Bildenden Künste die Deutsche Allgemeine und Historische Kunstausstellung im Glaspalast ab.
26. 9 1981 - Der erste Jahrestag des Wiesn-Attentats
München-Ludwigsvorstadt * Am Jahrestag des Wiesn-Attentats wird in der Pauls-Kirche ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten.
1955 - Rückgabe des Synagogengrundstücks
München-Kreuzviertel * Das ehemalige Grundstück der Hauptsynagoge wird 1955 an die Israelitische Kultusgemeinde zurückgegeben. Da ein Wiederaufbau oder Neubau einer Synagoge an dieser Stelle aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar erscheint, veräußert die Gemeinde Teile des Areals an den Karstadt-Konzern.
Den Bereich, auf dem sich die Hauptsynagoge befunden hat, erwirbt die Stadt München. Dort entsteht eine Grünanlage. Zugleich vereinbaren die Stadt und die Israelitische Kultusgemeinde, an dem historischen Ort ein Denkmal zur Erinnerung an die zerstörte Synagoge und die Verfolgung der Münchner Juden zu errichten.
Ab dem 1. 10 1918 - Die Münchener Post steigert ihre Auflage um 15.000 Exemplare
München - Königreich Bayern * Die SPD-Zeitung Münchener Post wird auf der ersten Seite Artikel unter der Überschrift „Fort mit dem Militarismus!“, „Ein Systemwechsel notwendig!“, „Eine neue Politik“ oder „Für ein neues freies Vaterland“ abdrucken. Alleine zwischen dem 1. und 15. Oktober 1918 kann die Zeitschrift damit ihre Auflage um 15.000 Exemplare steigern.
1882 - Grundstück für die neue Hauptsynagoge gesichert
München-Kreuzviertel * Die Bauplatzsuche für die neue Synagoge ist von Erfolg gekrönt. Auf persönliche Intervention von König Ludwig II. stellt die Königliche Krongutsverwaltung eines der begehrtesten Grundstücke im innerstädtischen Bereich der Haupt- und Residenzstadt dafür zur Verfügung. Es kostet 348.000 Mark und ermöglicht den Bau eines freistehenden und repräsentativen Sakralbaus.
Damit hat die jüdische Gemeinde erreicht, was den protestantischen Gläubigen bis zum heutigen Tag verwehrt blieb: Ein Gotteshaus innerhalb der alten Stadtmauern.
8. 6 1938 - Die jüdische Gemeinde wird vor vollendete Tatsachen gestellt
München-Kreuzviertel * Am Tag nach Hitlers Befehl setzt die Stadt die Repräsentanten der Israelitischen Kultusgemeinde von der Entscheidung zum Abriss der Hauptsynagoge in Kenntnis. Zugleich erfahren sie, dass das Grundstück an der Herzog-Max-Straße 3–7 für 185.000 Reichsmark an die Stadt zu veräußern ist. Ein Einspruch gegen die Maßnahme oder gar Widerstand kommen unter den politischen Bedingungen des NS-Regimes nicht in Betracht.
Noch am selben Abend organisiert die Gemeinde einen letzten Gottesdienst in der Synagoge. Zahlreiche Gemeindemitglieder nehmen Abschied von ihrem religiösen und kulturellen Zentrum, dessen bevorstehende Zerstörung das Ende einer Epoche jüdischen Lebens in München symbolisiert.
26. 6 1938 - Öffentliche Zustimmung und weitere Nutzung des Synagogen-Geländes
München-Kreuzviertel * Während der Abriss der Hauptsynagoge voranschreitet, feiert die nationalsozialistische Propaganda die Zerstörung des Gotteshauses. Die NS-Zeitung „Der Stürmer“ kommentiert den Vorgang am 26. Juni 1938 mit den Worten: „Ein Schandfleck verschwindet.“
Anders als beim wenige Tage später beginnenden Abriss der evangelischen Matthäuskirche regt sich gegen die Zerstörung der Synagoge in der Öffentlichkeit kein nennenswerter Protest. Die Beseitigung des jüdischen Sakralbaus zur Schaffung neuer Verkehrs- und Freiflächen wird weitgehend widerspruchslos hingenommen.
Der ebenfalls vorgesehene Abriss des jüdischen Gemeindehauses in der Herzog-Max-Straße 3–5 wird jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen übernimmt das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS die Gebäude. Ab 1940 befindet sich dort eine Dienststelle des Lebensborn e. V., einer nationalsozialistischen Organisation zur Förderung der bevölkerungspolitischen Ziele des Regimes.
1967 - Nachnutzung des ehemaligen Synagogengeländes
München-Kreuzviertel * Unter Teilen des ehemaligen Grundstücks der 1938 zerstörten Hauptsynagoge wird eine Tiefgarage für den Karstadt-Konzern errichtet. Die kommerzielle Nutzung des Areals steht exemplarisch für den lange Zeit zurückhaltenden Umgang mit den Erinnerungsorten jüdischen Lebens in München. Erst allmählich rückt die historische Bedeutung des Geländes wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein.
7. 6 1938 - Hitler ordnet den Abriss der Hauptsynagoge an
München-Kreuzviertel * Nach dem Besuch einer Veranstaltung im benachbarten Künstlerhaus ordnet Reichskanzler und NSDAP-Führer Adolf Hitler persönlich den Abriss der Münchner Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße an. Die Nationalsozialisten begründen die Maßnahme offiziell mit „städtebaulichen und verkehrstechnischen Gründen“. Tatsächlich handelt es sich um einen ideologisch motivierten Akt gegen die jüdische Gemeinde und eines der frühesten sichtbaren Zeichen der verschärften Verfolgungspolitik des NS-Regimes.
Mit der Zerstörung der Hauptsynagoge verliert die Israelitische Kultusgemeinde ihr bedeutendstes religiöses und repräsentatives Zentrum. Der Abriss markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg zur vollständigen Entrechtung und Verdrängung der jüdischen Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben.
8. 7 1938 - Abriss der Hauptsynagoge unter Zeitdruck
München-Kreuzviertel * Die Abbrucharbeiten an der Hauptsynagoge erfolgen unter erheblichem Zeitdruck. Adolf Hitler verlangt, dass sie spätestens bis zum „Tag der Deutschen Kunst“ am 8. Juli 1938 vollständig beseitigt ist. Die Zerstörung des Gotteshauses soll rechtzeitig vor den repräsentativen Feierlichkeiten des NS-Regimes abgeschlossen sein und aus dem Stadtbild verschwinden.
Der beschleunigte Abriss unterstreicht den symbolischen Charakter der Maßnahme, mit der die Nationalsozialisten die jüdische Präsenz im Zentrum Münchens demonstrativ tilgen wollen.
18. 6 1958 - Hannes König eröffnet die Karl-Valentingedächtnisausstellung
München-Maxvorstadt * „800 Jahre und 5 Tage nach der Gründung der Stadt München“ wird im Pavillon im Alten Botanischen Garten die „Karl-Valentingedächtnisausstellung“ eröffnet.
- Gezeigt wird der Stummfilm „Der neue Schreibtisch“.
- Außerdem spielt Hannes König auf Karl Valentins Zither.
- Professor Carl Niessen, der im Jahr 1953 den Nachlass von Karl Valentin für das Institut Theaterwissenschaft der Universität Köln erworben hat, stellt Originale für die Ausstellung zur Verfügung.
16. 9 1887 - Die neue Hauptsynagoge wird feierlich eingeweiht
München-Kreuzviertel * Um 17 Uhr erfolgt - unter interessierter Beteiligung der Münchner Öffentlichkeit und der offiziellen Repräsentanten von Stadt und Staat - die feierliche Einweihung der neuen, nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellten Münchner Haupt-Synagoge an der Herzog-Max-Straße 7. Ausgestattet mit 1.000 Männer- und 800 Frauen-Betstühlen ist sie - nach der Berliner und der Breslauer Synagoge - das drittgrößte deutsche jüdische Gotteshaus.
Architekt der Münchner Synagoge ist Albert Schmidt, der zuvor schon die Planungen für die protestantische Lukas-Kirche, die Deutsche Bank und den Löwenbräukeller ausgeführt hat.
Der gesamte Kostenaufwand von über 1,5 Millionen Mark für die Kirche und das danebenstehende Gemeindehaus hat die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Jüdischen Kultusgemeinde bis an die Grenzen des
Erträglichen belastet. Die Finanzierung des ehrgeizigen Bauvorhabens erfolgt in erster Linie durch Geld- und Sachspenden, aber auch durch den Verkauf von Betstühlen, die zwischen 200 und 1.700 Mark kosten. Der Preis richtet sich nach seinem Platz innerhalb des Sakralraums und der Nähe zur Heiligen Lade.
Die neue Haupt-Synagoge entwickelte sich rasch zu einem Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Lebens der Münchner Juden. Neben den Gottesdiensten wird das Haus auch für Konzerte und Vorträge genutzt. Das Anwachsen der Kultusgemeinde und der damit verbundene erhöhte Verwaltungsaufwand macht den Bau eines neuen Gemeindehauses notwendig.
5. 9 1937 - Letztes Jubiläum der Hauptsynagoge
München-Kreuzviertel * Die Israelitische Kultusgemeinde München begeht den 50. Jahrestag der Einweihung der Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße. Damit jährt sich die feierliche Eröffnung des Gotteshauses von 1887 zum letzten Mal.
Die bei der Einweihung geäußerte Hoffnung, die Synagoge möge „vor widrigen Schicksalen bewahrt bis in ferne Jahrhunderte übergehen“, erfüllt sich nicht. Bereits wenige Monate später wird das Gebäude auf Anordnung des NS-Regimes abgebrochen. Offiziell erfolgt die Maßnahme aus „städtebaulichen und verkehrstechnischen Gründen“, tatsächlich wird die Hauptsynagoge als erste Synagoge Deutschlands gezielt von den Nationalsozialisten zerstört. Ihr Abriss markiert einen weiteren Schritt der systematischen Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
9. 6 1938 - Beginn des Abrisses der Hauptsynagoge
München-Kreuzviertel * Die Abbrucharbeiten an der Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße beginnen. Mit den Arbeiten wird die Baufirma Leonhard Moll beauftragt. Der Abriss erfolgt auf Anordnung des NS-Regimes und markiert die erste gezielte Zerstörung einer Synagoge in Deutschland durch die Nationalsozialisten noch vor den Novemberpogromen von 1938.
Für die jüdische Gemeinde Münchens bedeutet der Verlust ihres bedeutendsten Gotteshauses einen schweren Einschnitt. Die Zerstörung der Synagoge wird öffentlich inszeniert und macht die zunehmende Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Um 8 1887 - Münchens neue Hauptsynagoge prägt das Stadtbild
München-Kreuzviertel * Im Sommer 1887 können die Außen- und Innenarbeiten an der Synagoge an der Herzog-Max-Straße 7 abgeschlossen und der Sakralbau seiner Bestimmung übergeben werden.
Die zeitgenössischen Kritiker würdigen den Bau als „ein völlig selbstständiges Werk von ausgeprägter Eigenart, ein Denkmal, nicht nur des Meisters, der es geschaffen hat, sondern auch der Zeit, in der es entstand“.
Das „Münchener Tagblatt“ vermerkt überschwänglich, dass das „architektonische Schmückkästchen München“ nun wieder „um eine köstliche Perle reicher geworden“ sei. „Besonders markant und in die Augen springend ist der Turm, der an der westlichen Front über der Vorhalle des Männerraumes und einem Teile der Frauen-Empore errichtet ist. Den Hauptteil der Synagoge bildet der dreischiffige, in 5 Joche gegliederte Hallenbau, der bei einer Länge von 50 Metern rund 30 Metern Breite hat. Das Mittelschiff hat eine Höhe von 18 Metern, die Seitenschiffe von 15 Metern.“
Über die Ausgestaltung im Inneren schreibt der Rabbiner Leo Baerwald: Sie ist „von wohtuender Harmonie in Farbe und Proportionen und wirkt, ohne überladen zu sein, prächtig, da die Synagoge sonst Schlichtheit ausweist“. Und tatsächlich entstand mit der neuen Synagoge ein Bauwerk, das das gewachsene Selbstverständnis der jüdischen Gemeinde Münchens für jedermann weithin sichtbar macht. Das imposante Bauwerk an prominenter Stelle ist ein Symbol und die stolze Demonstration der Zugehörigkeit der jüdischen Mitbürger zur Münchner Stadtgesellschaft.
Die nichtjüdische Gesellschaft hat die jüdische Religiosität und Kultur inzwischen weitgehend respektiert. Bis zur Akzeptanz ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das zeigt auch die Formensprache der Synagoge. War schon das Gebäude an der Westenriederstraße äußerlich ein schlichtes, architektonisch unauffälliges Gotteshaus, so lehnt sich auch der Neubau in seiner gestalterischen Orientierung stark an christliche Sakralbauten an. Selbst wenn das Bauwerk beeindruckender ausfiel, so musste die Israelitische Kultusgemeinde dennoch weitgehend auf eine eigenständige architektonische Ausdrucksweise verzichten.
30. 1 1866 - Mittelersuchen für einen Synagogen-Neubau
München * Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde bittet den Münchner Stadtmagistrat um finanzielle Unterstützung für den Neubau einer größeren Synagoge. Doch erst muss ein geeigneter Bauplatz gefunden werden, wobei sich diese Suche sich als ebenso schwierig gestaltet wie die weitere Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Die Verhandlungen ziehen sich in die Länge.
9. 11 1969 - Enthüllung des Synagogen-Denkmals
München-Kreuzviertel * Münchens Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel enthüllt im Rahmen einer feierlichen Zeremonie den Gedenkstein auf dem ehemaligen Gelände der Hauptsynagoge. Das Denkmal erinnert an die 1938 zerstörte Synagoge an der Herzog-Max-Straße sowie an die Verfolgung und Ermordung der Münchner Jüdinnen und Juden während der Zeit des Nationalsozialismus.
Mit der Einweihung des Mahnmals erhält der historische Ort erstmals eine sichtbare Form des öffentlichen Gedenkens. Der Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 verleiht der Zeremonie dabei eine besondere symbolische Bedeutung.
14. 2 1884 - Die Bauarbeiten an der Hauptsynagoge beginnen
München-Kreuzviertel * Die Bauarbeiten an der neuen Synagoge an der Herzog-Max-Straße 7 beginnen und lassen das jüdische Gotteshaus in die Höhe wachsen.
Zwischenzeitlich hat die Israelitische Kultusgemeinde den Beschluss gefasst, die nahezu sechzig Jahre alte Synagoge an der Westenriederstraße nicht zu erhalten und statt dessen die finanziellen Mittel für die erforderlichen Sanierungsarbeiten in den Bau der neuen Haupt-Synagoge zu investieren.
1968 - Wettbewerb für das Synagogen-Denkmal
München-Kreuzviertel * Für das geplante Denkmal auf dem Gelände der 1938 zerstörten Hauptsynagoge schreibt die Stadt München Anfang 1968 einen Künstlerwettbewerb aus. Den mit 6.000 D-Mark dotierten ersten Preis erhält der Münchner Bildhauer Herbert Peters. Sein Entwurf bildet die Grundlage für das künftige Mahnmal, das an die Zerstörung der Hauptsynagoge und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in München erinnern soll.
5. 9 1801 - Die Kurfürsten-Witwe Maria Leopoldine kehrt nach München zurück
Laibach * Die inzwischen 24-jährige Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine kehrt aus ihrem Exil in Laibach nach München zurück.
1854 - Ein Brunnen für den Münchner Glaspalast am Alten Botanischen Garten
München-Haidhausen - München-Maxvorstadt * Der Brunnen, der sich heute auf dem Weißenburger Platz befindet, wird eigens für den Münchner Glaspalast am Alten Botanischen Garten geschaffen.
15. 7 1854 - Im Glaspalast wird die Industrie-Ausstellung von König Max II. eröffnet
München-Maxvorstadt * Die im Glaspalast stattfindende Industrie-Ausstellung wird von König Max II. feierlich eröffnet.
Nur wenige Tage später bricht die Cholera aus. Bei der Eröffnungsrede bricht ein Billeteur tot zusammen. Man glaubt an einen Schlaganfall, doch vermutlich handelt es sich um das erste Opfer der Cholera.
Ab 1813 - Zulassung zur Kunstakademie
München-Kreuzviertel * Die Konstitution der Akademie der Bildenden Künste von 1808 regelt auch die Aufnahme der Studierenden: Bewerber („Eleven“) müssen mindestens 13 Jahre alt sein. Frauen werden dabei nicht erwähnt.
Dennoch zeigen die Matrikelbücher, dass zwischen 1813 und 1841 knapp fünfzig Kunstschülerinnen an der Akademie eingeschrieben sind - ein deutlicher Hinweis auf eine Praxis, die über die offiziellen Bestimmungen hinausgehen.
1866 - Ausbau und neue Standorte entlasten die Akademie
München-Kreuzviertel * Um der anhaltenden Raumnot der Akademie der Bildenden Künste zu begegnen, wird am Chor der Michaelskirche ein Querbau errichtet. Zusätzlich werden externe Räume angemietet und mehrere Ateliers in den 1854 erbauten Glaspalast verlegt.
1634 - Die Paulaner-Mönchen dürfen in der Lärchlbrauerei ihren Haustrunk brauen
München-Angerviertel * Die Paulaner-Mönche aus der Au dürfen mit kurfürstlicher Genehmigung in der Lärchlbrauerei in der Neuhauser Gasse ihren Haustrunk brauen. Daraus resultieren Auseinandersetzungen mit den Münchner Brauern.
Es wundert nicht, dass ausgerechnet ein mehrseitiger Beschwerdebrief der Münchner Brauer - mit der Bitte um entschiedene Abhilfe des klösterlichen Brau- und Ausschankunwesens - als Geburtsurkunde der Paulaner-Brauerei gilt.
1862 - Die Kunstakademie platzt aus allen Nähten
München-Kreuzviertel * Der Nordflügel des ehemaligen Jesuitenkollegs wird zur Unterbringung weiterer Räume für die Kunstakademie aufgestockt.
1809 - Der Lehrbetrieb der Kunstakademie startet
München-Kreuzviertel * Die Akademie der Bildenden Künste nimmt ihren Lehrbetrieb in den neu gestalteten Räumen des ehemaligen Jesuitenkollegs auf. Gleichzeitig wird im Hof ein neuer Bau errichtet.
1781 - Die „Münchner Zeichnungsschule“ zieht in das Jesuitenkolleg
München-Kreuzviertel * Die „Münchner Zeichnungsschule“ zieht vom „Cottahaus“ in der Theatinerstraße 11 in das ehemalige Jesuitenkolleg an der heutigen Neuhauser Straße um.
27. 7 1813 - Maria Ellenrieder, erste Münchner Kunststudentin an der Akademie
München-Kreuzviertel * Maria Ellenrieder schreibt sich als erste Münchner Kunststudentin an der Akademie ein. Bis 1841 weisen die Matrikelbücher insgesamt 47 Kunststudentinnen aus.
1811 - Neue Säle für die Kunstakademie
München-Kreuzviertel * Die neuen Säle im Hof der Kunstakademie werden eröffnet. Später wird hier auch die Sammlung der Gipsabgüsse hier untergebracht.
6 1811 - Erste Kunstausstellung der Münchner Akademie
München-Kreuzviertel * Johann Peter von Langer, Direktor der Akademie der Bildenden Künste, kündigt die erste Ausstellung der neu gegründeten Institution an. Die Erwartungen sind hoch, können jedoch nicht erfüllt werden. Zwar listet ein 24-seitiger Katalog 402 Werke auf, doch stammen diese überwiegend von Studierenden und Lehrenden der Münchner Akademie.
Mangelnde Ausstellungsräume und fehlende finanzielle Mittel - etwa für den Transport externer Werke - führen dazu, dass diese Ausstellung wie auch die folgenden zunächst lokal geprägt blieb. Dennoch zieht die Akademie eine positive Bilanz und berichtet von großem Publikumsinteresse sowie anerkennendem Feedback.
Zugleich wird beschlossen, künftig alle zwei Jahre eine „allgemeine baierische Kunstausstellung“ auszurichten, die ausschließlich an der Akademie stattfinden soll.
16. 10 1815 - Die Raffael-Gobelins gehen an die Akademie
München * Da die Teppiche nur einen vergleichsweise unbedeutenden Teil des höfischen Kunstbesitzes darstellen und ihr Verlust für die Krone kaum ins Gewicht fällt, stimmt König Max I. Joseph der Übereignung der „Raffael-Gobelins“ an die Akademie der Bildenden Künste zu.
1816 - Die „Raffael-Gobelins“ werden in der Alten Akademie aufgehängt
München-Kreuzviertel * Die „Raffael-Gobelins“ werden in der Alten Akademie - in der heutigen Neuhauser Straße - in den Antikensälen aufgehängt
Vor 1910 - Der Hundemarkt befindet sich am Altheimer Eck
München-Hackenviertel * Der Hundemarkt befindet sich im Hof des Gasthofs zum Mohrenköpfl am Altheimer Eck.
19. 10 1815 - Der Erhalt der „Raffael-Gobelins“ wird quittiert
München-Kreuzviertel * Johann Peter von Langer quittiert dem Obersthofmeisterstab den Erhalt der „Raffael-Gobelins“.
18. 7 1815 - Bitte um die „Raffael-Gobelins“ für die Kunst-Akademie
München * Johann Peter von Langer, der Direktor der Akademie der Bildenden Künste, richtet an König Max I. Joseph ein Schreiben, in dem er um die Übereignung der „Raffael-Gobelins“ an die Akademie bittet. Er begründet den Antrag damit, dass deren „höchster Wert in der Komposition und dichterischen Erfindung ganz unschätzbar für das Kunststudium und den Unterricht“ sein würden.
Die „Raffael-Gobelins“ sind im Alten Rathaus gelagert. Dort sind sie weder für die Öffentlichkeit sichtbar, noch ihre Erhaltung gesichert. Da sie keine Gold- und Silberfäden enthalten, ist ihr materieller Wert als gering einzuschätzen.
5. 9 1660 - Die Karmeliten-Kirche wird eingeweiht
München-Kreuzviertel * Die Karmeliten-Kirche neben der Wilhelminischen Veste wird eingeweiht. Die von Kurfürst Maximilian I. noch zu seinen Lebzeiten gestiftete Votivkirche ist die erste baierische Barockkirche.
21. 4 1907 - Carl Gabriel eröffnet in der Dachauer Straße 16 sein erstes Münchner Kino
München-Maxvorstadt * Carl Gabriel eröffnet in der Dachauer Straße 16 sein erstes Münchner Kino unter dem weltmännischen Namen „The American Bio-Cie./Carl Gabriel's Theater lebender Bilder“ mit 145 Plätzen. Es ist Münchens viertes Kino. Es werden Stummfilme gezeigt, die von einem mehr oder weniger talentiertem Klavierspieler und einem Explikateur, einen Filmerklärer, begleitet werden.
An den Lehnen der Vordersitze sind Drahtgestelle angebracht, in denen man seinen Masskrug abstellen kann. Statt Popkorn und Eis - wie heute - werden Schokolade und Wurstsemmeln verkauft.
Nach 19 Uhr geht fast niemand mehr ins Kino, denn: „Der Münchner geht im Gegensatz zum Berliner, soweit er es ermöglichen kann, lieber Nachmittags ins Kino, weil er den Abend gern im Bierrestaurant verbringt.“Trotzdem suchen die „Gebildeten“ das Kino erst im Schutz der Dunkelheit auf. Etwaige Bekannte begrüßen sich - wenn überhaupt - mit einem verlegenem Lächeln. Es gibt Logen mit einem Loch im Vorhang, von dem aus man zwar alles sehen kann, selbst aber nicht gesehen wird.
Die Münchner Polizei besucht im Auftrag der Obrigkeit regelmäßig die Kinematographen. Sie muss sicherstellen, dass im dunklen Kinosaal alles „sittlich“ und „mit rechten Dingen“ zugeht.
1910 - Das Kino in der Dachauer Straße 16 heißt jetzt Gabriels Tonbildtheater
München-Maxvorstadt * Aus Carl Gabriels The American Bio-Cie./Carl Gabriel's Thater lebender Bilder in der Dachauer Straße 16 wird Gabriels Tonbildtheater.
Um 1700 - Marianische Kongregationen prägen das katholische Stadtleben
München * Rund jeder achte Einwohner Münchens gehört als Sodale einer der sechs Marianischen Kongregationen der Stadt an. Die von jesuitischer Frömmigkeit geprägten Laiengemeinschaften besitzen damit erheblichen Einfluss auf das religiöse und gesellschaftliche Leben.
Neue Mitglieder legen zunächst eine umfassende Lebensbeichte ab und verpflichten sich in einem feierlichen Weiheakt zum lebenslangen Dienst an der Gottesmutter. Von den Sodalen werden regelmäßige Beichte und Kommunion, tägliches Gebet und Gewissenserforschung sowie Bußübungen an den kirchlichen Fast- und Abstinenztagen erwartet.
Auch in der Öffentlichkeit treten die Kongregationen deutlich hervor: Ihre Mitglieder nehmen geschlossen an Prozessionen, Wallfahrten, Festgottesdiensten und religiösen Theateraufführungen teil. Zugleich verpflichten sie sich, einander in Notlagen beizustehen und verstorbene Mitbrüder auf ihrem letzten Weg zu begleiten.
30. 4 2009 - Zwölf Kunstschaffende werden zum Wettbewerb für das Eisner-Denkmal eingeladen
München * Die Landeshauptstadt München lädt zwölf Künstlerinnen und Künstler zu einem nichtöffentlichen Wettbewerb für ein neues Kurt-Eisner-Denkmal ein. Es soll den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten würdigen.
Gesucht ist eine Skulptur oder ein Kunstobjekt, das Eisners Persönlichkeit und seiner historischen Bedeutung gerecht wird. Der Wettbewerb setzt den Stadtratsbeschluss vom Juni 2008 um.
30. 5 2011 - Das neue Kurt-Eisner-Denkmal am Oberanger wird eingeweiht
München-Angerviertel * Oberbürgermeister Christian Ude weiht am Oberanger das von Rotraut Fischer gestaltete Kurt-Eisner-Denkmal ein. Es würdigt den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten.
Die begehbare Skulptur besteht aus mehreren aufrecht stehenden, grünlich schimmernden Glasscheiben. Ihre Anordnung und Spiegelungen schaffen einen offenen Raum des Gedenkens. Nachts hebt eine Beleuchtung die Inschrift hervor: „Jedes Menschenleben soll heilig sein“.
Der Satz stammt aus Eisners Aufruf „An die Bevölkerung Münchens!“, der am 8. November 1918 in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ erscheint. Er bringt Eisners pazifistische Überzeugung und seine Forderung nach einer friedlichen revolutionären Umgestaltung zum Ausdruck.
25. 6 2008 - Der Stadtrat beschließt einen Kunstwettbewerb für ein neues Eisner-Denkmal
München * Mit Blick auf den bevorstehenden 90. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners am 21. Februar 2009 beschließt der Stadtrat, dem Gründer des Freistaats Bayern und dessen erstem demokratischen Ministerpräsidenten ein neues Denkmal zu setzen. Das Baureferat erhält den Auftrag, einen Kunstwettbewerb durchzuführen.
Gesucht ist eine Skulptur oder ein Kunstobjekt, das Eisners Persönlichkeit und seiner historischen Bedeutung gerecht wird und ihm einen würdigen Erinnerungsort im öffentlichen Raum schafft.
21. 7 1773 - Das Aufhebungsdokument für den Jesuitenorden
Rom-Vatikan * Papst Clemens XIV. stellt das Aufhebungsdokument für den Jesuitenorden aus. Es tritt einen Monat später in Kraft.
19. 6 1886 - Der Leichnam König Ludwigs II. wird beigesetzt
München-Kreuzviertel * Der Leichnam König Ludwigs II. wird in der Krypta der Michaelskirche beigesetzt.
25. 9 1665 - Kurfürstin Maria Anna von Baiern stirbt
München • Die Kurfürstin-Witwe Maria Anna stirbt. Sie wird in der Münchner Michaelskirche beigesetzt. Durch den Tod der Kaisertochter gelingt es Kurfürst Ferdinand Maria und Henriette Adelaide ihren Wirkungskreis am Münchner Hof deutlich auszudehnen und zu festigen.
21. 8 1773 - Papst Clemens XIV. hebt den Jesuitenorden auf
Rom-Vatikan * Papst Clemens XIV. hebt - auf Drängen mehrerer katholischer Monarchien - den Jesuitenorden auf.
6. 7 1597 - Die Michaelskirche in der Neuhauser Straße wird eingeweiht
München-Kreuzviertel * Die Michaelskirche in der Neuhauser Straße wird eingeweiht.
10. 5 1590 - Bei einem Gewitter stürzt der Turm der neuen Michaelskirche ein
München-Kreuzviertel * Bei einem Gewitter stürzt der Turm der neuen Michaelskirche ein. Für die Jesuiten ist es eindeutig und naheliegend, dass das Unglück von den Hexen beeinflusst ist: „Ist vergangene Tage so ein grewlich wetter abgegangen, dem Thurm und gebew nitt wenig befürderung mechte geben haben; dann vill die meinung, daß sollich ungewonliche gewütter von den maledeutten bösen Weibern gemacht werden.“
3. 12 1933 - Michael von Faulhabers Adventspredigt in der Michaelskirche
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber hält seine Adventspredigt in der Michaelskirche. Darin weist er darauf hin, dass sich in der deutschen Kultur seit dem frühen Mittelalter zahlreiche Einflüsse aus dem Alten Testament, also aus der jüdischen Kultur, finden:
„Im Besonderen verdanken die menschliche Kultur und christliche Religion dem Alten Testament einen reinen und erhabenen Gottesgedanken.“ Und weiter: „Wir müßten unsere deutschen Klassiker Lügen strafen, wollten wir das Alte Testament mißachten und aus den Schulen und Volksbüchereien verbannen. Wir müßten die Geistesgeschichte unseres Volkes verleugnen.“
Über die Juden sagt er: „Bei keinem anderen Volk findet sich eine solche Schriftenreihe, worin so klar, so bestimmt, so einheitlich die Grundwahrheiten des religiösen Lebens dargeboten werden.“
Diese und noch andere Worte des Respekts machte er zunichte mit den dann kommenden Sätzen: „Nach dem Tode Christi wurde Israel aus der Offenbarung entlassen. Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt. Sie hatten den Gesalbten des Herrn verleugnet und verworfen, zur Stadt hinausgeführt und ans Kreuz geschlagen. Damals zerriß der Vorhang im Tempel auf Sion und damit der Bund zwischen dem Herrn und seinem Volk. Die Tochter Sion erhielt den Scheidebrief, und seitdem wandert der ewige Ahasver ruhelos über die Erde.“
Mit solchen Schuldzuweisungen und Verleumdungen geht es weiter. Faulhaber spricht immer wieder von den Israeliten, auf denen der Zorn Gottes ruhe. Solche Worte sind in normalen Zeiten schon bedenklich. In Zeiten, in denen staatlich verordnete „Judenschelte“ und Boykottmaßnahmen an der Tagesordnung, in denen Verhaftungen, Beschimpfungen, ja sogar Morde nichts Außergewöhnliches sind, verschlimmern solche Worte die Situation nur noch.
1597 - Die Bauarbeiten an der Michaelskirche sind vollendet
München-Kreuzviertel * Die Bauarbeiten an der Michaelskirche sind vollendet. Es ist das erste Jesuiten-Colleg mit einer Kirche nördlich der Alpen.
27. 9 1651 - Kurfürst Maximilian I. stirbt in Ingolstadt
Ingolstadt - München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. stirbt in Ingolstadt. Er wird in der Münchner Michaelskirche beigesetzt.
Sein Nachfolger wird Kurprinz Ferdinand Maria, dessen Regentschaft bis zu seiner Volljährigkeit seine Mutter, die Kaisertochter Maria Anna, übernimmt.
5. 6 1940 - Karl Valentins Ritterspelunke wird geschlossen
München-Hackenviertel * Die letzte Aufführung des „Ritter Unkenstein“ findet statt. An diesem Abend ereignet sich in der „Ritterspelunke“ ein Vorfall, der dazu führt, dass Karl Valentin seine Tätigkeit als Komiker einstellt.
Im „Lachkeller“ am Färbergraben spielt der Volkssänger vor einem Publikum, in dem viele Soldaten anwesend sind. Einen am Arm verletzter Offizier muss während der Vorstellung so lachen, dass die Wunde aufgeht und das Blut durch den Verband tropft. Der Wehrmachtsangehörige wird ohnmächtig und muss aus dem Saal getragen werden.
Zwar kehrt im Publikum sehr schnell wieder Ruhe ein, doch Karl Valentin zittert am ganzen Körper und kann gerade noch sagen „Aufhören“. In der Garderobe erklärt er: „Es ist eine Schand, wir tuan daheim Kasperlspielen und draußen verliern die Leut eahna Leben! Schluss is - aus is - ich kann nicht mehr.“ Und weiter: „Schmiede, sagen Sie zum Personal, sie sollen morgen Vormittag ins Geschäft kommen. Es kriegt jedes für vier Wochen seinen Lohn oder sei Gage. Wann der Krieg wieder vorbei ist, dann spielen wir wieder!“
Karl Valentin hält Wort und tritt den ganzen Krieg über nicht mehr auf. Mehrere tausend Mark muss er zahlen und hat außerdem den ganzen Krieg über nahezu keinen Verdienst.
1 1942 - Die „Ritterspelunke“ wird an einen Herrn Reintjes vermietet
München-Hackenviertel * Die „Ritterspelunke“ von Karl,Valentin wird an einen Herrn Reintjes vermietet.
4. 11 1939 - Der „Ritter Unkenstein“ feiert in der Ritterspelunke Premiere
München-Hackenviertel * Die Szenenfolge „Ritter Unkenstein“ feiert in der „Ritterspelunke“ Premiere. Karl Valentins neue Partnerin ist die 21-jährige Soubrette Annemarie Fischer. Sie spielt Unkensteins [= Karl Valentins] Tochter Kunigunde. Das Stück wird über einhundert Mal aufgeführt.
Nach jeder Aufführung führt Karl Valentin sein Publikum durch die Räume des Panoptikums und erschreckt seine Gäste im „Gruselkeller“ zusätzlich, indem er durch Kettenrasseln und anderen derartigen Geräusche den Effekt des Schreckens forciert.
24. 7 1705 - Der Rekrutierungsdruck auf ledige Bauernburschen wächst
München - Baiern * Da die Anordnung vom 16. Juni kaum Rekruten einbringt, ändert die Kaiserliche Administration das Verfahren. Statt vier müssen nun jeweils zwölf Höfe gemeinsam bis zum 10. August einen wehrfähigen Mann stellen. Gelingt dies nicht, werden 16 Gulden Ersatzgeld fällig; unter mehreren geeigneten Männern soll notfalls das Los entscheiden.
Ledige und umherziehende Bauernburschen geraten dabei besonders ins Visier der Behörden und können zum Militärdienst eingezogen werden. Trotz der herabgesetzten Quote bleibt die Zwangsrekrutierung eine schwere Belastung für die Landbevölkerung.
30. 11 1940 - Karl Valentins Panoptikum in der Ritterspelunke schließt für immer
München-Hackenviertel * Karl Valentins Panoptikum in der Ritterspelunke am Färbergraben 33 schließt für immer.
17. 7 1939 - Die Beziehung Valentin - Karlstadt verändert sich grundlegend
München • Zwei Ereignisse im Jahr 1939 haben die Beziehung Valentin-Karlstadt grundlegend verändert. Mit der Schließung des „Kabarett Benz“ gibt es für die beiden in München keine Möglichkeit mehr regelmäßig aufzutreten.
- Liesl Karlstadt kann Engagements im sogenannten „normalen“ Theater annehmen, für Valentin kommt das nicht in Frage.
- Da es für ihn kein Theater mehr gibt, wo er hätte spielen können, eröffnet er am 17. Juli 1939 sein eigenes, die „Ritterspelunke“.
- Da seine gewohnte Partnerin Liesl Karlstadt aufgrund ihrer Blutvergiftung für Monate nicht zur Verfügung steht, braucht er neue Mitspieler.
- Valentin greift hierbei auch nicht auf bewährte klassische Valentinstücke zurück, wofür er Liesl Karlstadt gebraucht hätte, sondern entwickelt etwas völlig neues, den „Ritter Unkenstein“.
17. 7 1939 - Karl Valentin eröffnet die Ritterspelunke am Färbergraben
München-Hackenviertel * Karl Valentin eröffnet mit Martin Wegmann „im einzigartigen Luftschutzkeller mit Restauration und Vorstellung“ im Färbergraben 33 seine „Ritterspelunke“. Das Lokal ist eine Mischung aus Theater, Kneipe und Kuriositätenkabinett. „Es ist nicht mehr das alte Panoptikum, sondern eine Neufassung dieser Schmunzel- und Gruselschau, die nicht ihresgleichen hat.“
Das Konzept bleibt das alte, da im Wesentlichen die Objekte des Panoptikums aus dem Hotel Wagner in der Sonnenstraße hier wieder zur Aufstellung kommen. Die Verbindung von Kellerraum, Dämmerlicht, schaurige Szenen und akustischer Überhöhung löst beim Publikum eine Art Panik aus, die sich in Schreckensschreie entladen. Zusätzlich verändert Valentin fast täglich die Beschriftung und den Standort der Exponate.
So zweifelhaft der Bildungsanspruch des Panoptikums ist, so groß ist sein Unterhaltungswert. Einige Exponate, darunter beispielsweise „Mr. Roll - Erfinder der Rollgerstensuppe“ befinden sich noch heute in dem von Hannes König im Isartor ins Leben gerufenen Valentin-Karlstadt-Musäum.
„Zum Verlassen des Panoptikums kann der Ausgang kostenlos genützt werden, dagegen ist der Eintritt von 60 Rpf. am Eingang zu bezahlen.“
1981 - Friederike Kreutzkamm übernimmt die Geschäftsführung
München-Kreuzviertel * Nach dem Tod von Fritz Kreutzkamm übernimmt seine Frau Friederike die Geschäftsführung des Familienunternehmens. In der Maxburg an der Pacellistraße eröffnet sie zudem eine kleine Confiserie, die sich erfolgreich etabliert.
29. 5 1433 - Verordnung über das Spielen und den Bau eines Frauenhauses
München-Angerviertel * Die Herzogbrüder Ernst und Wilhelm III. erlassen - auf Bitte des Rats der Stadt - eine ausführliche Verordnung über das Spielen und den Bau eines Frauenhauses (Stadtbordell), „daz dadurch vil ybels an frawen und jugkfrawen understannden [verhindert] werde“. Die Stadt erwirbt dafür vom Heiliggeist-Spital ein Anwesen an der Mühlgasse am Anger.
1972 - Das „MUH“ eröffnet in der Altstadt
München-Hackenviertel * Mit dem „MUH“ [= Musikalisches Unterholz] entsteht in der Münchner Altstadt eine neue Kleinkunstbühne. In den Gewölberäumen an der Sendlinger-/Hackenstraße bietet die offene Bühne jungen Liedermachern, Kabarettisten, Musikern und Schauspielern die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten und neue Programme auszuprobieren.
Das MUH entwickelt sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt der Münchner Kleinkunstszene. Die ungezwungene Atmosphäre und das vielfältige Programm ziehen Künstler und Publikum gleichermaßen an. Zahlreiche Nachwuchstalente sammeln hier ihre ersten Bühnenerfahrungen und tragen dazu bei, das MUH zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Stadt zu machen.
1891 - Der Lenbachplatz erhält seinen Namen
München-Kreuzviertel * Der Platz vor dem künftigen Künstlerhaus erhält zu Ehren des Malerfürsten Franz von Lenbach seinen Namen.
3. 9 1533 - Gnadenersuchen für einen Rumor im Frauenhaus
München * Vor dem Münchner Rat erscheint „das gantz hantwerck“ und bittet für Hans Walts, der seit drei Tagen wegen eines „rumors“ im Frauenhaus in Arrest sitzt, um Gnade. Hans Walts wird ermahnt und freigelassen. Im Gegenzug gelobten die Gesellen, „frid gegen [den] frauenwirt und den [= die] seinen“ zu halten.
14. 10 1916 - König Otto I. wird in der Krypta der Michaelskirche beigesetzt
München-Kreuzviertel * Die sterblichen Überreste König Ottos I. werden in der Krypta der Michaelskirche beigesetzt.
19. 8 1498 - Randalierende Handwerksgesellen stürmen das Frauenhaus
München-Angerviertel * Randalierende Handwerksgesellen stürmen das Frauenhaus (Stadtbordell) und wollen dem Frauenmeister ans Leben, weil sie ihn für die Einschleppung der Syphilis verantwortlich machen. 35 bewaffnete Soldaten müssen daraufhin 46 Tage und Nächte das Frauenhaus bewachen.
15. 4 1799 - Maria Leopoldine erhält die Herzog-Max-Burg als Witwensitz
München * In einem Zusatzvertrag zum Ehevertrag wird von Kurfürst Max IV. Joseph festgelegt, dass die Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine
- die Herzog-Max-Burg als Witwensitz nutzen kann.
- Als Sommersitz erhält sie Schloss Berg am Starnberger See mit dem dazugehörigem Garten, Grund und Gebäude sowie die kurfürstlichen Fahrzeuge „zur Lustfahrt auf dem See“.
- Außerdem bekommt sie einen jährlichen Unterhalt von 100.000 Gulden, bezahlbar in Monatsraten von 8.333 Gulden 20 Kreuzern.
23. 9 2012 - Trotz Regens immerhin noch 850.000 Wiesn-Besucher
München-Theresienwiese • Am ersten Wiesn-Wochenende kommen trotz eines verregneten Samstags immerhin noch 850.000 Menschen aufs Oktoberfest. Knapp eine Million Mass Bier und neun Ochsen werden verzehrt.
11. 7 1896 - Im Panoptikum werden erstmals lebende Bilder gezeigt
München-Hackenviertel * In der bayerischen Haupt- und Residenzstadt werden erstmals „lebende Bilder“ gezeigt. Die Aufführung findet - „unter lebhafter Anteilnahme des Münchner Publikums“ - in Carl Gabriels und Emil Eduard Hammers Panoptikum statt. Der Vorführapparat wird mit Theaterkulissen umspannt und dann „drauflos gekurbelt“. Die Vorführungen richtet Carl Gabriel nach französischem Vorbild ein.
Das ganze Programm ist circa 100 Meter lang und läuft innerhalb von einer Viertelstunde ab. Drei bis fünf kleine Filme werden gezeigt:
- Ein heranbrausener Eisenbahnzug,
- Eine Schlangendomteuse,
- Ein Kettensprenger und
- Das Aufziehen der Hauptwache.
Schon einer der ersten Filme verursacht einen Skandal. Er heißt „Endlich allein“ und zeigt ein Brautpaar am Hochzeitstag. Die Schlussszene wird umgehend zensiert.
21. 9 1985 - Manfred Schauer übernimmt den Schichtl
München-Theresienwiese • Manfred Schauer übernimmt den Schichtl auf dem Oktoberfest.
26. 9 1911 - Die Berufsfeuerwehr wird Automobilisiert
München * Der Münchner Magistrat beschließt die Automobilisierung der Berufsfeuerwehr.
Nach dem 4. 8 1914 - Die Münchner Berufsfeuerwehr zieht in den Krieg
München * Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ziehen 90 Münchner Berufsfeuerwehrmänner auf die Schlachtfelder. Zur Aufrechterhaltung des Löschwesens werden jetzt die noch nicht eingezogenen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr herangezogen.
1899 - „Echte“ Sioux-Indianer im Handels-Panoptikum
München-Hackenviertel * Emil Eduard Hammer und sein Geschäftsfreund Carl Gabriel inszenieren im „Internationale Handels-Panoptikum“ an der Ecke Neuhauser Straße / Färbergraben eine umjubelte Sioux-Schau mit „echten“ Indianern.
Sommer 1902 - Im Internationalen Handels-Panoptikum bricht ein Brand aus
München-Hackenviertel * Im Internationalen Handels-Panoptikum in der Neuhauser Straße 1 bricht im 4. Stock ein Brand aus. Die städtische Feuerwehr schließt daraufhin seine Pforten.
1. 10 1920 - Das Rettungswesen geht auf die Berufsfeuerwehr über
München * Das Rettungswesen, das von der Münchner Freiwilligen Rettungsgesellschaft und der Freiwilligen Sanitätskolonne des Roten Kreuzes betrieben wurde, geht jetzt auf die Berufsfeuerwehr über.
13. 9 1803 - Das Augustiner-Kloster wird säkularisiert
München-Kreuzviertel * Durch ein kurfürstliches Reskript wird das Augustiner-Kloster säkularisiert.
11. 7 1904 - Die Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr ist bezugsfertig
München-Angerviertel * Die Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr an der Blumenstraße 34 ist bezugsfertig.
Um den 16. 5 1705 - Der Kurfürstin wird die Rückkehr nach Baiern verweigert
Venedig - München * Die kaiserliche Seite verweigert Kurfürstin Therese Kunigunde die Rückkehr aus Italien nach Baiern. Damit kann sie ihre im Ilbesheimer Vertrag von 1704 zugesicherte Regierungsgewalt über das Rentamt München nicht mehr ausüben.
Ihre Kinder bleiben in München zurück. Aus der vorübergehend geplanten Reise zur Begegnung mit ihrer Mutter wird ein langjähriges Exil.
Um den 1. 12 1705 - De Wendt verstärkt sein Korps
München * Oberst Freiherr Johann Baptist de Wendt verfügt inzwischen über rund 1.300 Soldaten, darunter etwa 400 Reiter. Mit diesem beweglichen und militärisch erfahrenen Verband kann die Kaiserliche Administration rasch gegen die nur unzureichend ausgebildeten und bewaffneten Aufständischen vorgehen.
De Wendts Korps wird damit zu einem der wichtigsten Instrumente bei der militärischen Bekämpfung der baierischen Volkserhebung.
12. 12 1705 - Die Administration bedroht auch die Familien der Aufständischen
München * Die Kaiserliche Administration erlässt ein Abmahnungsmandat gegen die Aufstandsbewegung. Es droht nicht nur den Aufständischen selbst, sondern auch ihren Familien mit staatlichen Strafen. Selbst Angehörige, die nicht persönlich an der Erhebung beteiligt sind, sollen damit für das Verhalten ihrer Verwandten haftbar gemacht werden.
Durch diese Form der Kollektivhaftung versucht die Verwaltung, die Bevölkerung einzuschüchtern, den Aufständischen jede Unterstützung zu entziehen und ihre Bewegung gesellschaftlich zu isolieren. Am 19. Dezember werden die Drohungen in einem weiteren Mandat noch erheblich verschärft.
18. 1 1715 - Die letzten kaiserlichen Truppen verlassen München
München * Die letzten kaiserlichen Besatzungstruppen ziehen aus der bayerischen Haupt- und Residenzstadt ab. Damit endet die militärische Besetzung Münchens nach dem Spanischen Erbfolgekrieg. Kurfürst Max Emanuel kehrt erst später im Jahr 1715 zurück.
18. 10 1590 - Der Alchemist Marco Bragadino trifft in München ein
München-Kreuzviertel * Der Alchemist Marco Bragadino trifft in München ein. Vermutlich wohnt der Goldmacher mit seinem Gefolge wie sein Auftraggeber in der Wilhelminischen Veste, der heutigen Herzog-Max-Burg. Dadurch kann der Herzog viele Stunden mit seinem neuen Günstling verbringen, ohne dass dies großes Aufsehen erregt.
19. 12 1705 - Die kaiserliche Verwaltung droht mit kollektiver Bestrafung
München * Die kaiserliche Administration fordert die Aufständischen zur Niederlegung ihrer Waffen und zur Anzeige ihrer Anführer auf.
Wer weiter bewaffnet Widerstand leistet, muss mit Hinrichtung und dem Verlust seines Besitzes rechnen. Auch die Zerstörung von Dörfern, Höfen und Häusern wird angedroht. Die Drohungen richten sich ausdrücklich gegen Angehörige der Aufständischen. Selbst eine unter Zwang erfolgte Teilnahme soll nicht als Entschuldigung gelten.
Das Mandat soll die Bevölkerung einschüchtern und den Aufstand von seiner Unterstützung in den Gemeinden abschneiden.
Um den 10. 12 1705 - Gerüchte über eine Verschleppung der Kurprinzen
München * In der Stadt verbreitet sich zunehmend das Gerücht, die in der Residenz lebenden Söhne des im Exil befindlichen Kurfürsten Max Emanuel sollten nach Österreich gebracht werden. Ein unmittelbar bevorstehender Abtransport lässt sich nicht belegen; Überlegungen zu einer Verlegung der Prinzen hat es innerhalb der Kaiserlichen Administration jedoch bereits gegeben.
Die Nachricht verstärkt die Angst vor einem endgültigen Ende der wittelsbachischen Herrschaft. Die Aufstandsführung greift das Gerücht auf und nutzt es in den folgenden Tagen, um weitere Unterstützer für den geplanten Marsch auf München zu gewinnen.
25. 5 1705 - Eine neue Kriegssteuer verschärft die Not
München - Baiern * Aus Geldnot erhebt die Kaiserliche Administration eine weitere außerordentliche Kriegssteuer. Sie kommt zu einer bereits von jedem Hof geforderten Kriegsanleihe von 43 Gulden hinzu und muss innerhalb von acht Tagen entrichtet werden.
Obwohl viele Untertanen durch Einquartierungen, Truppendurchzüge und frühere Abgaben bereits weitgehend ausgezehrt sind, wird die Zahlung vielfach mit Gewalt eingetrieben. Missbrauch und überhöhte Forderungen örtlicher Amtsträger können die Belastung zusätzlich verschärfen. Die wachsende Steuerlast verstärkt die Unzufriedenheit mit der kaiserlichen Herrschaft.
10. 3 1894 - Das Internationale Handels-Panoptikum wird eröffnet
München-Hackenviertel * Der Schausteller Carl Gabriel eröffnet gemeinsam mit dem Wachsplastiker Emil Eduard Hammer im ehemaligen Vogl'schen Kaufhaus in der Neuhauser Straße 1/Ecke Färbergraben das „I. Internationale Handels-Panoptikum“. Es ist das größte und bedeutendste Panoptikum Münchens und wird als „ein Bedürfnis der werdenden Großstadt“ bezeichnet.
Es gibt rund 2.000 Exponate zu betrachten, davon etwa 500 Wachsfiguren und Wachspräparate. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfennig, Kinder und Soldaten zahlen die Hälfte. Das Panoptikum ist täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet.
Als besondere Attraktion befindet sich in der dritten Etage das Anatomische Museum und ein Extrakabinett mit über 600 Exponaten. Das Extrakabinett dürfen nur Personen über 18 Jahren betreten. Personen beiderlei Geschlechts ist die gemeinsame Besichtigung polizeilich verboten. Am Dienstag und Freitag ist die Anatomische Abteilung ab 14 Uhr nur für Damen geöffnet.
Im Keller befindet sich die Inquisitionsabteilung mit einer Sammlung von Folterwerkzeugen, deren Anwendung an lebensgroßen Wachsfiguren dargestellt werden. In der angeschlossenen Verbrecher-Galerie werden hauptsächlich zeitgenössische Massenmörder als Wachsimitate gezeigt.
20. 10 1803 - Altäre und Gerätschaften der Augustiner-Kirche werden versteigert
München-Kreuzviertel * Die Altäre und Gerätschaften der Augustiner-Kirche werden öffentlich versteigert.
1. 10 1803 - Aufhebung des Zentralklosters der Augustiner
München-Kreuzviertel * Die Aufhebung des Zentralklosters der Augustiner wird vollzogen. Bis auf drei alte Patres übernimmt nun auch der Rest des Konvents seelsorgerische Aufgaben außerhalb des Ordens.
Die Insassen des Augustiner-Klosters sollen umgehend die Gebäude verlassen. Weil die Augustiner in kein Aussterbekloster gebracht werden sondern Anstellungen als Weltgeistliche annehmen, müssen sie in der Stadt eine Unterkunft suchen. Dadurch verzögert sich die Räumung des Klosters bis Anfang November. Die Kirche wird in der Folge zur Mauthalle, zum Zollamt, umgebaut. Die dazu notwendigen Arbeiten werden umgehend begonnen.
Das heimatlose Augustiner Christkindl findet Obhut bei den Barmherzigen Schwestern der heiligen Elisabeth, die die Tradition der weihnachtlichen Verehrung des Gnadenbildes in ihrer Spitalkirche an der heutigen Mathildenstraße fortsetzen.
Um den 2. 10 1705 - Die Zwangsaushebungen treiben das Land zum Widerstand
München - Baiern * Da sich zahlreiche junge Männer der Einberufung durch Flucht oder Verstecken entziehen, verschärft die Kaiserliche Administration ihre Rekrutierungspolitik. Verwaltungsbeamte und militärische Kommandos erhalten den Auftrag, wehrfähige Männer aufzuspüren und zur Auffüllung der kaiserlichen Regimenter einzuziehen.
Bauernsöhne und Knechte werden bei der Arbeit oder in ihren Häusern festgenommen und teilweise gefesselt abtransportiert. Dadurch verlieren viele Höfe dringend benötigte Arbeitskräfte. Die gewaltsamen Aushebungen verschärfen die Not und den Unmut der Landbevölkerung. Aus Beschwerden und passiver Verweigerung entwickelt sich zunehmend offener Widerstand – eine entscheidende Voraussetzung für die wenige Wochen später beginnende baierische Volkserhebung.
28. 12 1705 - Gnadenzusage für fast alle Aufständischen
München * Die kaiserliche Administration sagt den Teilnehmern des Aufstands Gnade zu. Ausgenommen bleiben die als „Rädelsführer“ bezeichneten Anführer, gegen die die Verfolgung fortgesetzt wird. Die Zusage soll die übrigen Beteiligten zur Aufgabe des Widerstands bewegen.
9. 9 1705 - Jeder dritte Mann der Landfahnen soll einrücken
München - Baiern * Die Kaiserliche Administration verschärft die Zwangsrekrutierungen: Jeder dritte Mann der baierischen Landfahnen soll zum Militärdienst eingezogen werden. Diese örtlichen Aufgebote sind ursprünglich zur Verteidigung des eigenen Landes aufgestellt worden und nicht für den Einsatz in der kaiserlichen Armee vorgesehen.
Die Anordnung greift tief in das Leben der Landbevölkerung ein und verstärkt den Widerstand gegen das Besatzungsregime. Viele der betroffenen Männer entziehen sich der Einberufung durch Flucht oder schließen sich später dem Aufstand an.
28. 11 1705 - Die Administration stellt ein Ende der Zwangsrekrutierungen in Aussicht
München * Auf Drängen der Landschaftsverordnung, der ständigen Vertretung der baierischen Landstände, sagt die Kaiserliche Administration zu, die Zwangsrekrutierungen einzustellen. Die Landschaftsverordnung distanziert sich zwar ausdrücklich vom Aufstand der Bauern, erkennt deren Beschwerden über Abgaben, Einquartierungen und gewaltsame Aushebungen jedoch als berechtigt an.
Gegenüber dem Kaiser beklagt sie das seit Langem auf dem Land lastende Elend und wirbt für eine Verständigung zwischen der Obrigkeit und den Aufständischen. Die Zusage beruhigt die Lage allerdings nicht: Die Rekrutierungen enden vorerst nicht vollständig, und der bewaffnete Aufstand breitet sich weiter aus.
16. 1 1706 - Löwenstein meldet die Niederschlagung des Aufstands
München - Wien * Der kaiserliche Landesadministrator Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort berichtet Kaiser Joseph I. über die Niederschlagung des baierischen Aufstands. Bei Sendling und Aidenbach, bei der Rückeroberung von Kelheim und Vilshofen sowie in weiteren Kämpfen seien nach seiner Darstellung „gegen 10.000 Mann massakriert worden“. Die Aufständischen hätten nun kein kampffähiges Heer mehr.
Die Zahl von 10.000 ist Löwensteins Angabe, keine gesicherte Zahl der Getöteten. Das Wort „massakriert“ stammt aus seinem Bericht und macht deutlich, wie er selbst die Gewalt beschreibt.
19. 9 1959 - Rudolf Mrkva übernimmt die Ochsenbraterei
München-Theresienwiese * Rudolf Mrkva übernimmt die Ochsenbraterei. Damit verbunden ist die Tradition, den Namen des schmorenden Ochsen und das Gewicht auf einer Tafel neben dem Bratapparat zu vermerken.
12. 12 1705 - De Wendt wird Stadtkommandant von München
Wasserburg - Burghausen - München * Die Kaiserliche Administration verstärkt die Besatzung Wasserburgs auf rund 1.700 Mann und überträgt Generalwachtmeister Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum den Oberbefehl. Mit den bisherigen Operationen des Obersten Johann Baptist de Wendt gegen die Aufständischen im Raum Burghausen ist die Verwaltung unzufrieden.
De Wendt wird deshalb nach München zurückbeordert und zum Stadtkommandanten ernannt. Wenige Tage später übernimmt er eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Hauptstadt gegen die anrückenden Oberländer.
21. 9 1935 - Das 125. Jubiläum des Oktoberfestes
München-Theresienwiese • Das 125. Jubiläum des Oktoberfestes stellen die Nationalsozialisten unter das Motto: „Stolze Stadt - Fröhliches Land“.
30. 9 1803 - Die Augustiner-Klosterkirche wird gesperrt
München-Kreuzviertel * Die Augustiner-Klosterkirche wird gesperrt. Die Klosterinsassen müssen das Kloster am nächsten Tag räumen.
21. 9 2002 - Die Galerie des Hacker-Festzeltes wird komplett erneuert
München-Theresienwiese • Die Galerie des Hacker-Festzeltes wird komplett erneuert und die Wände liebevoll ausgemalt.
23. 9 2018 - Das Sturmtief Fabienne schlägt zu
München-Theresienwiese • Am Nachmittag schlägt das Sturmtief Fabienne zu. Der orkanartige Sturm hält die Wiesn-Besucher in Trab. Den Zaun an der Oidn Wiesn hat der Wind auf hundert Meter umgeschmissen. Über die Lautsprecheranlage werden die Besucher vor eventuell umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Gebäudeteilen gewarnt. Die Festleitung empfiehlt um 20:57 Uhr den Außenbereich ganz zu meiden.
7. 6 1927 - Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Photoatelier“
München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Photoatelier“ im Apollo-Theater in der Dachauer Straße 19. Das Stück wird 348 Mal gespielt.
13. 10 1559 - Die ersten zwei Jesuitenpater kommen in München an
München - Au * Die ersten zwei Jesuitenpater treffen in München ein, um hier im Auftrag von Herzog Albrecht V. eine Schule zu eröffnen. Sie bewohnen zunächst einen Teil des Augustinerklosters.
Albrecht V. möchte den Jesuiten die Mönchsunterkunft ganz überlassen und die drei verbliebenen Augustinermönche in ein neues Kloster in der Au umsiedeln. Doch Papst Pius IV. untersagt dem Herzog in einer päpstlichen Bulle die Vertreibung der Augustiner außerhalb der Münchner Stadtmauern. So muss alles beim Alten bleiben, weshalb die Jesuiten - ab dem Jahr 1591 - ein eigenes, durch Herzog Wilhelm V. erbautes, repräsentatives Kloster bekommen werden.
Aber die Idee eines Klosters in der Au war geboren.
8. 10 2012 - Das Fazit der Wiesn 2012
München-Theresienwiese * Das Fazit der Wiesn 2012:
- 6,4 Millionen Wiesn-Besucher trinken 6,9 Millionen Mass Bier.
- Hinter 439 angezeigten Raufereien verbergen sich auch 66 Masskrugschlägereien.
- Das Rote Kreuz versorgt insgesamt 8.159 Patienten im Servicezentrum direkt auf der Wiesn.
- Hauptsächlich sind dies Kreislauf- und Herzbeschwerden, verstauchte Füße, Schnittwunden und unzählige Filmrisse.
- Bei 739 Patienten müssen die Ärzte eine Alkoholvergiftung diagnostizieren, die dann in umlegenden Krankenhäuser behandelt werden. Dazu sind 1.318 Transporte notwendig. Ein Drittel der ausländischen Patienten zahlt seine Rechnung nicht.
4. 10 2009 - Die Wiesnbesucher verspeisen 111 Ochsen in der Ochsenbraterei
München-Theresienwiese * Die Wiesnbesucher verspeisen 111 Ochsen in der Ochsenbraterei.
17. 12 1960 - Flugzeugabsturz an der Paulskirche
München-Ludwigsvorstadt * 52 Menschen sterben, nachdem eine amerikanische Militärmaschine die Turmspitze der Paulskirche nahe der Theresienwiese streift und an der Kreuzung Bayer-/Martin-Greif-Straße auf eine Straßenbahn fällt.
27. 9 1980 - So, als sei nichts gewesen
München-Theresienwiese * Am Tag nach dem Wiesn-Attentat öffnet das Oktoberfest ganz normal seine Pforten, so, als sei nichts gewesen. Die Kapellen spielen auf, die Fahrgeschäfte drehen sich. Nur ein paar Blumen erinnern an das Grauen, das am Vorabend über die Wiesnbummler hereingebrochen war.
26. 4 1880 - Die Bauarbeiten für das „Münchener Aquarium“ beginnen
München-Hackenviertel * Die Bauarbeiten für das „Münchener Aquarium“ am Färbergraben 24 beginnen. Johann Baptist Gassner hat dafür das Schäffler-Strobel‘sche Haus gekauft, es abbrechen und einen „Kolossalbau“ von drei Stockwerken an dessen Stelle zum Zwecke der Unterbringung seiner Kunstsammlungen und der Aquarien errichten lassen. Nach einem guten Jahr ist das Etablissement fertiggestellt. Selbst die Straße wurde durch eine neue Pflasterung aufgewertet.
27. 9 1980 - Der politisch rechts orientierten Gundolf Köhler war der Attentäter
Theresienwiese - Kreuzviertel * Die Sonderkommission Theresienwiese identifiziert den 21-jährigen, politisch rechtsorientierten Geologiestudenten Gundolf Köhler als Attentäter. Er ist eines der dreizehn Todesopfer.
Zeugen haben ihn unmittelbar vor der Explosion am Tatort gesehen. Die Verletzungsmerkmale an Köhlers Leiche untermaueren die Aussagen der Zeugen und lassen keinen Zweifel an einer Täterschaft Köhlers.
3. 10 1994 - Das Oktoberfest endet nach 17 Tagen
München-Ludwigsvorstadt * Weil der Tag der Deutschen Einheit auf einen Montag fällt, wird das Oktoberfest um einen Tag verlängert. Die Wiesn endet damit am Feiertag und dauert insgesamt 17 statt der üblichen 16 Tage.
18. 10 1848 - Plünderung und Verwüstung der Pschorrbrauerei
München-Hackenviertel * Die Aufständischen verwüsten Pschorrs Wirtshaus, die Brauerei und den Fuhrpark. Während aus geöffneten Fässern Freibier fließt, dringen kleinere Gruppen in die oberen Stockwerke ein und plündern die Privatwohnung des über München hinaus bekannten Brauers.
Aus acht aufgerissenen Fenstern werfen sie Geschäftsbücher, Schmuck, Bilder und nahezu den gesamten biedermeierlichen Hausrat auf die Straße: eine Wiege, eine Standuhr, Tische, Stühle, ein Kanapee, einen Flügel, Bücher und Bettzeug. Auf der Straße kommt es zu Kämpfen um das Plündergut. Alles, was sich noch verwenden oder verkaufen lässt, wird fortgetragen. Etwa eine Stunde lang können die Plünderer nahezu ungehindert vorgehen. Auf der zeitgenössischen Darstellung ist die Familie Pschorr nicht zu sehen. Sie versteckt sich noch vor dem ersten Ansturm unter einer Treppe und entgeht so den Angreifern.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, nahe dem Karlstor, steht währenddessen Leutnant Moritz Freyschlag mit 25 bewaffneten Liniensoldaten. Die Einheit greift nicht ein. Der Offizier erklärt später, es sei „kein anderweitiger Befehl vorhanden“ gewesen. Ähnlich zurückhaltend verhalten sich die fünf in München stationierten Linienregimenter sowie Tausende Angehörige der Bürgerwehr und der Freikorps. Auch sie erhalten nach eigener Aussage „keinerlei diesbezügliche Befehle“.
Erst eine entschlossen vorrückende Einheit der Landwehr beendet die Plünderung. Dabei widersetzt sich ein Schuhmachergeselle gewaltsam dem Eingreifen der Soldaten. Ein Kopfschuss trifft ihn tödlich; er stirbt noch am Ort des Geschehens.
Pschorr beziffert den entstandenen Schaden auf 23.000 Gulden. Nach einer groben Kaufkraftschätzung entspricht dies heute einem Betrag von mehr als einer halben Million Euro. Infolge der schweren Verwüstungen verliert die Pschorrbrauerei ihre führende Stellung unter den Münchner Brauereien.
7. 10 2012 - Der letzte Tag des Oktoberfestes 2012
München-Theresienwiese * Der letzte Tag des Oktoberfestes. Wieder ein neuer Rekord?
Seit 22. 9 1985 - Am ersten Wiesnsonntag findet in der Bräurosl der Gay Sunday statt
München-Theresienwiese • Am ersten Wiesnsonntag findet in der Bräurosl unter dem Motto: „Bayerisch feiern - International schnacksln“ der Gay Sunday statt.
22. 9 1979 - Oberbürgermeister Erich Kiesl ruft „I‘zapft os!“
München-Theresienwiese • Bei Oberbürgermeister Erich Kiesl klappt es dieses Mal zwar mit dem Anzapfen. Dafür blamiert er sich dann mit seinem Ausruf: „I‘zapft os!“.
22. 9 1956 - Willy Heide übernimmt das Pschorr-Bräurösl-Festzelt
München-Theresienwiese • Willy Heide übernimmt das Pschorr-Bräurösl-Festzelt.
18. 9 2004 - Die Pschorr-Bräurosl bekommt einen neue Festhalle
München-Theresienwiese * Die Pschorr-Bräurosl bekommt einen neue Festhalle. 80 Meter lang und 60 Meter breit ist das Zelt. 300 Kubikmeter Holz 100 Tonnen Stahl stecken in dem Festzelt, 6.000 qm Stoffplanen in der Dekoration.
21. 9 1985 - Das Tourismusamt legt die Schreibweise „Wiesn“ ohne Apostroph fest
München-Theresienwiese • Das Tourismusamt legt die Schreibweise „Wiesn“ ohne Apostroph fest. Einzig die Firma Käfer zeigt sich beratungsresistent und schreibt ihre „Käfer Wies'n-Schänke“ bis zum heutigen Tag noch mit Apostroph.
18. 10 1848 - Das Gerücht von drei getöteten Soldaten
München * Am Nachmittag des 18. Oktober 1848 verbreitet sich das Gerücht, Bräuknechte der Pschorrbrauerei in der Neuhauser Gasse hätten drei Soldaten erschlagen. Ob die Meldung zutrifft, ist zu diesem Zeitpunkt unklar. Dennoch heizt sie die Stimmung weiter an. Aus allen Richtungen strömen Menschen zum Pschorrschen Bräuhaus in der Neuhauser Straße.
3. 10 2000 - Das Oktoberfest dauert erstmals 18 Tage
München-Ludwigsvorstadt * Erstmals wird das Oktoberfest um zwei Tage bis zum Tag der Deutschen Einheit verlängert, der auf einen Dienstag fällt. Die Wiesn endet damit nach 18 statt der üblichen 16 Tage.
20. 9 1958 - Die Armbrustschützengilde richtet die Deutschen Meisterschaften aus
München-Theresienwiese- Lochhausen * Die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl richtet im Auftrag des Bayerischen Sportschützenbundes und des Deutschen Sportschützenbundes die Deutschen Meisterschaften aus. Die Scheibenschießwettbewerbe finden auf der Wiesn, die Adler- und Sternwettbewerbe in der Vogelanlage des Winzerer Fähndls in Lochhausen statt.
12. 6 1895 - Der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz wird eingeweiht
München-Maxvorstadt * Der vom Bildhauer Adolf von Hildebrand entworfene Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz wird eingeweiht.
21. 5 1881 - „Das Münchener Aquarium“, Münchens erstes Panoptikum, wird eröffnet
München-Hackenviertel * Mit dem „Münchener Aquarium“ öffnet das erste stationäre „Panoptikum“ Münchens. Das Etablissement befindet sich am Färbergraben 24 und wird von Johann Baptist Gassner geführt.
Vom Vestibül führen Treppen in die einzelnen Sammlungen. Die namengebende Attraktion - das Aquarium - befindet sich im Untergeschoss des Anwesens. Der Raum ist als Tropfstein-Grotte gestaltet und kühl, „wie wenn man zur Sommerzeit in des Tannenwaldes Schatten tritt“. Im Vorderteil befinden sich die Süßwasserbecken, im Mittelbau folgen die Meerwasser-Aquarien.
Im Kontrast zum Unterwassererlebnis des Aquariums bietet dem Besucher der Ausstellungssaal im Erdgeschoss ein ganz anderes Ambiente. Der Saal ist salonartig mit Kronleuchtern eingerichtet. An der Wand entlang und zwischen den Fenstern sind Affen- und Vogelkäfige aufgestellt, die jeder für sich in Architektur und Dekoration ein separates Schauereignis bieten. In einem mit Maschendraht verkleideten Rundtempel sind auf einem dekorativen blätterlosen Baum exotische Vögel zu besichtigen.
Im großen Saal im ersten Obergeschoss sind „raffinierte und spektakuläre Produkte menschlicher Kunstfertigkeit“ untergebracht. Das Angebot reicht von alten chinesischen Skulpturen, historischen Waffen, ausgestopften Tieren, Spieluhren bis hin zu mechanischen und automatischen Maschinen. Eine besondere Attraktion ist ein Telefon, das in Zeitungsinseraten von J. B. Gassner extra beworben wird. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist ein elektrisches Harmonium, das verschiedene, über den Raum verteilte Instrumente und Geräuschquellen in Gang setzen kann. Gassner will damit „Eine Reise um die Welt“ inszenieren. Und gefühlt dann noch Hunderte andere Ausstellungsstücke, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann.
In der zweiten Etage befindet sich zur Unterhaltung und zum Zeitvertreib das Panoptikum. Neben anderen Ausstellungsstücken wie den Zauberspiegeln, sind hier humorvolle, aber auch märchenhafte Szenen mit Wachsfiguren aufgebaut. So beispielsweise das „Rotkäppchen und der böse Wolf“, „Drei Polizeiwidrige Gestalten“ oder „Die Klatschweiber“. Hier sind zwei Frauen wegen „Klatschereien“ in eine Geige gelegt worden. Damit sie sich gegenseitig nicht kratzen konnten, werden ihre Hände in besondere Löcher gesteckt und mit einem Schloss versperrt. Zum Abschluss gibt es noch eine Sammlung von „Totenmasken berühmter Persönlichkeiten“ zu sehen. Das Angebot reicht von Napoleon I. bis Martin Luther, von Isaac Newton bis Ludwig van Beethoven.
Im Erdgeschoss ist das Restaurant untergebracht, in dem man „noch ein Stündchen in trautem Gespräch bei einem Glas Spatenbier das Gesehene am Geistesauge vorbeiziehen lassen.“ Hier befindet sich auch der Ausgang. Zurück in die Sammlung ist nicht mehr möglich.
22. 9 1956 - Wiggerl Hagn startet als Gehilfe seiner Mutter im Schützenzelt
München-Theresienwiese • Ludwig Wiggerl Hagn startet als Gehilfe seiner Mutter, die Wirtin vom Schützenzelt, im Alter von 17 Jahren seine Wiesn-Karriere.
4. 11 1883 - „Das Aquarium“ am Färbergraben schließt seine Pforten
München-Hackenviertel * Das „Münchener Aquarium“ muss unwiderruflich geschlossen werden.
Ab 17. 9 1910 - Eine Völkerschau aus Samoa als Hauptattraktion auf der Jubiläums-Wiesn
München-Theresienwiese * Die dritte Völkerschau aus Samoa ist die Hauptattraktion auf dem Jubiläums-Oktoberfest. Unter der Führung des Schaustellers Carl Gabriel besucht Prinzregent Luitpold die Ausstellung. Prinz Ludwig überreicht dem „Samoanerhäuptling Tamsese einen wertvollen Ring zum Geschenk, wofür der Fürst dem Prinzen schriftlich in samoanischer Sprache seinen Dank zum Ausdruck brachte“.
4. 3 1882 - Das „Münchener Aquarium“ wird ausgeräuchert
München-Hackenviertel * Nach der vollständigen Räumung des „Münchener Aquariums“ von lebendem Inventar wird eine Ausräuchung vorgenommen.
Die Schließung des Ausstellungsgebäudes stützt sich auf ein Sachverständigen-Gutachten, wonach der Biss der Brillenschlange in höchstem Grade gefährlich sei und das entkommene Exemplar sich aller wahrscheinlich noch in den Räumen des Etablissements versteckt halte.
16. 5 1705 - München gerät unter kaiserliche Besatzung und Verwaltung
München * Kaiserliche Truppen ziehen vor München auf und drohen mit Beschuss. Die Stadt gibt nach und lässt die Besatzung ein. Mit dem zugehörigen Rentamt fällt damit auch der letzte der Kurfürstin verbliebene Herrschaftsbereich unter unmittelbare kaiserliche Kontrolle. Als Rechtfertigung dient unter anderem der Vorwurf, die im Ilbesheimer Vertrag vereinbarten Abrüstungsmaßnahmen würden nicht ausreichend umgesetzt.
Die Kaiserliche Administration unter Reichsgraf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort übernimmt die zivile Verwaltung. Sie verlegt ihren Sitz anschließend von Landshut in die Münchner Herzog-Max-Burg. Von dort aus organisiert sie die Landesverwaltung und die Erhebung von Abgaben.
5. 10 2015 - 26 Sexualdelikte wurden angezeigt, darunter zwei Vergewaltigungen
München-Theresienwiese * 26 Sexualdelikte wurden während des Oktoberfestes angezeigt, darunter zwei Vergewaltigungen, zwei versuchte Vergewaltigungen, sowie exhibitionistische Handlungen und Beleidigungen auf sexueller Basis, wie etwa Grapschen. Sicherlich gibt es eine Dunkelziffer, da viele Frauen aus Scham oder falschen Schuldgefühlen auf eine Anzeige verzichten. Gerade Touristinnen zeigen sexuelle Übergriffe nicht an, sondern wollen einfach vergessen und heimfahren.
Auf dem Oktoberfest kümmern sich verschiedene Hilfsorganisationen, die sich in dem Projekt Sichere Wiesn zusammen geschlossen haben, um sich der Opfer von sexueller Gewalt anzunehmen.
Ab 2. 10 1921 - Franz Halmanseger, der Rekommandeur vor dem Hippodrom
München-Theresienwiese * Franz Halmanseger, Dienstmann am Münchner Hauptbahnhof, spielt bis zu seinem Tod im Jahr 1962 den Rekommandeur - heute würde man sagen Animateur vor dem Hippodrom.
Er ist die Personifikation des Herrenreiters. Im roten Rock, weißen Breeches, schwarzen Stiefeln und gebürstetem Zylinder, die Chrysantheme im Knopfloch, das Monokel am Auge, das Gesicht blasiert erstarrt, wippt er elegant mit seiner Reitpeitsche und deutete mit kaum merklichem Schulterzucken und Kniefedern den Rhythmus von Trab und Galopp an.
25. 9 1993 - In der Fischer-Vroni wird der Prosecco-Montag abgehalten
München-Theresienwiese * In der Fischer-Vroni wird am zweiten Wiesn-Montag der „Prosecco-Montag“ abgehalten. Wolfgang Rachel, der Inhaber der Prosecco-Bar in der Theklastraße, hat den Event ins Leben gerufen. Er reserviert im ersten Jahr vier Tische für seine schwulen Stammgäste. Inzwischen gehört den Homosexuellen am zweiten Wiesn-Montag das ganze Fischer-Vroni-Zelt.
17. 9 2011 - Wiggerl Hagn kann sein 50-jähriges Wiesnjubiläum feiern
München-Theresienwiese * Ludwig Wiggerl Hagn kann sein 50-jähriges Wiesnjubiläum feiern. Er ist damit der dienstälteste Wiesnwirt.
22. 9 2018 - Oberbürgermeister Reiter zapft mit zwei Schlägen im Schottenhamel an
München-Theresienwiese • Oberbürgermeister Dieter Reiter zapft souverän mit zwei Schlägen das erste Wiesn-Fass in der Schottenhamel-Festhalle an. Danach ertönt sein Ruf: „Ozapft is!“. Den üblichen Zusatz: „Auf eine friedliche Wiesn!“ vergisst er. Die erste Wiesn-Mass erhält der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder.
7. 3 1882 - Die Brillenschlange im „Münchner Aquarium“ ist tot
München-Hackenviertel * Das im „Münchener Aquarium“ entwichene Gift-Reptil wird in dem Raum, in dem sich auch sein Terrarium befindet, tot aufgefunden. Professor Dr. Max von Pettenkofer bestätigt, dass die Schlange bis zur Ausräucherung mit Schwefeldämpfen noch am Leben war.
Die Aufregung über das Malheur und die vorübergehende Schließung des Panoptikum-Gebäudes bedeuten für das Unternehmen einen schweren Vertrauensverlust, weshalb das Publikum mit Zurückhaltung reagiert.
J. B. Gassner ermäßigt daraufhin den für Erwachsene bei einer Mark, für Kinder und Militär bei 50 Pfennig und Abonnenten bei 30 Pfennig liegenden Eintritt, und inseriert in den Zeitungen, dass die wiedergefundene tote Brillenschlange als die „teuerste Schlange der Welt“ ausgestellt wird. Es hilft alles nichts.
18. 9 2010 - Alle Wiesn-Zelte haben Bändchen für die Reservierungs-Gäste
München-Theresienwiese * Praktisch alle großen Wiesn-Zelte haben mittlerweile Bändchen für die Reservierungs-Gäste. Und die „Super-Sonder-VIP-Gäste“ werden in streng geheime Rituale eingeweiht, einen Button am Hemd, ein geheimes Passwort, und die Türsteher wissen, mit wem sie es zu tun haben.
18. 2 1882 - Der Niedergang des „Münchener Aquariums“ beginnt
18. Februar 1882:
München-Hackenviertel * Der Niedergang des „Münchener Aquariums“ beginnt, als bei der Polizeidirektion Anzeige erstattet wird, dass seit geraumer Zeit eine Brillenschlange aus ihrem Terrarium entwichen sei. Die Polizeibehörde lässt das Gebäude umgehend schließen und ordnet die Räumung und Durchsuchung des Hauses an.
21. 9 1963 - Thomas Wimmer zapft letztmals das erste Wiesn-Fass an
München-Theresienwiese * Thomas Wimmer zapft letztmals das erste Wiesn-Fass im Schottenhamel-Festzelt an, obwohl Hans-Jochen Vogel schon im Jahr 1960 zum Oberbürgermeister gewählt worden ist.
17. 9 2011 - Der Turm der Augustiner-Festhalle wird auf 30 Meter aufgestockt
München-Theresienwiese * Der Turm der Augustiner-Festhalle wird um weitere fünf Meter auf 30 Meter Höhe aufgestockt.
19. 9 1970 - Günter Steinberg betreibt das Wienerwald-Zelt auf dem Oktoberfest
München-Theresienwiese * Günter Steinberg betreibt das 430 Plätze fassende Wienerwald-Zelt auf dem Oktoberfest.
Ab dem 22. 9 1979 - 36 Ochsen drehen sich am Spieß der Ochsenbraterei
München-Theresienwiese • 36 Ochsen drehen sich am Spieß der Ochsenbraterei.
21. 9 1991 - Die Mass Wiesn-Bier kostet stattliche 8,55 DMark
München-Theresienwiese • Die Mass Wiesn-Bier kostet stattliche 8,55 DMark.
25. 9 1915 - Das Oktoberfest fällt kriegsbedingt aus
München-Theresienwiese * Eigentlich müsste das Oktoberfest beginnen. Es fällt diese Jahr aber erneut kriegsbedingt aus.
1. 10 1865 - König Ludwig II. besucht das Münchner Oktoberfest
München-Theresienwiese * König Ludwig II. besucht das Münchner Oktoberfest in Begleitung seines Bruders Prinz Otto.
19. 9 1964 - Vom Anzapfen des ersten Wiesn-Fasses im Schottenhamel-Festzelt
München-Theresienwiese * Obwohl Hans-Jochen Vogel schon im Jahr 1960 zum Oberbürgermeister gewählt worden war, überlässt er das Anzapfen des ersten Wiesn-Fasses im Schottenhamel-Festzelt noch bis 1963 seinem Vorgänger Thomas Wimmer. Erst im September 1964 kommt er auch diesen Pflichten nach.
17. 9 2011 - Zwei Frauen führen die Ochsenbraterei
München-Theresienwiese * Antje Schneider ist - gemeinsam mit ihrer Mutter Anneliese Haberl - Chefin der Ochsenbraterei, nachdem ihr Vater Hermann Haberl im Februar 2011 verstorben ist.
21. 9 1985 - Das Container-Bier beginnt sich auf der Wiesn durchzusetzen
München-Theresienwiese • Das Container-Bier beginnt sich auf der Wiesn durchzusetzen, auch wenn der Stadtrat nur einen „rückholbaren Versuch“ genehmigen will, weil „eine auf der Welt einzigartige Tradition nicht einfach beendet werden kann“. Selbst der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß beklagt, dass hier „die Axt ans Eichenfass“ gelegt und dadurch „ein Stück bayerischer Tradition zu Grabe getragen“ werde.
20. 9 1986 - Konstantin Wecker: „Sogar die Wiesn is ma no ned zwida ...“.
München-Theresienwiese * Konstantin Wecker dichtet und singt:
„Sogar die Wiesn is ma no ned zwida
do nimm i ma jeds Jahr a paar Tag frei
do triff i hoid de oidn Freinderl wieda
natürlich Augustiner, Schenke 2“.
Der Text stammt von seiner CD „Wieder dahoam“.
23. 9 1972 - Gerd Käfer betreibt die Käfer Wies‘nschänke auf dem Oktoberfest
München-Theresienwiese • Gerd Käfer betreibt seine Käfer Wies‘nschänke als die kleinste der 14 Festhallen auf dem Oktoberfest.
19. 9 1981 - Das Containerbier erregt die Gemüter
München-Theresienwiese * Das Containerbier lässt die Volksseele kochen. Oberbürgermeister Erich Kiesl und Ministerpräsident Franz Josef Strauß ergreifen in offenen Briefen an die Brauereien Partei für das traditionelle Holzfass. Die Brauereien ihrerseits erklären, die Beschaffung von Holzfässern ist „in Zukunft fast nicht mehr zu lösen“. Für dieses Jahr kann der Einzug des Containerbieres auf dem Oktoberfest noch einmal gestoppt werden.
31. 5 1920 - Die Münchner Neuesten Nachrichten werden aufgekauft
München * Ein „Konsertium von Münchner und auswärtigen Vaterlandsfreunden“ kauft Bayerns einzige weltweit beachtete Tageszeitung auf: die Münchner Neuesten Nachrichten. Die Mehrheit hält die Gutehoffnunghütte. Sie will die Zeitung für die Propagierung ihrer Ziele benutzen und macht sie zu einem „Bollwerk für nationale Erneuerung gegen Sozialismus und republikanische Politik“.
Das besondere Interesse der Redaktion gilt der Dolchstoß-Theorie, nach der das siegreiche deutsche Heer im Ersten Weltkrieg von den Umstürzlern in der Heimat zur Kapitulation gezwungen worden sein soll. Diese „Schmach“ soll durch die Wiederaufrüstung getilgt und Deutschland zu einer Weltmacht gemacht werden. Finanziert durch die deutsche Schwerindustrie und einflussreiche politische Kreise spielen die Münchner Neuesten Nachrichten eine wichtige Rolle bei der Entstehung der rechtsradikalen „Ordnungszelle Bayern“. Professor Paul Nicolaus Cossmann wird politischer Leiter der Zeitung.
3. 10 2017 - Das Oktoberfest endet nach 18 Tagen
München-Ludwigsvorstadt * Das 184. Oktoberfest endet. Die Festleitung schätzt die Zahl der Besuche auf 6,2 Millionen. Gegenüber 2016 steigen Besucherzahl und Bierausschank; allerdings dauert das Fest einen Tag länger. Die Bilanz:
- Festdauer: 18auf 45 Minuten
- Besuche: geschätzt 6,2 Millionen [5,6 – 5,9 – 6,3 Millionen].
- Festangebot: Die Oide Wiesn findet statt; ein Zentrales Landwirtschaftsfest gibt es 2017 nicht.
- Oide Wiesn: zunächst rund 480.000 zahlende Gäste [2015: rund 535.000].
- Bierausschank: rund 7,5 Millionen Maß [6,1 – 7,3 – 7,7 Millionen].
- Ochsenbraterei: 127 verzehrte Ochsen [109 – 114 – 112].
- Zurückgehaltene Masskrüge: Ordner nehmen Gästen rund 120.000 unerlaubt mitgenommene Krüge wieder ab [96.000 – 110.000 – 112.000].
- Fundbüro: 4.055 abgegebene Fundstücke [2.915 – 2.948 – 3.646].
- Straftaten: Die vorläufige Polizeibilanz nennt 1.205 Fälle [1.110 – 1.191 – 1.290].
- Körperverletzungen: 332 registrierte Fälle [348 – 372 – 398].
- Körperverletzungen mit Masskrügen: 53 Fälle [43 – 47 – 36].
- Ärztliche Behandlungen: 3.449 Patienten [3.897 – 3.312 – 3.617]. Diese Zahl umfasst nicht sämtliche Hilfeleistungen.
- Vergiftungen: 670 behandelte Personen [593 – 628 – 681]; darunter Alkohol- und Mischvergiftungen.
- Sperrungen des U-Bahnhofs Theresienwiese: Für 2017 lässt sich keine verlässliche Zahl ermitteln [35 – 121 – 150].
22. 9 1917 - Das Oktoberfest fällt kriegsbedingt aus
München-Theresienwiese • Eigentlich müsste das Oktoberfest beginnen. Es fällt diese Jahr aber erneut kriegsbedingt aus.
25. 9 1881 - Metzgermeister Johann Rössler brät einen ganzen Ochsen
München-Theresienwiese * Der Metzgermeister Johann Rössler kommt mit einem selbst entworfenen Apparat aufs Oktoberfest. In einem Plakat beschreibt er die neue Attraktion:
„Auf der Theresienwiese. Seltene Volksbelustigung! Das Braten eines ganzen Ochsen.
Sonntag, den 25, September 1881 wird ein ganzer Ochse auf einer eigens dazu construirten Maschine am Spiess gebraten. Anfang der Zubereitung Früh 8 Uhr. Beginn des Bratens 9 Uhr. Das Garsein wird auf Abends halb 5 Uhr festgesetzt und wird durch drei Böllerschüsse bekannt gegeben. Preis per Portion 50 Pfg. Entrée 50 Pfg. Von 2 Uhr an Musik-Produktion. Ausschank von gutem, alten Hacker-Bier. Die Maschine steht von Montag, den 26. September an gegen Entrée von 10 Pfg. ausgestellt, Wozu ergebenst einladen die Unternehmer J. Rössler & A. Schibanek.“
Die Ochsenbraterei wird in den Polizeiberichten als „Schaustellung“ und nicht als gastronomischer Betrieb geführt.
19. 9 1987 - Stephanie Spendler beginnt auf der Wiesn zu arbeiten
München-Theresienwiese * Stephanie Spendler, die Tochter von Christa und Wiggerl Hagn, beginnt auf der Wiesn zu arbeiten.
20. 9 1980 - Günter und Margot Steinberg betreiben das Hofbräuhaus-Festzelt
München-Theresienwiese * Das Wirtsleuteehepaar Günter und Margot Steinberg betreibt das Hofbräuhaus-Festzelt auf der Theresienwiese.
6. 10 1945 - Die Süddeutsche Zeitung erscheint zum ersten Mal
München * Die Süddeutsche Zeitung erscheint zum ersten Mal, als erste Zeitung im Nachkriegs-Bayern. Sie umfasst acht Seiten und kostet 20 Pfennige.
1. 7 1920 - Fritz Gerlich wird Chefredakteur der Münchener Neuesten Nachrichten
München * Paul Nicolaus Cossmann verpflichtet den fanatischen Nationalisten und Sozialistenhasser Dr. Fritz Gerlich als Chefredakteur der Münchener Neuesten Nachrichten. Gerlich unterstützt damit indirekt Adolf Hitlers Aufstieg.
22. 9 1984 - Forderung nach 73 Jahren endlich erfüllt
München-Theresienwiese • Die aus dem Jahr 1911 stammende Forderung des Verbands zur Bekämpfung betrügerischen Einschenkens nach Erhöhung des Schaumraumes in den Krügen oberhalb des Eichstrichs auf 4 Zentimeter wird nach 73 Jahren endlich umgesetzt.
26. 9 2005 - Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens zum Wiesn-Attentat
München - Berlin - Wiesbaden * Am 25. Jahrestag des Wiesn-Attentats bringen mehrere Organisationen, Gewerkschaften und Einzelpersonen, darunter mehrere Münchner Stadträte sowie Landes- und Bundespolitiker der SPD, im Deutschen Bundestag einen Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens ein.
Der Antrag findet keine politische Mehrheit und wird vom Bundeskriminalamt - BKA abschlägig beschieden.
7. 10 2018 - Das Fazit der Wiesn 2018
München-Theresienwiese * Das Oktoberfest 2018 endet. Das Fazit lautet:
- In 16 Tagen besuchten 6,3 Millionen Besucher [2017: 6,2 Millionen in 18 Tagen; 2016: 5,6 in 17 Tagen; 2015: 5,9 in 16 Tagen; 2014: 6,3 in 16 Tagen] die Wiesn.
- 2018 gab es keine Landwirtschaftsausstellung, dafür eine Oide Wiesn.
- Im Jahr 2018 besuchten 500.000 Gäste [2016: 480.000; 2015: 535.000] die Oide Wiesn.
- Der Konsum - und damit der Umsatz - hat sich erholt. [Zahlen in Klammer = 2017 - 2016 - 2015 - 2014.]
- 7,5 Millionen Mass Wiesnbier [7,6 - 6,1 - 7,3 - 7,7] wurden getrunken.
- 124 Ochsen [127 - 109 - 114 - 112] wurden in der Ochsenbraterei verzehrt und
- 48 Kälber [59 - xx - 50 - xx] in der Kalbsbraterei.
- Insgesamt wurden 924 Straftaten [1.162 - 1.067 - 1.191 - 1.290] bei der Polizei angezeigt.
- 62 Sexualdelikte [42] auf dem Festgelände, davon vier Vergewaltigungen.
- xxx Körperverletzungen [314 - 331 - 372 - 398] wurden von der Polizei registriert.
- Bei einer Schlägerei am 28. September war ein Todesfall zu verzeichnen.
- Die Polizeistatistik weist 27 Masskrugschlägereien [36 - 42 - 47 - 36] aus.
- 3.333 Hilfeleistungen [3.449 - 3.897 - 3.312 - 3.617] mussten die Sanitäter und Ärzte leisten.
- 717 Wiesn-Besucher [670 - 593 - 628 - 681] mussten wegen Alkoholvergiftungen medizinisch überwacht werden.
- ?? [?? - 35 - 121 - 150] Mal musste der U-Bahnhof Theresienwiese gesperrt werden.
- xx.xxx gestohlene Masskrüge [120.000 - 96.000 - 110.000 - 112.000] wurden den Besuchern wieder abgenommen.
- 2.685 Fundstücke [4.055 - 2.915 - 2.948 - 3.646] wurden im Wiesn-Fundbüro abgegeben.
31. 7 1932 - Die Konsequenzen einer Naziherrschaft für das ganze Land
München * Dr. Fritz Gerlich beschreibt in der Zeitschrift „Der gerade Weg“ die Konsequenzen einer Naziherrschaft für das ganze Land: „Nationalismus bedeutet: Feindschaft mit den benachbarten Nationen, Gewaltherrschaft im Inneren, Bürgerkrieg, Völkerkrieg. Nationalsozialismus heißt auch: Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not.“
20. 9 2026 - Knapp eine Million Gäste zum Auftakt der Wiesn
München-Ludwigsvorstadt * Das erste Wiesn-Wochenende des 191. Oktoberfests beginnt mit großem Besucherandrang und weitgehend friedlicher Stimmung. Nach vorläufiger Schätzung besuchen am Eröffnungswochenende knapp eine Million Menschen das Festgelände, davon rund 450.000 am Samstag.
Beim Einzug der Wiesnwirte und Brauereien halten die Teilnehmer erstmals am Mahnmal für die Opfer des rechtsextremen Oktoberfestattentats von 1980 inne. Am Sonntag ziehen mehr als 9.000 Trachtler und Schützen durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese.
Für Aufregung sorgt eine technische Störung an einem Fahrgeschäft:
- Rund vierzig Fahrgäste bleiben mehrere Minuten kopfüber hängen, werden jedoch nicht schwer verletzt.
- Die Sanitäter behandeln allein am Eröffnungstag fast 600 Menschen.
- Ein Breznverkäufer, der am Sonntag einen Herzinfarkt erleidet, kann durch die schnelle medizinische Versorgung gerettet werden.
- Bis zum Sonntagnachmittag verzeichnet die Polizei 55 Straftaten und zieht insgesamt eine ruhige Bilanz.
22. 9 1990 - Peter Inselkammer wird Wiesnwirt im Armbrustschützenzelt
München-Theresienwiese • Peter Inselkammer wird Wiesnwirt im Armbrustschützenzelt. Er hat sich 18 Jahre um eine Konzession beworben. Peter Pongraz kommt zwar auch in die Endauswahl, kann sich aber nicht durchsetzen.
29. 8 2026 - Neue Bemalung am Teufelsrad löst Debatte aus
München-Ludwigsvorstadt * Kurz vor Beginn des Oktoberfests wird eine Auseinandersetzung um vier Pappmaché-Frauenfiguren am Eingang des Teufelsrads öffentlich. Auf Anregung der städtischen Gleichstellungsstelle und der Fachstelle für Demokratie erhalten die etwa 80 Jahre alten Figuren Radlerhosen, hochgeschlossene Oberteile und Schuhe.
Die Stadt begründet die Änderung mit dem Schutz von Frauen vor sexualisierenden Darstellungen und mit der Beseitigung eines rassistischen Stereotyps. SPD und Grüne begrüßen die Anpassung, während die CSU einen nicht abgestimmten Eingriff in eine Wiesntradition kritisiert. Die Betreiberin des Teufelsrads kommt der Aufforderung der Stadt ohne Widerspruch nach. Die Debatte zeigt den Konflikt zwischen dem Erhalt historischer Darstellungen und veränderten gesellschaftlichen Maßstäben.
Frauen vor Übergriffen zu schützen bedeutet jedoch viel mehr, als Pappmachéfiguren anzuziehen. Es verlangt, das Verhalten realer Menschen in den Blick zu nehmen und konsequent gegen diejenigen vorzugehen, die Frauen ohne deren Einwilligung filmen. Vielleicht liegt die eigentliche Aufgabe deshalb weder im unkritischen Festhalten an der Tradition noch im bloßen Übermalen alter Bilder – sondern darin, ihre Geschichte sichtbar zu machen, sie einzuordnen und gleichzeitig dort zu handeln, wo Frauen tatsächlich belästigt oder verletzt werden.
18. 9 1999 - Die Hühner- und Entenbraterei Ammer stellt auf Biohendl um.
München-Theresienwiese * Die Hühner- und Entenbraterei Ammer stellt auf Biohendl um. Ein Biohendl kostet dreimal so viel wie ein normales, frisst dreimal so viel und lebt dreimal so lange.
23. 9 2019 - Das Varietétheater Schichtl feiert seinen 150. Geburtstag
München-Theresienwiese • Das Varietétheater Schichtl feiert seinen 150. Geburtstag. Zum Empfang kommt die gesamte Stadtspitze zum Schausteller Manfred Schauer auf die Wiesn.
17. 9 1988 - Manfred Vollmer übernimmt die Augustiner-Festhalle
München-Theresienwiese * Manfred Vollmer übernimmt die Augustiner-Festhalle auf der Wiesn.
21. 9 1918 - Das Oktoberfest fällt zum zehnten Mal aus
München-Theresienwiese • Eigentlich müsste das Oktoberfest beginnen. Es fällt dieses Jahr aber erneut kriegsbedingt - zum fünften Mal hintereinander und zum insgesamt zehnten Mal - aus.
17. 9 1904 - Proteste gegen den Hungerkünstler Ricardo Sacco
München-Theresienwiese * Als sich der Hungerkünstler Ricardo Sacco während des Oktoberfestes zur Schau stellt, kommt es zu Protesten der Münchner Bevölkerung. Sie will es nicht dulden, dass ein Mensch inmitten der „Genüsse des Festes“ hungert.
29. 9 1872 - Erstmals wird auf der Wiesn das sogenannte Märzenbier ausgeschenkt
München-Theresienwiese - München-Au * Bis 1872 wird auf der Wiesn das sogenannte Sommerbier ausgeschenkt. Nachdem der Sommer dieses Jahres sehr heiß gewesen ist, gingen dem Leistbräu die Vorräte an Lagerbier aus. Michael Schottenhamel will auf dem Oktoberfest jedoch kein Winterbier ausschenken, weshalb er Sedlmayr‘s Märzenbier zum Ausschank bringt.
Der Bierpreis liegt mit 12 Kreuzern 3 Kreuzer über dem üblichen Preis, was den Polizeipräsidenten wegen zu erwartender Bierkrawalle schlecht schlafen lässt. Michael Schottenhamel meint dazu nur: „Wann d‘Münchner was richtig‘s kriag‘n, na schaug‘n sie‘s Geld net o!“ Und tatsächlich, das neue Münchner Bier findet einen derartigen positiven Anklang, dass bald alle Brauereien ein Märzenbier entwickeln.
27. 9 1980 - Abendzeitung: „Eine Spur führt direkt zu den Neo-Nazis“
Theresienwiese - München * Die Abendzeitung erscheint am Tag nach dem Wiesn-Attentat mit einer Sonderausgabe und der Nachricht, dass eine Spur direkt zu den Neo-Nazis führt. Doch Ministerpräsident Franz Josef Strauß beharrt darauf, die Schuld linken Terroristen zu geben.
26. 9 1914 - Das Oktoberfest fällt kriegsbedingt aus
München-Theresienwiese * Eigentlich müsste das Oktoberfest beginnen. Es fällt aber kriegsbedingt aus.
19. 9 2015 - OB Dieter Reiter eröffnet das weltweit größte Bierfest
München-Theresienwiese * Das 182. Oktoberfest beginnt, indem der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter das erste Fass im Schottenhamel-Festzelt mit zwei Schlägen anzapft. Mit dem Ruf „Ozapft is - Auf eine friedliche Wiesn 2015“ ist das weltweit größte Bierfest offiziell eröffnet.
29. 9 1872 - Der Wiesnbeginn wird erstmals in den September verlegt
München-Theresienwiese * Wegen der vergangenen Schlechtwetterperioden im Oktober wird der Wiesnbeginn erstmals in den September verlegt.
20. 9 1975 - Erste Diskussionen ums Containerbier auf der Wiesn
München-Theresienwiese * Erstmals wird die Einführung des sogenannten Containerbiers auf dem Oktoberfest in Erwägung gezogen.
18. 9 1954 - Das Bräurosl-Festzelt erhält eine neue Fassade
München-Theresienwiese * Das Bräurosl-Festzelt erhält eine neue Fassade, die an ein oberbayerisches Bauernhaus im Bundwerkstil erinnert. Die Fassade prägt bis heute das Gesicht der Bräurosl.
19. 9 1998 - Die Fischer-Vroni zieht an ihren neuen Standort um
München-Theresienwiese * Aus Sicherheitsgründen muss die Fischer-Vroni von ihrem alten Platz umziehen. Zum Ausgleich erhält sie an neuer Stelle 700 Plätze mehr.
4. 10 2009 - Auf der Wiesn kommt es zu 43 Masskrugschlägereien
München-Theresienwiese * Auf der Wiesn kommt es zu 43 Masskrugschlägereien.
20. 9 1958 - Philippine Winter wird Wiesnwirtin
München-Theresienwiese * Nachdem Karl Winter verstorben war, wird seine Witwe Philippine Wiesnwirtin der Fischer-Vroni, danach deren inzwischen verheirateten Töchter Eva Stadtmüller (Jahrgang 1935) und Anita Schmid (Jahrgang 1932). Die Beiden teilen sich die Aufgaben auf dem Oktoberfest auf. Eva kümmert sich um die Verwaltungsangelegenheiten, Anita steht in der Küche und überwacht jeden Teller, dass er sauber und vor allem ordentlich portioniert aus der Küche geht.
25. 9 1819 - Der Magistrat übernimmt die organisatorische Verantwortung für die Wiesn
München-Theresienwiese * Nachdem die Stadt München ein Jahr zuvor durch das Gemeinde-Edikt und die Verfassung des Königreichs Baiern erste kommunale Selbstverwaltungsrechte zurückerhalten und sich neu konstituiert hat, übernimmt der Magistrat der Stadt die alleinige organisatorische und finanzielle Verantwortung für den Unterhaltungsteil des Oktoberfestes, worunter das Pferderennen und das Vogelschießen gemeint ist. Für diesen Teil wird künftig der Name Oktoberfest gebraucht.
Die Ausrichtung des landwirtschaftlichen Teils (Vieh-Prämierung, Ausstellung und Viehmarkt) bleibt in der Verantwortung des Landwirtschaftlichen Vereins. Dieser Teil wird künftig als Landwirtschaftliches Centralfest bezeichnet werden.
Bis heute ist die Landeshauptstadt München der alleinige Veranstalter der Wiesn.
23. 9 2018 - Oberbürgermeister Reiter wünscht eine friedliche Wiesn
München-Theresienwiese • Um Punkt zwölf Uhr schickt Oberbürgermeister Dieter Reiter auf Facebook einen Post: „Jetzt nochmal komplett: Auf eine friedliche Wiesn“. Er hatte diesen wichtigen Zusatz am Vortag nach dem Anstich des ersten Wiesn-Fasses im Schottenhamel einfach vergessen.
17. 10 1810 - Kinder huldigen dem königlichen Brautpaar
München-Ludwigsvorstadt * Nachdem die königliche Familie im Pavillon Platz genommen hat, tritt eine Gruppe von „Kindern im Nationalkostüme“ vor das Brautpaar. Die Töchter und Söhne von Angehörigen der königlich-bayerischen Kavalleriedivision tragen unterschiedliche Landestrachten und überbringen Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese stellvertretend für die Bevölkerung ihre Glückwünsche.
Die aufwendig inszenierte Huldigung stellt die verschiedenen Landesteile des noch jungen Königreichs als geeinte bayerische Nation dar. Das Pferderennen dient damit nicht nur der Unterhaltung, sondern zugleich der Repräsentation des Königshauses und der Förderung eines gemeinsamen bayerischen Staatsbewusstseins.
2. 10 1921 - 13 Ochsen werden in der Ochsenbraterei gebraten
München-Theresienwiese * 13 Ochsen werden bis zum Wiesn-Ende in der Ochsenbraterei gebraten.
20. 9 1952 - Der Löwenbräu-Löwe erhält einen Maulkorb
München-Theresienwiese * Der Oktoberfestausschuss des Münchner Stadtrats erteilt dem Löwen auf dem Löwenbräu-Festzelt einen Maulkorb, nachdem die sieben großen Wiesnbrauereien vereinbarten, dass akustische Brauerei-Reklame unzulässig sei. Der Löwe bleibt daraufhin stumm und wird von der Löwenbrauerei mit einem gigantischen Schloss hinter einer Glasscheibe dekoriert.
23. 9 1961 - Wiggerl Hagn übernimmt das Schützenzelt von seiner Mutter
München-Theresienwiese • Ludwig Wiggerl Hagn übernimmt das Schützenzelt von seiner Mutter.
19. 9 1981 - Das Hotelier-Ehepaar Weinfurtner übernimmt das Hippodrom
München-Theresienwiese * Das Hotelier-Ehepaar Marianne und Anton Weinfurtner übernimmt das Hippodrom.
18. 9 1999 - Das Oktoberfest ist weltweit 91 Prozent der Befragten bekannt
Welt * Bei einer weltweiten Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus ist das Oktoberfest 91 Prozent der Befragten bekannt.
17. 9 1904 - Ein früherer Wiesnbeginn wird festgelegt
München-Theresienwiese * Nach einem Beschluss des Magistrats soll der Hauptsonntag des Oktoberfestes - die Allerhöchste Genehmigung immer vorausgesetzt - in der Zeit zwischen dem 28. September und dem 4. Oktober liegen. Das bedeutet einen um eine Woche früheren Wiesnbeginn.
19. 9 1964 - Das Kleine-Winzerer-Fähndl-Festzelt wird zum Armbrustschützenzelt
München-Theresienwiese * Das Kleine Winzerer Fähndl wird in Armbrustschützenzelt - Winzerer Fähndl umbenannt.
1. 10 1959 - Das Armbrustschützenzelt muss erneuert werden
München-Theresienwiese * Das Kleine Winzerer Fähndl, das Armbrustschützenzelt, ist in einem derart maroden Zustand, dass die Stadt in einem Bescheid deutlich macht, dass einer Aufstellung im kommenden Jahr aus Sicherheitsgründen selbst dann nicht zugestimmt werden kann, wenn Teile der Konstruktion erneuert würden.
5. 10 2014 - Das Oktoberfest 2014 endet
München-Theresienwiese * Das Oktoberfest 2014 endet. Das Fazit lautet:
- In 16 Tagen besuchten 6,3 (6,4) Millionen Besucher die Wiesn, davon kamen 610.000 (540.000) Gäste auf die Oide Wiesn.
- Der Konsum und damit die Umsätze waren zum Teil rückläufig. (Zahlen in Klammer = 2013)
- 6,5 (6,7) Millionen Mass Wiesnbier wurden getrunken.
- 112 (114) Ochsen wurden in der Ochsenbraterei verzehrt, in der Kalbsbraterei 48 (58) Kälber verspeist.
- Insgesamt wurden 1.290 (1.552) Straftaten bei der Polizei angezeigt.
- 398 (449) Körperverletzungen wurden von der Polizei registriert.
- Die Polizeistatistik weist 36 (58) Masskrugschlägereien auf.
- 3.603 (7.551) Hilfeleistungen mussten die Sanitäter und Ärzte leisten.
- 681 (638) Wiesn-Besucher mussten wegen Alkoholvergiftungen medizinisch überwacht werden.
- Der überwiegende Teil dieser Patienten ist zwischen 18 und 30 Jahren alt, etwa ein Drittel ist weiblich.
- (230) Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden registriert.
- 150 (140) Mal musste der U-Bahnhof Theresienwiese gesperrt werden.
- 112.000 (81.000) gestohlene Masskrüge werden den Besuchern wieder abgenommen.
- 3.646 (rund 4.200) Fundstücke wurden im Wiesn-Fundbüro abgegeben. Darunter das obligatorische Gebiss.
- Wasserverbrauch: 115.000 Kubikmeter
- Gasverbrauch: 220.000 Kubikmeter
- Stromverbrauch: 2,98 Millionen Kilowattstunden
1. 10 1820 - Eine Ballonfahrt zum zehnjährigen Bestehen des Oktoberfestes
München-Theresienwiese * Zum zehnjährigen Hochzeitsjubiläum von Kronprinz Ludwig I. und Prinzessin Therese und damit zehnjährigen Bestehen des Oktoberfestes lässt man sich eine besondere Attraktion einfallen: eine Ballonfahrt. Die in einem altbaierischen Dirndl gekleidete und aus Dresden stammende Wilhelmine Reichard steigt mit ihrem aus gezwirnter Leinwand bestehenden Ballon in den Himmel. In der Nähe von Zornedig landet sie wohlbehalten.
17. 9 1988 - Franz Josef Strauß verzichtet auf die Teilnehme beim Wiesn-Anzapfen
München-Theresienwiese * Ministerpräsident Franz Josef Strauß verzichtet auf die Teilnehme beim Oktoberfest-Anzapfen im Schottenhamel-Festzelt und eröffnet dafür lieber einen Korbmarkt im oberfränkischen Lichtenfels. Strauß hat sicher bemerkt, dass ihm bei dieser Prozedur nur eine Statistenrolle zugewiesen ist.
14. 10 1811 - Die erste baierische Landwirtschaftsausstellung beginnt
München-Theresienwiese * Am zweiten Tag des Oktoberfestes, einem Montag, beginnt die erste baierische - und gleichzeitig deutsche - Landwirtschaftsausstellung. 23 Hengste, 29 Zuchtstuten, 31 Kühe, 27 Schafböcke und 3 Schweine werden präsentiert und ausgezeichnet. Mit einem Viehmarkt, bei dem 1.026 Stück Vieh zum Kauf angeboten werden, endet das erweiterte Oktoberfest des Jahres 1811.
20. 9 1958 - Es wird kaum noch Märzenbier auf der Wiesn ausgeschenkt
München-Theresienwiese * Es wird kaum noch Märzenbier auf der Wiesn ausgeschenkt.
Vor dem 22. 9 1979 - Die Spatenbrauerei erhält die Ochsenbraterei
München-Theresienwiese • Paulaner will die bis dahin als Wirtezelt geführte Ochsenbraterei kaufen. Den Zuschlag erhält aber nicht Paulaner sondern die Spatenbrauerei, die bis dahin kein eigenes Festzelt hat.
Um den 25. 9 1984 - Zwei kleine Männer rasen wie ungebremste Lokomotiven aufeinander
München-Theresienwiese * Günter Jauch, Journalist beim Bayerischen Rundfunk, findet heraus, dass in Richard Süßmeiers Armbrustschützenzelt aus einem Hirschen (200-Liter-Fass) 289 Mass Wiesnbier ausgeschenkt werden. Süßmeier nimmt das Ganze auf die leichte Schulter und macht sich darüber lustig. Peter Gauweiler, CSU-Stadtrat und Kreisverwaltungsreferent, geht gegen Süßmeier wegen Betrügerischen Einschenkens vor.
Der Wiesnwirt beruft daraufhin eine Pressekonferenz ein, verkleidet sich als Gauweiler und hängt Gauweiler-Plakate mit dem Schriftzug „Gauweiler sieht Dich!“, „Gauweiler paßt auf!“ und „Gauweiler is watching you!“ an die Zeltwände. Sein Schankkellner Biwi Wallner zeigt schließlich noch, wie man aus einem ganzen Hendl drei halbe Hendl machen kann. Dass er zuvor eine Hälfte hatte einnähen lassen, finden nicht Alle lustig. Allen voran Peter Gauweiler.
Bei der darauf folgenden einer Razzia in Süßmeiers Armbrustschützenzelt werden 23 „Verstöße gegen das Ausländerrecht“ festgestellt. Einige Hilfskräfte haben illegal gearbeitet. Süßmeiers Beteuerungen, er habe davon nichts gewusst, glaubt die Gegenseite natürlich nicht - und handelt: Gauweiler entzieht Süßmeier die Festzeltkonzession.
Zwei Tage später wird mit Helmut Huber ein neuer Wirt eingesetzt.
21. 9 2013 - Eine Million Besucher am ersten Wiesn-Wochenende
München-Theresienwiese • Am ersten Wiesn-Wochenende 2013 (21. und 22. September) kommen knapp eine Million Besucher auf das Oktoberfest.
22. 9 2012 - Oberbürgermeister Christian Ude eröffnet das 179. Oktoberfest
München-Theresienwiese • Mit dem traditionellen Anzapfen des ersten Fasses im Schottenhamel-Festzelt durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München wird das 179. Oktoberfest eröffnet.
Gewohnt souverän treibt Christian Ude den Wechsel mit zwei kräftigen Schlägen in das Holzfass. Erst mit dem Ausruf „O‘zapft is‘!“ des Bürgermeisters darf auch in den anderen Zelten Bier ausgeschenkt werden. Dies erledigt Christian Ude beim 17. Einsatz als Anzapfer ohne Probleme. Wie gewohnt fügt er hinzu: „Auf eine friedliche Wiesn!“. Die erste Mass geht direkt an Horst Seehofer in seiner Funktion als Bayerischer Ministerpräsident.
Gleichzeitig beginnt das 125. Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest. Es wird vom Ministerpräsidenten Horst Seehofer eröffnet und dauert bis zum 30. September.
22. 9 1951 - Das Winzerer-Fähndl-Festzelt bekommt einen Turm
München-Theresienwiese • Das Winzerer-Fähndl-Festzelt bekommt einen Turm.
3. 10 1819 - Die Stadt München übernimmt das Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Die Stadt München übernimmt die Organisation und Finanzierung des Oktoberfestes. Grundlage dafür ist die Wiederherstellung der kommunalen Selbstverwaltung durch das Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818.
Der Festbeginn wird auf den ersten Sonntag im Oktober gelegt, der 1819 auf den 3. Oktober fällt. Als Abschluss ist der 12. Oktober vorgesehen, der Namenstag König Max I. Josephs. Gegenüber dem Königszelt entsteht eine städtische Tribüne, von der aus die Vertreter der Stadt das Festgeschehen verfolgen.
Um den 28. 9 1980 - Die verbotene paramilitärische Wehrsportgruppe Hoffmann im Verdacht
München * Die Ermittlungen der ersten Tage nach dem Oktoberfest-Attentat konzentrieren sich auf die verbotene paramilitärische Wehrsportgruppe Hoffmann. Selbst Generalbundesanwalt Kurt Rebmann verkündet, dass Gundolf Köhler keinesfalls allein für das Attentat verantwortlich sein kann.
19. 9 2026 - Das Oktoberfest als Milliardenfaktor
München * Das Oktoberfest ist für München ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Stadt rechnet mit Ausgaben von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro:
- etwa 617 Millionen Euro auf dem Festgelände,
- 292 Millionen Euro für Einkäufe, Verkehrsmittel und weitere Dienstleistungen sowie
- 688 Millionen Euro für Übernachtungen und Gastronomie außerhalb der Wiesn.
Damit profitieren neben Wirten, Schaustellern und Standbetreibern auch Hotels, Gaststätten, Verkehrsunternehmen, Taxigewerbe und Einzelhandel von dem Volksfest.
29. 9 1872 - Erste Enthauptung im Schichtl-Theater
München-Theresienwiese * Michael August Schichtl und seine Brüder bringen aus Frankreich einen neuen Trick mit: „Die Enthauptung einer lebenden Person auf hell erleuchteter Bühne.“
27. 9 1895 - Ein Militärverbot für die Bierbude Nr. 3
München-Theresienwiese * Von der Polizei-Kommandantur wird über die Bierbude Nr. 3 ein Militärverbot verhängt. Der Grund ist die Erklärung des Budeninhabers, er werde dem sozialistischen Gewerkschaftsverein für jeden auf der Festwiese gezapften Hektoliter eine Mark spenden.
30. 9 1895 - Das Winzerer Fähndl zeigt einen Jagdzug aus dem 16. Jahrhundert
München * Das Winzerer Fähndl zeigt einen Jagdzug aus dem 16. Jahrhundert, an dem 200 Personen und 26 Pferde beteiligt sind.
Vor dem 17. 9 1910 - Der Winzerer-Fähndl-Pachtvertrag geht an die Thomas-Brauerei
München-Theresienwiese * Der Magistrat verlängert den Pachtvertrag mit dem Winzerer Fähndl für die Schießanlage und die dazugehörige Festbude nicht mehr, sondern schließt einem Vertrag mit der Thomas-Brauerei. Dabei muss die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl mit überraschung feststellen, dass ihr Name für das Festzelt inzwischen von der Brauerei patentrechtlich geschützt worden ist.
Am Ende der Entwicklung steht ein eigenes Winzerer-Fähndl-Festzelt und eine Winzerer-Fähndl-Schießanlag“ mit einer kleinen Wirtsbude. Da diese Schießanlage wiederholt ihren Platz wechselt, stehen heute das Winzerer-Fähndl-Festzelt und das Armbrustschützenzelt (mit der Schießanlage der Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl) an ganz verschiedenen Stellen der Wirtsbudenstraße.
6. 10 2013 - Ein unergründliches Geheimnis: Die Einkünfte der Wiesnwirte
München * Ein unergründliches Geheimnis sind die Einkünfte der Wiesnwirte. Im Steuerhinterziehungsprozess gegen Sepp Krätz wird bekannt, dass das Hippodrom vor Steuern 3,1 Millionen Euro erwirtschaftet hat.
19. 3 1857 - Der Sarg der Ex-Königin Therese wird in die Bonifaz-Kirche überführt
München-Kreuzviertel - München-Maxvorstadt * Der Sarg der Ex-Königin Therese wird von der Theatiner-Kirche in die Sankt-Bonifaz-Kirche in eine eigene Gruft unter dem Königsgrab überführt.
Der Katafalk der evangelischen Bayernkönigin darf nicht durch die Kirche an ihren Platz getragen werden, weshalb die Stufen am Kirchenportal abgetragen, ein großes Loch in die Außenmauer geschlagen und die sterblichen Überreste der Monarchin in die Gruft geschoben werden.
12. 11 2002 - Der Leichnam der evangelischen Königin Therese wird umgebettet
München-Maxvorstadt * Der inzwischen stark beschädigte Zinksarg - der 1854 verstorbenen und 1857 in die Sankt-Bonifazius-Kirche überführten Königin Therese - wird aus der Gruft geholt und in einen eigens angefertigten Marmorsarkophag an der Rückseite des Königsgrabes abgestellt.
22. 9 1951 - Die Bräurosl bekommt ein neues Zuhause
München-Theresienwiese • Die Bräurosl bekommt ein neues Zuhause.
17. 9 2005 - Das Hofbräuhaus-Festzelt erstrahlt in neuem Glanz
München-Theresienwiese * Das Hofbräuhaus-Festzelt erstrahlt in neuem Glanz und erscheint seither wie ein Pendant des Stammhauses am Platzl.
18. 9 1971 - Die Mass Wiesn-Bier kostet 2,95 DMark
München-Theresienwiese * Die Mass Wiesn-Bier kostet 2,95 DMark.
20. 10 1934 - Die erste deutschlandweite Razzia der Nazis gegen Homosexuelle
München-Angerviertel * Die deutschlandweit erste, groß angelegte Razzia der Nazis gegen Homosexuelle. Im Zentrum dieser Maßnahme steht der Gasthof Schwarzfischer in der Dultstraße, zusammen mit dem Arndthof am Glockenbach und diversen einschlägig bekannten Parks, Bedürfnisanstalten und Privatwohnungen.
Insgesamt werden bei dieser Aktion 145 Männer festgenommen und in die Ettstraße gebracht. Dort wird abgeglichen, ob es sich um Wiederholungstäter handelt, die sich anschließend Umerziehungsmaßnahmen unterziehen müssen. 39 Festgenommene kommen ins KZ Dachau, viele werden auch nach ihrer Freilassung noch jahrelang schikaniert. Wiederholungstäter ist, wer in der berüchtigten Rosa Liste verzeichnet ist. Dieses Verzeichnis der Homosexuellen besteht bereits seit der Kaiserzeit.
13. 10 1962 - Franz Halmanseger, der Rekommandeur vor dem Hippodrom, stirbt
München - München-Theresienwiese * Franz Halmanseger, der Rekommandeur vor dem Hippodrom, stirbt - sechs Tage nach dem Wiesn-Ende - im Alter von 78 Jahren. Bekannt war er auch wegen seiner Sprüche: „Treten Sie ein, Herr Baron, die Pferde sind gesattelt. Alles Glück auf der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“
Seit 18. 9 1989 - Regine Sixt lädt prominente Frauen in die Löwenbräu-Festhalle
München-Theresienwiese * Regine Sixt lädt jedes Jahr prominente Frauen in die Löwenbräu-Festhalle.
6. 10 1985 - 5.454.200 Mass Wiesnbier werden an 7.140.000 Besucher ausgeschenkt
München-Theresienwiese * 5.454.200 Mass Wiesnbier werden auf dem Oktoberfest 1985 an 7.140.000 Besucher ausgeschenkt.
22. 9 1979 - Der Eintrittspreis im Hippodrom wird abgeschafft
München-Theresienwiese • Der Eintrittspreis im Hippodrom wird abgeschafft. Damit geht allerdings die exklusive Club-Atmosphäre verloren.
17. 9 1949 - Der Fischgroßhändler Karl Winter erhält die Konzession für das Oktoberfest
München-Theresienwiese * Der Münchner Fischgroßhändler Karl Winter erhält die Konzession für das Oktoberfest. Er kauft von Josef Pravida den Namen Fischer-Vroni um 20.000 DMark ab. In seinem Zelt finden 250 Personen Platz.
17. 9 1904 - Carl Gabriels Völkerschau trägt den Titel Tunis in München
München-Theresienwiese * Carl Gabriels Völkerschau trägt den Titel „Tunis in München“ und konfrontiert die Besucher mit Sitten und Gebräuchen der Nordafrikaner.
22. 9 1951 - Die Augustiner-Brauerei schenkt ihren Edelstoff aus
München-Theresienwiese • Bis 1951 ist das Märzenbier das ausschließliche Wiesnbier, bis die traditionsbewusste Augustiner-Brauerei ihren Edelstoff ausschenkt. Das höher vergorene, schlankere und süffigere Getränk erobert - in haustypischer Abwandlung der jeweiligen Brauerei - ein Wiesnzelt nach dem anderen.
17. 9 1910 - Das Oktoberfest wird 100 Jahre alt
München-Theresienwiese * Das 100. Jubiläums-Oktoberfest wird eröffnet. Gleichzeitig findet das Zentral-Landwirtschaftsfest statt. Organisiert wird die Festlichkeit ausschließlich vom Magistrat der königlichen Haupt- und Residenzstadt.
- Zehn Bierhallen bilden das Wahrzeichen des Oktoberfestes.
- Auf dem Oktoberfest gibt es die Nummer „La Course á la Mort“ zu bewundern. Todesmutige Fahrradfahrer radeln in einer Stahlkonstruktion direkt über den Mäulern von hungrigen und gefährlichen Löwen.
- Carl Gabriels Teufelsrad dreht sich erstmals auf der Wiesn.
- Die Feierlichkeiten auf der Jubiläums-Wiesn dauern bis zum 2. Oktober.
20. 9 2003 - Die Plätze in der Käfer-Wies‘nschänke werden doppelt belegt
München-Theresienwiese * „Versehentlich“ werden die Plätze in der Käfer-Wies‘nschänke doppelt belegt. Der Betreiber darf ein weiteres Zelt im Garten aufstellen.
4. 10 2004 - Wiesn 2004: 210.000 Bierkrüge einkassiert
München-Theresienwiese * Das Ordnungspersonal auf dem Oktoberfest nimmt den Souvernierjägern rund 210.000 Bierkrüge wieder ab.
Seit 20. 9 1975 - Das Zentral-Landwirtschaftsfest findet nur mehr alle drei Jahre statt
München-Theresienwiese * Das Zentral-Landwirtschaftsfest findet nur mehr alle drei Jahre statt.
17. 10 1810 - Ein Pferderennen begründet das Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * An einem milden Herbstmittwoch bildet ein öffentliches Pferderennen den Abschluss und Höhepunkt der Feierlichkeiten zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese. Während Opernaufführungen und Hofbälle vor allem geladenen Gästen vorbehalten bleiben, kann die gesamte Bevölkerung das Rennen auf den unbebauten Wiesen vor dem Sendlinger Berg verfolgen.
Organisiert wird die als Huldigung an das Brautpaar gedachte Veranstaltung von der Kavallerie der Nationalgarde III. Klasse unter ihrem Major, dem Bankier Andreas Michael Edler von Dall’Armi. Das Rennen greift die ältere Münchner Tradition der sogenannten Scharlachrennen auf. Der Lohnkutscher und Unteroffizier Franz Baumgartner, dem die ursprüngliche Idee zugeschrieben wird, gewinnt den ersten Preis.
Das erfolgreiche Pferderennen wird im folgenden Jahr wiederholt und entwickelt sich zum jährlich stattfindenden Oktoberfest. Die Bezeichnung „erstes Oktoberfest“ entsteht somit rückblickend. Zum Zeitpunkt der Veranstaltung trägt auch das Festgelände noch nicht den heutigen Namen Theresienwiese.
17. 9 1949 - Auf der ersten Nachkriegs-Wiesn kostet die Mass Wiesn-Bier 1,70 DMark
München-Theresienwiese * Auf der ersten Nachkriegs-Wiesn kostet die Mass Wiesn-Bier 1,70 DMark. 1,5 Millionen Mass werden ausgeschenkt.
22. 9 1973 - Erich Hochreiter betreibt eine Wurstbude neben dem Bräurosl-Festzelt
München-Theresienwiese • Die Familie Christl und Erich Hochreiter ist mit einer kleinen Wurstbude neben dem Bräurosl-Festzelt auf der Wiesn vertreten.
16. 7 2018 - Die Aufbauarbeiten für das 185. Oktoberfest beginnen
München-Theresienwiese * Die Aufbauarbeiten für das 185. Oktoberfest beginnen. Da das Betreten der Baustelle in dieser Zeit aus Sicherheitsgründen verboten ist, müssen lange Umwege in Kauf genommen werden.
Nur das Schützenzelt ist von dieser Regel ausgenommen, da es an dem geplanten Fahrradweg steht, auf dem die Radler während des Aufbaus der anderen Festzelte und der Fahrgeschäfte die Wiesn queren können.
19. 9 1981 - Das Märzenbier gibt es nur noch in zwei Festzelten
München-Theresienwiese * In nur noch zwei Bierzelten auf dem Oktoberfest wird das Märzenbier zusätzlich zum hellen Edelstoff ausgeschenkt.
19. 9 1959 - Die Mass Wiesn-Bier kostet 1,80 DMark
München-Theresienwiese * Die Mass Wiesn-Bier kostet 1,80 DMark. 2,9 Millionen Mass werden ausgeschenkt.
18. 9 1981 - Ein Mahnmal für die Opfer des Wiesn-Attentats
München-Theresienwiese * Einen Tag vor Eröffnung des Oktoberfestes 1981 wird am Haupteingang zur Festwiese das Mahnmal für die Opfer des Bombenanschlags enthüllt. Oberbürgermeister Erich Kiesl ruft dazu auf, Lehren aus dem feigen Anschlag zu ziehen und Gewalt in jeder Form zu ächten.
Das Mahnmal - geschaffen von Friedrich Koller - besteht aus einer 2,70 Meter hohen Bronzestele und trägt die Inschrift: „Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags vom 26. September 1980.“
19. 9 1981 - Im Hofbräuhaus-Festzelt gibt es für ein paar Stunden Paulaner-Bier
München-Theresienwiese * Im Hofbräuhaus-Festzelt gibt es für ein paar Stunden Paulaner-Bier. Dem Wirt ist das Bier ausgegangen, weshalb Richard Süßmeier, der Wirt des Armbrustschützenzeltes, mit mehreren Hirschen [= 200-Liter-Fässer] aushilft.
14. 7 2014 - Der Aufbau der Wiesn 2014 beginnt
München-Theresienwiese * Der Aufbau der 181. Wiesn 2014 beginnt. Alleine der Auf- und Abbau einer Wiesn-Festhalle kostet rund eine Million Euro.
Nach langer Zeit gibt es mit dem Marstall ein neues Festzelt. Es löst das Hippodrom ab.
20. 9 2014 - Das 181. Oktoberfest beginnt
München-Theresienwiese * Das 181. Oktoberfest beginnt. Mit vier Schlägen zapft der neu gewählte Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter im Schottenhamel-Festzelt das erste Fass an. Mit dem Ruf „Ozapft is“ ist die Wiesn schließlich offiziell eröffnet.
17. 9 1910 - Der Simplicissimus ernennt Schottenhamel zum Rector Magnificus
München-Theresienwiese * In einer Karikatur im Simplicissimus ernennt Thomas Theodor Heine den Festwirt Michael Schottenhamel zum „Rector Magnificus“, weil während der Wiesntage sowieso alle Studenten bei ihm „hören“.
23. 9 1916 - Das Oktoberfest fällt kriegsbedingt aus
München-Theresienwiese • Eigentlich müsste das Oktoberfest beginnen. Es fällt diese Jahr aber erneut kriegsbedingt aus.
18. 9 2005 - Das Hacker-Festzelt erhält ein Cabrio-Dach
München-Theresienwiese * Das Hacker-Festzelt erhält ein Cabrio-Dach. Ein circa 50 qm großer Teil der überdachung kann bei geeignetem Wetter um einige Meter abgesenkt werden. Damit ist ein Blick auf den Sternenhimmel oder dem weiß-blauen Himmel vom Zeltinneren aus möglich. Außerdem zirkuliert die Luft im Zelt besser.
11. 12 2014 - Die Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat werden wieder aufgenommen
München * Generalbundesanwalt Harald Range nimmt - 34 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat - die Ermittlungen offiziell wieder auf. Eine neue Zeugin hatte sich bei dem Münchner Anwalt Werner Dietrich gemeldet. Ihre Aussage war ausschlaggebend für die Wiederaufnahme des Verfahrens.
Dietrich hatte in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Wiederaufnahme-Anträge gestellt. Der Dritte war jetzt erfolgreich. „Die Ermittlungen fangen jetzt wieder ganz am Anfang an“. Mit den Ermittlungen hat der Karlsruher Generalbundesanwalt das Bayerische Landeskriminalamt beauftragt. Ob das die richtige Entscheidung ist, muss die Zukunft klären.
18. 9 1999 - Die Familie Kuffler kauft das Nymphenburg-Sekt-Zelt Zum Weinwirt
München-Theresienwiese * Die Familie Kuffler kauft das „Nymphenburg-Sekt-Zelt ‚Zum Weinwirt‘“, weil die Sektkellerei Nymphenburg von Schloss Wachenheim übernommen wird. Ab da heißt das Festzelt kurz und knapp „Kufflers Weinzelt“.
21. 9 2026 - Erster „Rosa Montag“ auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Unter dem Motto „Bier, Boobs, Brezn“ findet in der Bräurosl erstmals ein eigenes Wiesn-Event für Frauen, Lesben sowie intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Menschen statt. Rund 800 Gäste nehmen an der Premiere teil.
Die Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs eröffnet die Veranstaltung mit dem traditionellen Fassanstich. Der „Rosa Montag“ ergänzt den seit 1977 bestehenden Gay Sunday und soll queeren Frauen und anderen bislang weniger sichtbaren Gruppen einen eigenen Raum auf dem Oktoberfest bieten.
22. 9 1979 - Wiggerl und Christa Hagn übernehmen das Löwenbräu-Festzelt
München-Theresienwiese • Das Wirteehepaar Ludwig Wiggerl und Christa Hagn übernimmt das Löwenbräu-Festzelt.
19. 9 1987 - Es darf nur Münchner Bier ausgeschenkt werden
München-Theresienwiese * Nachdem sich in den 1980er-Jahren mit der „Prinz Luitpolds Weisse Bräu GmbH“ aus Kaltenberg eine weitere Brauerei auf der Wiesn etablieren wollte, ergänzt der Verein Münchner Brauereien e.V. seine Betriebsvorschriften für das Oktoberfest:
„Das Oktoberfest ist das traditionelle Münchner Volksfest mit Münchner Gastlichkeit und Münchner Bier. Diese Tradition gilt es weiter zu wahren. An Wies‘n-Besucher darf deshalb nur Münchner Bier der leistungsfähigen und bewährten Münchner Traditionsunternehmen ausgeschenkt werden“.
18. 9 2010 - Der Probebetrieb für die neue Bier-Ringleitung beginnt
München-Theresienwiese * Der Probebetrieb für die neue Bier-Ringleitung im Winzerer-Fähndl-Festzelt beginnt. Gleichzeitig mit den Fundamenten für das neue Zelt wurde auch die unterirdische Bierleitung gelegt. Die Anlage ist 300 Meter lang und verläuft in einem großen Quadrat gut einen Meter unter dem Zeltboden. Wenn die Leitung gefüllt ist, befinden sich insgesamt 2.400 Liter Bier darin. Die Fließgeschwindigkeit ist minimal, damit kein Schaum entsteht.
Es gibt nur eine einzige Einfüllstelle an der nordöstlichen Ecke des Rohrquadrats. Die neuen Behälter für die Zentralversorgung lassen sich in einer Stunde auffüllen. Der Weg des Bieres ist eine Wissenschaft für sich. Er beginnt in der Paulaner Brauerei, wo es bei minus ein Grad in Tankwagen gefüllt wird. Mit etwa null Grad kommt es am Winzerer-Fähndl-Festzelt an, wo es in die drei Riesentanks mit je 28.000 Liter gefüllt wird. Dort kann der Gerstensaft noch zwei oder drei Grad wärmer werden, bevor er in die unterirdische Leitung fließt.
Die Rohre haben einen Durchmesser von 10 Zentimeter für den Bier-Durchfluss, umschlossen von einer 20 Zentimeter dicken Dämmung. Die letzten vier bis sechs Meter zur Schenke kommt noch ein zusätzlicher Durchlaufkühler hinzu, damit der Gast seine Mass Bier mit einer anständigen Temperatur von sechs bis sieben Grad bekommt.
20. 9 1952 - Das Hofbräuhaus-Festzelt ist erstmals auf der Wiesn
München-Theresienwiese * Das Hofbräuhaus-Festzelt ist erstmals auf der Wiesn.
22. 9 1984 - Das Weinzelt wird als völlig neues Zelt eröffnet
München-Theresienwiese • Die Gastronomen-Familie Roland und Doris Kuffler übernimmt den Weinausschank im Nymphenburg-Sekt-Zelt ‚Zum Weinwirt‘, wie der Betrieb offiziell heißt. Das Weinzelt wird als völlig neues Zelt eröffnet.
26. 9 1980 - Das Oktoberfest-Attentat
München-Theresienwiese * Freitag, 22:19 Uhr: Am Haupteingang der Wiesn explodiert ein Sprengsatz. Der Feuerball unterbricht die ausgelassene Volksfeststimmung auf dem Oktoberfest und tötet 13 Menschen. 211 Personen werden verletzt, davon 68 schwer. „Menschen wirbeln durch die Luft, Blut spritzt, zerfetzte Gliedmaßen, unglaubliche Schmerzen und verzweifelte Schreie, die nur die hörten, denen nicht gleich das Trommelfell platzte“. Einer der Toten ist der Geologiestudent Gundolf Köhler (21). Als die Rettungskräfte am Tatort eintreffen, finden sie in einem Umkreis von bis zu 23 Metern Verletzte und Tote verstreut auf der Straße liegen. Die die Detonation begleitende Druckwelle ist gewaltig gewesen.
Noch in der Nacht stehen für die Bayerische Staatsregierung die Schuldigen fest: Die RAF und linke Terroristen müssen für das Massaker verantwortlich sein. Ministerpräsident Franz Josef Strauß steht mitten im Wahlkampf. Er will Helmut Schmidt (SPD) als Bundeskanzler ablösen und hat sich selbst als starker Law-and-Order-Mann positioniert.
Nun sieht Franz Josef Strauß seine Stunde gekommen. Er greift Innenminister Gerhard Baum (FDP) an, der für das Nachrichtenmagazin Spiegel eine Diskussion mit dem RAF-Anwalt und Ex-Terroristen Horst Mahler geführt hat. Strauß macht Baum für das Attentat mitverantwortlich, weil er den Terrorismus quasi salonfähig gemacht hat. Strauß fordert, dass sofort Flugblätter produziert werden, die Baum im Gespräch mit Mahler zeigen. Doch die Attacke gegen Links wird sich bald als Bumerang erweisen.
Auf den Verdacht hin, dass es sich um einen Terrorakt handelte, leitet Generalbundesanwalt Kurt Rebmann zusätzlich ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Die Untersuchung liegt damit federführend beim Bund.
Nach intensiven Beratungen mit Politikern, dem Polizeipräsidenten und den Veranstaltern entscheidet Oberbürgermeister Erich Kiesl noch mitten in der Nacht, das Oktoberfest nicht abzubrechen, sondern nur einen Trauertag zu veranstalten. Man wolle und dürfe sich dem Terror, gleich von welcher Seite, nicht beugen. Bei dieser nicht unumstrittenen Entscheidung hat man auch das Beispiel der XX. Olympischen Spiele in München vor Augen, die trotz eines Terroranschlages zu Ende geführt worden waren.
21. 9 2018 - Das Wiesnwirte-Ehepaar Arabella und Peter Pongratz wird geschieden
München-Theresienwiese • Das Wiesnwirte-Ehepaar Arabella und Peter Pongratz wird einen Tag vor der Eröffnung des Oktoberfestes geschieden. Sie bleiben aber dennoch weiterhin die Wiesnwirte im Winzerer-Fähndl-Festzelt.
18. 9 2010 - Nach 62 Jahren erstellt Augustiner für seine Festhalle wieder einen Turm
München-Theresienwiese * Nach 62 Jahren erstellt Augustiner für seine Festhalle wieder einen Turm. Er hat eine Grundfläche von 6 x 6 Metern, ist 25,67 Meter hoch und besitzt 4 Ebenen. Im 1. Stock ist eine Kühlzelle eingebaut. Das Erdgeschoss ist als Lagerhalle für die Holzfässer und das Stangeneis ausgebaut.
22. 9 2001 - Georg Heide wird Festwirt im Pschorr-Bräurösl-Festzelt
München-Theresienwiese • Georg Heide wird Festwirt im Pschorr-Bräurösl-Festzelt.
1. 10 1995 - Keine Verlängerung des Oktoberfestes bis zum Feiertag
München-Ludwigsvorstadt * Obwohl der Tag der Deutschen Einheit auf einen Dienstag fällt, wird das Oktoberfest nicht bis zum Feiertag verlängert. Die Wiesn endet bereits am Sonntag, 1. Oktober, nach den üblichen 16 Tagen.
Während der Wiesn werden nach Angaben des Statistischen Amts insgesamt 79 Ochsen gebraten und verspeist.
16. 10 1842 - Ein Festzug mit Brautpaaren bewegt sich auf die Theresienwiese
München - München-Theresienwiese * An diesem Sonntag versammeln sich 35 Brautpaare, die aus den acht Regierungsbezirken des Königreichs Bayern stammen, samt ihren Eltern oder deren Stellvertreter, mit den Trauzeugen und der sonst an jedem Ort üblichen Begleitung eines Brautzuges. Sie werden in der katholischen Michaelskirche beziehungsweise der evangelischen Matthäus-Kirche verehelicht.
Nach einem gemeinsamen Mittagsmahl im Saal des Alten Rathauses bewegt sich der etwa 400 Personen umfassende und in den unterschiedlichen Trachten gekleidete „Hochzeiter“-Zug zur Theresienwiese, in die die 24 katholischen und elf protestantischen Brautpaaren in bayerischer Tracht einbezogen werden.
Das Kronprinzenpaar eröffnet das Oktoberfest. Danach wohnen die Brautpaare gemeinsam mit der Herrscherfamilie dem Hauptpferderennen und der Preisverleihung des Landwirtschaftsfestes bei.
19. 9 1953 - Der Löwe auf dem Löwenbräu-Festzelt darf wieder brüllen
München-Theresienwiese * Der 4,50 Meter große Löwe auf dem Löwenbräu-Festzelt darf wieder brüllen. Die Öffentlichkeit hatte für die Maulkorb-Maßnahme des Stadtrats kein Verständnis gezeigt. Im Gegenteil, der brüllende Löwe war zu einem Wahrzeichen des Oktoberfestes geworden. Gemeinsam mit der Löwenbrauerei protestierten die Wiesnbesucher gegen den Maulkorb.
17. 9 2022 - OB Dieter Reiter eröffnet die 187. Wiesn
München-Theresienwiese * Zwei Jahre nach der durch die Corona-Epidemie erzwungene Oktoberfest-Pause zapft Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mit drei Schlägen in der Schottenhamel-Festhalle das erste Wiesn-Fass an. Nach seinem Ruf „Ozapft is! - Auf eine friedliche Wiesn!“ ist das weltweit größte Bierfest offiziell eröffnet. Es ist das 187. Oktoberfest.
28. 9 1810 - Der Lohnkutscher Franz Baumgartner regt ein Pferderennen an
München * Der Überlieferung nach schlägt der Lohnkutscher und Nationalgardist Franz Baumgartner seinem Vorgesetzten, Major Andreas Michael von Dall’Armi, vor, die Hochzeitsfeierlichkeiten für Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese durch ein Pferderennen zu ergänzen.
19. 9 1970 - Richard Süßmeier wird Sprecher der Wiesnwirte
München-Theresienwiese * Richard Süßmeier wird Sprecher der Wiesnwirte - bis 1984.
28. 9 1919 - Ein Herbstfest als Ersatz für das Oktoberfest
München-Theresienwiese * Als Ersatz für das Oktoberfest wird ein Herbstfest durchgeführt.
10. 9 1918 - Das Ordinariat erlässt einen Aufruf zum Kauf der 9. Kriegsanleihe
München * Das Ordinariat des Erzbistums München und Freising erlässt im Amtsblatt einen Aufruf in dem es den Seelsorgeklerus zur kräftigen Werbetätigkeit für die 9. Kriegsanleihe auffordert. Sie selbst sollen aus Pfründen- und Stiftungsmitteln zeichnen.
18. 9 2004 - Das Geschirr für das Brauereigespann von Paulaner wird erneuert
München-Theresienwiese * Das Geschirr für das Brauereigespann von Paulaner wird erneuert. Es kostet 125.000 € für sechs Pferde. 2.280 Arbeitsstunden sind für die Herstellung angefallen.
19. 9 2026 - Wiesn-Auftakt zwischen Gedenken und Feiern
München-Ludwigsvorstadt * Erstmals hält der der Festzug beim Einzug der Wiesnwirte und Brauereien am Denkmal für die Opfer des rechtsextremen Oktoberfest-Attentats von 1980. Oberbürgermeister Dominik Krause und die Bürgermeisterinnen Mona Fuchs und Verena Dietl gedenken der zwölf getöteten Besucherinnen und Besucher.
Anschließend zapft Krause, um 12 Uhr, im Schottenhamel-Festzelt, das erste Fass Wiesnbier an und eröffnet bei seiner Anstichpremiere mit zwei Schlägen und dem Ruf „O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!“ das 191. Oktoberfest. Dominik Krause ist nämlich erst seit Mai 2026 im Amt.
1704 - Maria Anna Lindmayr warnt vor einem Strafgericht
München * Die Münchner Mystikerin Maria Anna Lindmayr leidet unter rätselhaften körperlichen Beschwerden und berichtet wiederholt von religiösen Visionen. Unter dem Eindruck des Spanischen Erbfolgekriegs und der militärischen Bedrohung Baierns verstärken sich diese Erfahrungen.
Im Jahr 1704 erreichen ihre prophetischen Warnungen einen vorläufigen Höhepunkt. Lindmayr kündigt ein göttliches „Strafgericht“ an, falls die Menschen – insbesondere die Angehörigen des kurfürstlichen Hofes – ihr Leben nicht bessern und sich nicht erneut dem Glauben zuwenden. Ihre Botschaften finden in der verunsicherten Bevölkerung und bis in höfische Kreise hinein Beachtung.
25. 7 2014 - Der neue Krug der Wiesnwirte zeigt den Steyerer Hans
München * Der neue Krug der Wiesnwirte wird präsentiert. Ihn ziert das Konterfei eines ehemaligen Kollegen: den Steyrer Hans.
26. 6 1789 - Friedhof vor dem Sendlinger Tor für Bestattungen freigegeben
München-Isarvorstadt * Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der neue Teil des Friedhofs vor dem Sendlinger Tor für Bestattungen freigegeben.
14. 10 1832 - „... die arbeitende, ärmere Klasse der Gesellschaft kann hier mitgenießen“
München-Theresienwiese * Auf dem Oktoberfest kann man beobachten, „dass die arbeitende, ärmere Klasse der Gesellschaft, die anderwärts nur draußen steht und neidisch und begehrlich zusieht, hier mitgenießen kann“.
6. 8 1824 - Die Zahl der auf dem Oktoberfest zugelassenen Bierwirte wird festgelegt
München-Theresienwiese * In einer gemeinsamen Bekanntmachung der Polizeidirektion, des Landgerichts und des Magistrats der Stadt München wird die Zahl der auf dem Oktoberfest zugelassenen einheimischen (hiesigen) Bierwirte und Brauer auf 18 festgelegt. Im Losverfahren werden in einem Jahr die ersten 18, im nächsten Jahr die zweiten 18 Bewerber berücksichtigt.
Zudem sind auch vier Wirte aus dem umliegenden Landgericht München zuglassen. Ihr Standort ist auf der Theresienhöhe.
1915 - Kriegsdienst unterbricht die Zusammenarbeit mit Karl Valentin
München-Angerviertel * Ludwig „Wiggerl“ Greiner wird zum Kriegsdienst einberufen. Mit seiner Einberufung endet die enge künstlerische Zusammenarbeit mit Karl Valentin zunächst. Erst nach dem Krieg stehen beide wieder gemeinsam auf der Bühne.
18. 9 2010 - Das Winzerer-Fähndl-Festzelt bekommt eine neue Festhalle
München-Theresienwiese * Das Winzerer-Fähndl-Festzelt bekommt eine neue Festhalle. Das Zelt ist eine stützenfreie Konstruktion mit einer Spannweite von 37 Metern. Dadurch wirkt das Wiesnzelt offener und luftiger. Auch der 25 Meter hohe Turm und der Masskrug wird erneuert. Dieser fasst theoretisch 42.300 Liter Wiesnbier. Die neuen Biertisch-Garnituren bieten mehr Beinfreiheit. Mit der ebenfalls neuen unterirdischen Bierleitung ist die Winzerer-Fähndl-Festhalle das modernste und sicherste Wiesnzelt.
8. 2 1908 - Ludwig und Therese Greiner erfinden den „Skelett-Gigerl“
München-Angerviertel * Auf der Suche nach einer Unterkunft klopft Karl Valentin auch an die Tür der Gastwirtschaft „Zum Feuerhaus“. „Mit an Stösser am Kopf, an Schirm am Arm und mit a großen Ledermappen“ erscheint der Volkssänger bei Ludwig „Wiggerl“ und Therese Greiner.
Die Wirtsleute haben noch ein kleines Kammerl frei. Es ist allerdings nur über das Schlafzimmer des frisch verheirateten Ehepaars zu erreichen. Therese Greiner fragt Valentin, ob ihn das störe. Ihn kümmert es nicht – noch am selben Tag zieht er als „Zimmerherr“ bei den Greiners ein und bleibt dort bis zum 5. Mai 1908.
Wiggerl und Therese bringen Karl Valentin auf die Straße des Erfolgs. Sie erfinden die neue Bühnenfigur, den „Skelett-Gigerl“; Therese Greiner näht ihm die hautengen und viel zu kurzen Klamotten, die sein ausgezehrtes, klapperdürres Gestell in unnachahmlicher Weise zur Geltung bringen.
Da Wiggerl Greiner Klavier spielt und Karl Valentin musikalisch begleiten kann, entwickelt sich rasch eine enge Freundschaft. Sie hält über Jahrzehnte hinweg.
10. 7 1934 - Kardinal Faulhaber traut den Eisner-Mörder
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber traut den Kurt-Eisner-Mörder Anton Graf von Arco auf Valley mit Gabrielle Gräfin von Arco-Zinneberg in der Dreifaltigkeitskirche.
Arco hatte den Gründer des Freistaats Bayern am 21. Februar 1919 hinterrücks ermordet, war zunächst zum Tode verurteilt, aber am nächsten Tag zu lebenslänglicher Festungshaft begnadigt worden. Nach fünf Jahren wurde er aus der Haft entlassen. Anton Graf von Arco auf Valley war durch seine Tat in monarchistischen und konservativen Kreisen hoch angesehen. Deshalb ist es dem Münchner Erzbischof und Kardinal ein persönliches Anliegen, die Trauung durchzuführen.
Nach dem 16. 9 2006 - Ein CSU-Stadtrat flippt vor der Käfer-Wies‘nschänke aus
München-Theresienwiese * Der ehemalige CSU-Jungspund Christian Baretti, (er ist 2005 aus der CSU ausgetreten) seinerzeit Stadtrat und Drahtzieher der CSU-Wahlfälschungsaffäre, droht dem Türsteher der Käfer-Wies‘nschänke: „Ich werde Euere Haus zerlegen“. Als der Chef des Wachdienstes ankündigt, den Fall der Stadt zu melden, bleibt Baretti stur - und wird letztlich doch ins Zelt gelassen. Doch sein Auftritt hat eine Konsequenz: Er erhält eine schriftliche Missbilligung der Stadt.
4. 1 1710 - Die Münchner bitten um Erlaubnis für den Bau der Dreifaltigkeitskirche
München-Kreuzviertel * In München wird die Kaiserliche Administration um Erlaubnis gebeten, eine Dreifaltigkeitskirche zu errichten. Damit soll das Gelübde eingelöst werden, das Vertreter von Adel, Geistlichkeit und Bürgerschaft 1704 angesichts des Spanischen Erbfolgekriegs abgelegt haben. Über den Antrag und die weiteren Schritte zum Kirchenbau müssen sich die Münchner nun mit der kaiserlichen Verwaltung verständigen. Der Bau beginnt 1711.
8. 1 1710 - Kaiser Joseph I. unterstützt den geplanten Kirchenbau
München - Wien * Die Kaiserliche Administration unterrichtet Kaiser Joseph I. über den Wunsch der Münchner, die gelobte Dreifaltigkeitskirche zu bauen. Der Kaiser zeigt Interesse an dem Vorhaben, stellt die Entsendung von Vertretern zu den Beratungen in Aussicht und kündigt finanzielle sowie materielle Unterstützung an. Die in München ansässige Administration übernimmt die Abstimmung zwischen dem kaiserlichen Hof, der Stadt, der Landschaft und den kirchlichen Stellen.
21. 10 1711 - Grundsteinlegung für die Dreifaltigkeitskirche
München-Kreuzviertel * Der Grundstein für die Dreifaltigkeitskirche wird gelegt. Mit dem Bau beginnen die Münchner Stände, ihr Gelübde von 1704 einzulösen: Sie haben eine Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit versprochen, als sie während des Spanischen Erbfolgekriegs um die Verschonung der Stadt fürchteten. Giovanni Antonio Viscardi entwirft das Gotteshaus, das mit dem neuen Karmelitinnenkloster verbunden wird.
9 1712 - Richtfest für die Dreifaltigkeitskirche
München-Kreuzviertel * Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung steht der Rohbau der Dreifaltigkeitskirche unter Dach. Die Zimmerleute haben die Dachkonstruktion errichtet; nun kann Richtfest gefeiert werden. Die Kuppel und die Ausstattung der Kirche folgen in den nächsten Jahren.
8 1714 - Stuckarbeiten in der Dreifaltigkeitskirche beginnen
München-Kreuzviertel * Der Stuckateur Johann Georg Baader beginnt mit der plastischen Ausschmückung des Innenraums der Dreifaltigkeitskirche. Seine Stuckarbeiten gehören zur barocken Ausstattung des seit 1711 errichteten Gotteshauses.
6. 10 1714 - Die Dreifaltigkeitskirche wird gesegnet
München-Kreuzviertel * Dekan Johann Martin Constante von Vestenburg segnet die Dreifaltigkeitskirche. Ihre Ausstattung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollendet: Altäre, Kanzel und Abschlussgitter entstehen in den folgenden Jahren. Die feierliche Kirchweihe findet erst 1718 statt.
29. 5 1718 - Die Einweihung der Dreifaltigkeitskirche
München-Kreuzviertel * Die offizielle Weihe der Dreifaltigkeitskirche vollzieht der Freisinger Fürstbischof Franz von Eckher von Kapfenberg und Lichteneck. Das Gelöbnis der „drey Stände, Der Bürger, Edelleith, und gesamter Geistlichkeit“ vom 17. Juli 1704 ist damit endgültig erfüllt worden. Vierzehn Jahre hat es gedauert, wobei alleine die Suche nach einem geeigneten Bauplatz für die Dreifaltigkeitskirche über sieben Jahre in Anspruch nahm. Dabei standen insgesamt zwölf Bauplätze zur Diskussion.
1 1908 - Wiggerl und Therese Greiner übernehmen das „Feuerhaus“
München-Angerviertel * Ludwig „Wiggerl“ Greiner und seine Ehefrau Therese übernehmen das Gasthaus „Zum Feuerhaus“ am Oberanger. Das Wirtshaus liegt unmittelbar neben der Hauptfeuerwache und entwickelt sich unter ihrer Leitung zu einem beliebten Treffpunkt.
28. 9 1946 - Nur leichte Kriegsbeschädigungen bei der Dreifaltigkeitskirche
München-Kreuzviertel * Die Dreifaltigkeitskirche bleibt tatsächlich als einzige Kirche der Münchner Innenstadt von der Wucht der Bomben des Zweiten Weltkriegs weitestgehend verschont.
Der Bericht des Dompfarrers K. Abenthum vom 28. September 1946 führt folgende Beschädigungen auf: „Dach über dem Querschiff abgebrannt; Sakristeianbauten größtenteils zerstört. […] Kleinere Splitterschäden und Beschädigungen an der Putzarchitektur. Im Inneren: […] Altargemälde ernsthaft beschädigt.“
20. 9 1958 - Wiesnwirt Richard Süßmeier wird Letzter beim Einzug der Wiesnwirte
München-Theresienwiese * Richard Süßmeier betreibt in einer ehemaligen Reichsarbeitsdienstbaracke das Kleine Winzerer Fähndl auf der Wiesn. Beim Einzug der Wiesnwirte zieht der Wirt vom Straubinger Hof zieht mit einem Eselskarren in seine kleine Festhalle ein.
„Ich hab‘ mir gedacht: Ich mit dem kleinsten Zelt, mit dieser Baracke - dazu passt doch keine Pferdekutsche beim Einzug.“ Also spannt er zwei Esel vor einen Leiterwagen. In der Sonnenstraße setzen sich die Esel einfach hin und stehen nicht mehr auf. Damit ist er der Letzte beim Wiesnwirte-Einzug. Hinter ihm nur noch die Polizei und die Straßenreinigung.
Seitdem dürfen sich keine Esel mehr am Einzug der Wiesnwirte beteiligen. (Wohlgemerkt vierhaxige!)
12. 2 1704 - Lindmayr deutet den Tod eines Prinzen als göttliche Strafe
München * Prinz Wilhelm, ein Sohn des Kurfürsten Max Emanuel und der Kurfürstin Therese Kunigunde, stirbt im Alter von zweieinhalb Jahren. Die Münchner Mystikerin Maria Anna Lindmayr, im Volksmund die „fromme Jungfer Marianndl“ genannt, deutet den Tod des Kindes als göttliche Strafe für die ausgelassenen Faschingsfeiern am kurfürstlichen Hof. Ihre religiöse Auslegung verstärkt die angespannte Stimmung in der von Krieg und Zukunftsängsten geprägten Stadt.
23. 7 1802 - Die Karmeliten werden nach Straubing gebracht
München-Kreuzviertel * Dreißig Karmeliten und vier Laienbrüder werden in das ehemalige Franziskaner-Kloster nach Straubing gebracht.
21. 9 1946 - Als Ersatz für das Oktoberfest wird ein Herbstfest durchgeführt
München-Theresienwiese • Als Ersatz für das Oktoberfest wird ein Herbstfest durchgeführt.
2. 10 1921 - Karl Valentin betreibt die von ihm entwickelte Froschbahn
München-Theresienwiese * Auf dem Münchner Oktoberfest betreibt Karl Valentin die von ihm entwickelte Froschbahn.
18. 9 2004 - Das Hacker-Festzelt bekommt den Himmel der Bayern
München-Theresienwiese * Das Hacker-Festzelt erhält eine neue Innenkulisse, ein neues, drehbares Musikpodium und einen neuen Himmel - den „Himmel der Bayern“.
17. 9 1904 - Josef Pravida und seine Fischerhütte zum Holländer
München-Theresienwiese * Josef Pravida lässt neben der Augustiner-Festburg ein Fischerhäuschen errichten und nennt sie „Fischerhütte zum Holländer“. Die Bedienungen sind in holländischer Tracht gekleidet.
19. 9 1953 - Ludwig und Berta Hagn übernehmen das Schützenzelt
München-Theresienwiese * Ludwig und Berta Hagn sen. übernehmen das Schützenzelt unterhalb der Bavaria.
22. 5 1713 - Maria Anna Lindmayr legt ihre Ordensgelübde ab
München * Maria Anna Lindmayr legt im Karmelitinnenkloster an der entstehenden Dreifaltigkeitskirche ihre feierliche Profess ab. Als Schwester Maria Anna Josepha a Jesu gehört sie nun dauerhaft dem Konvent an.
4. 10 1810 - Einladungen zum Pferderennen werden verschickt
München * Die Organisatoren versenden Einladungen und Ausschreibungen für das am 17. Oktober geplante Pferderennen zu Ehren des königlichen Hochzeitspaares. Als Rennplatz ist das weite, unbebaute Gelände „vor dem Sendlinger Thore, seitwärts der Straße die nach Italien führt“ vorgesehen. Das Areal vor den Toren Münchens erhält erst später den Namen Theresienwiese.
20. 9 1980 - Hermann und Anneliese Haberl betreiben die Ochsenbraterei
München-Theresienwiese * Die Ochsenbraterei geht in den Besitz der Spaten-Franziskaner-Brauerei über. Gleichzeitig werden Hermann und Anneliese Haberl die Wirtsleute der Spatenbräu-Festhalle und Ochsenbraterei.
18. 9 2004 - Das Winzerer-Fähndl-Festzelt wird heller und freundlicher
München-Theresienwiese * Peter und Arabella Pongraz werden Wiesnwirte im Winzerer-Fähndl. Das Winzerer-Fähndl-Festzelt bekommt ein neues Zeltdach. Die Festhalle wird dadurch heller und freundlicher.
22. 5 1712 - Maria Anna Lindmayr beginnt ihr Noviziat
München-Kreuzviertel * Am Dreifaltigkeitssonntag wird Maria Anna Lindmayr im Konvent der Unbeschuhten Karmelitinnen eingekleidet und zum Noviziat zugelassen. Damit beginnt für sie die Probezeit vor der endgültigen Aufnahme in den Orden.
9 1714 - Cosmas Damian Asam beginnt die Fresken der Dreifaltigkeitskirche
München-Kreuzviertel * Der 28-jährige Cosmas Damian Asam beginnt mit der Ausmalung der noch im Bau befindlichen Dreifaltigkeitskirche. Er gestaltet die Deckenfresken, während Johann Georg Bader an den Stuckarbeiten arbeitet. Für Asam ist es einer seiner ersten eigenständigen Freskenaufträge nach seiner Rückkehr aus Italien.
17. 9 1988 - Erstmals heißts auf der Wiesn: Wegen Überfüllung geschlossen
München-Theresienwiese * Erstmals werden auf dem Oktoberfest die Türen der Festzelte „Wegen Überfüllung geschlossen“.
14. 10 1711 - Maria Anna Lindmayr schließt sich den Karmelitinnen an
München-Kreuzviertel * Maria Anna Lindmayr wird in die junge Gemeinschaft der Unbeschuhten Karmelitinnen aufgenommen. Sie lebt zunächst als Terziarin in der vorläufigen Unterkunft nahe dem heutigen Promenadeplatz. Erst 1712 beginnt sie ihr Noviziat.
27. 9 1713 - Giovanni Antonio Viscardi stirbt
München * Giovanni Antonio Viscardi stirbt.
Den Bau der Dreifaltigkeitskirche beenden sein Palier Johann Georg Ettenhofer und der neue Hofbaumeister Enrico Zucalli.
16. 9 1711 - Die ersten Karmelitinnen treffen in München ein
München * Vier Unbeschuhte Karmelitinnen kommen aus Prag nach München und werden feierlich empfangen. Sie beziehen zunächst eine vorläufige Unterkunft. Das geplante Kloster neben der Dreifaltigkeitskirche können die Schwestern erst 1714 beziehen.
5. 8 1714 - Maria Anna Lindmayr hält ihre Vision schriftlich fest
München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr beschreibt schriftlich ihre Vision zur Rettung Münchens durch den Bau einer Dreifaltigkeitskirche. Eine von ihr verfasste Darstellung der Entstehungsgeschichte ist aus dem Jahr 1714 überliefert. Im Gelübde der drei Stände vom 17. Juli 1704 wird ihre Vision dagegen nicht erwähnt.
Ob Lindmayr das Gelübde von 1704 angeregt hat, lässt sich aus dessen Wortlaut allein weder belegen noch widerlegen. Die spätere Überlieferung schreibt ihr diese Rolle zu; der zeitliche Abstand ihrer schriftlichen Darstellung zum Gelübde sollte dabei kenntlich bleiben.
18. 7 1802 - Aufhebung des Karmelitenklosters
München-Kreuzviertel * Die Regierung Montgelas ordnet die Aufhebung des Karmelitenklosters an. Anfangs bezieht das Militär die aufgelassenen und leerstehenden Klosterräume, bis Teile für das Neue Gymnasium, das spätere Ludwigs-Gymnasium, eingerichtet und andere Teile zum Königlichen Erziehungsinstitut für Studierende, dem sogenannten Hollandeum, ausgebaut werden können.
15. 10 1691 - Maria Anna Lindmayr wird Tertiarin
München * Maria Anna Lindmayr wird am Fest der großen Theresia von Avila, vom Prior des Karmeliterklosters als Tertiarin in die Ordensgemeinschaft aufgenommen. Sie erhält das Drittordenskleid und führt fortan für sich ein strenges Büßerleben.
18. 5 1704 - Lindmayrs Prophezeiungen beunruhigen die Stadt
München * Die Berichte über Maria Anna Lindmayrs Visionen und ihre Warnung vor einem göttlichen Strafgericht verbreiten sich in München. Am Dreifaltigkeitssonntag führen die Kriegsangst und zahlreiche Gerüchte zu einem größeren Volksauflauf.
Der Kurfürstliche Geheime Rat weist daraufhin die Prediger an, den „Ausstreuungen einer gewissen Person“ entgegenzutreten und die Bevölkerung stattdessen zu „Buße, Tugend und Frömmigkeit“ aufzurufen. Lindmayr wendet sich an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck, der ihre Aussagen durch eine Kommission angesehener Geistlicher prüfen lässt. Diese gelangt zu dem zeittypisch formulierten Urteil, Lindmayr besitze „in etlichen Sachen eine mehr als natürliche Erkenntnis“.
Das Gutachten stärkt Lindmayrs Ansehen in München. Sie erklärt, Gott werde die Stadt nur dann vor den schlimmsten Kriegsfolgen bewahren, wenn ihm der Bau einer Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit gelobt werde. Ihre Forderung bereitet das feierliche Gelübde vor, das die baierischen Landstände und die Münchner Bürgerschaft am 17. Juli 1704 ablegen.
2. 10 1921 - Das erste Nachkriegs-Oktoberfestes beginnt im Oktober
München-Theresienwiese * Der Beginn des ersten Nachkriegs-Oktoberfestes wird auf den ersten Sonntag im Oktober festgelegt.
25. 9 1920 - Als Ersatz für das Oktoberfest wird ein Herbstfest durchgeführt
München-Theresienwiese * Als Ersatz für das Oktoberfest wird ein Herbstfest durchgeführt.
11. 5 1711 - Zustimmung zum Bau des Karmelitinnenklosters
Wien - München * Kaiserinwitwe Eleonore Magdalena Theresia stimmt der Gründung eines Münchner Klosters für zwanzig Unbeschuhte Karmelitinnen zu. Es soll mit der 1704 gelobten Dreifaltigkeitskirche verbunden werden. Für die Planung ist Giovanni Antonio Viscardi vorgesehen; noch 1711 beginnen die Bauarbeiten.
3 1716 - Maria Anna Lindmayr wird Priorin
München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr wird für drei Jahre zur Priorin des Karmelitinnenklosters bei der Dreifaltigkeitskirche gewählt. Als Oberin übernimmt sie die Leitung der klösterlichen Gemeinschaft. 1719 wird sie für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
19. 6 1802 - Die restlichen Karmelitinnen werden ins Zentralkloster gebracht
München-Kreuzviertel - Neuburg * Um 4 Uhr früh werden die restlichen Karmelitinnen in ihre neue Niederlassung nach Neuburg gebracht.
3. 10 1869 - König Ludwig II. besucht das Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * König Ludwig II. besucht das Münchner Oktoberfest. Es ist einer seiner seltenen Auftritte auf der Festwiese: Während seiner Regierungszeit nimmt er nur fünfmal am Oktoberfest teil.
4. 10 2026 - Das 191. Oktoberfest endet mit einem Besucherrekord
München-Ludwigsvorstadt * Das 191. Oktoberfest endet nach 16 Tagen. Die vorläufige Bilanz:
- Nach vorläufigen Schätzungen besuchen 7,4 Millionen Menschen die Wiesn – rund 900.000 mehr als im Vorjahr. Damit übertrifft das Fest den bisherigen Rekord von 7,2 Millionen Gästen aus dem Jahr 2003, als die Wiesn allerdings 18 Tage dauert.
- Fast durchgehend sonniges Wetter sorgt für gut besuchte Biergärten und steigende Besucherzahlen unter der Woche.
- 6,7 Millionen Liter Festbier werden ausgeschenkt, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
- Die Polizei zählt 1.851 Einsätze, darunter 237 Körperverletzungen; in 25 Fällen dient ein Masskrug als Tatwaffe.
- Registriert werden 80 Sexualdelikte, darunter fünf mutmaßliche Vergewaltigungen, sowie 159 Diebstähle.
- 207 Betäubungsmittelverstöße bedeuten einen Anstieg um mehr als 80 Prozent; überwiegend geht es um Kokain.
- 146 Verstöße gegen das Flugbeschränkungsgebiet werden festgestellt, davon 127 mit Drohnen.
- Die Aicher Ambulanz behandelt 8.409 Patienten, mehr als 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
- 94 Patienten werden in Kliniken gebracht.
- Mit 935 Patienten erreicht der letzte Samstag einen Tagesrekord.
Zwei schwere Arbeitsunfälle überschatten das Fest: Ein 52-jähriger Mitarbeiter stirbt am Freefall-Tower „Hangover“. Am letzten Festtag wird ein 47-jähriger Mitarbeiter einer Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn schwer verletzt und reanimiert.
Das erweiterte Sicherheitskonzept mit zusätzlichen Kameras, KI-Unterstützung und Beobachtern zur Besucherlenkung bewährt sich nach Einschätzung der Verantwortlichen. Eingänge müssen zeitweise gesperrt werden; eine vollständige Schließung des Festgeländes bleibt aus. Wiesnchef Christian Scharpf bezeichnet das Fest als „sonnig, fröhlich, friedlich“.
17. 9 1711 - Das Münchner Karmelitinnenkloster wird gegründet
München * Das Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen nimmt seine Gründungsgeschichte auf. Bis zur Fertigstellung des Klosterbaus leben die Schwestern in einer vorläufigen Unterkunft. Der Neubau neben der geplanten Dreifaltigkeitskirche wird erst 1714 bezogen.
8. 10 1714 - Die Karmelitinnen beziehen ihr neues Kloster
München-Kreuzviertel * Vierzehn Karmelitinnen ziehen in einer feierlichen Prozession vom Palais Perusa in ihr neues Kloster an der Dreifaltigkeitskirche. Dort leben sie künftig als Konvent der Unbeschuhten Karmelitinnen.
19. 4 1890 - Buffalo Bills Wildwest-Show beginnt auf der Theresienwiese
München-Ludwigsvorstadt * Mit der ersten Vorstellung von „Buffalo Bill’s Wild West“ auf der Theresienwiese beginnt die Deutschlandtournee des amerikanischen Showunternehmers William Frederick Cody. Der als „Buffalo Bill“ bekannte ehemalige Bisonjäger gastiert mit seiner Truppe bis 5. Mai in München.
Cowboys, indigene Darstellerinnen und Darsteller sowie zahlreiche Pferde und Bisons bringen ein aufwendiges Arenaspektakel in die Stadt. Das Ensemble schlägt sein Lager auf der Theresienwiese auf. Zum Programm gehören Pferderennen, Reit- und Lassovorführungen, nachgestellte Bisonjagden und ein inszenierter Überfall auf eine Postkutsche. Zu den Hauptattraktionen zählt die Kunstschützin Annie Oakley.
Cody, in München scherzhaft „Ochsen-Willi“ genannt, präsentiert eine dramatisierte Vorstellung des amerikanischen Westens. Seine Schau verbindet artistisches Können mit einer Erzählung der Besiedlung, in der die weißen Pioniere als Helden auftreten und indigene Menschen vor allem als deren Gegner erscheinen. Sie prägt damit das europäische Bild vom „Wilden Westen“. Zu den prominenten Besuchern gehört Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III..
30. 10 1802 - Das Leihhaus im ehemaligen Karmelitinnenkloster
München-Kreuzviertel * Die Klostergebäude an der Rochusstraße sind für den 30. Oktober 1802 zur öffentlichen Versteigerung ausgeschrieben, werden dann aber um 34.000 Gulden dem Staat als Pfand- und Leihhaus überlassen. Lediglich das Nutzungsrecht der Dreifaltigkeitskirche erhält die Lateinische Kongregation, von der das Muttergottes-Gnadenbild stammt.
15. 6 1802 - Die Karmelitinnen werden nach Neuburg an der Donau gebracht
München-Kreuzviertel - Neuburg * Um 4 Uhr früh wird ein Teil der zwanzig Karmelitinnen und zwei Novizinnen auf Wägen gesetzt und in ihre neue Niederlassung nach Neuburg gebracht, wo sie am späten Abend ankommen. Zu Protesten der Bevölkerung kommt es nicht.
21. 9 1935 - Die Festplatzstraßen auf der Wiesn werden asphaltiert
München-Theresienwiese • Die Festplatzstraßen auf der Wiesn werden asphaltiert. Entlang dieser Straßen führen auch alle Zuleitungen für Wasser und Energie, weshalb eine Grundrissänderung mit enormen Kosten verbunden wäre.
2. 9 1754 - Münchens erstes Pfandhaus wird eröffnet
München * Das erste Münchner Pfandleihhaus wird eröffnet, nachdem Kurfürst Max III. Joseph seinem Kammerdiener Sebastian Hueber die Erlaubnis erteilt, Geld gegen Pfänder auszuborgen. Es befindet sich in der Hofstetterschen Behausung an der Rosengasse.
Es ist noch keine städtische Einrichtung, sondern untersteht der kurfürstlichen Verwaltung. Später zieht das Versatzamt in das Haus in der Löwengasse 6, bis der Standort im Jahr 1803 aufgelöst und an die Rochusstraße verlegt wird.
22. 2 1802 - Bestandsaufnahme im Karmelitinnenkloster
München-Kreuzviertel * Der Aufhebungskommissär Bernmiller begibt sich zur Bestandsaufnahme ins Karmelitinnenkloster. Im Konvent leben zwanzig Schwestern vom regulierten Dritten Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen und zwei Novizinnen.
3. 10 2011 - Das Oktoberfest endet mit 6,9 Millionen Besuchen
München-Ludwigsvorstadt * Nach 17 Tagen endet das Oktoberfest. Die Festleitung schätzt die Zahl der Besuche auf 6,9 Millionen. Rund ein Fünftel der Gäste kommt aus dem Ausland. Die Bilanz des Statistischen Amts nennt:
- 118 Ochsen, die verspeist werden,
- 522.821 Brathendl, die verzehrt werden,
- 7.922.500 Liter Wiesnbier, die ausgeschenkt werden.
22. 6 1657 - Ferdinand Maria legt den Grundstein für die Karmelitenkirche
München-Kreuzviertel * Der Grundstein für die Kirche des Karmelitenklosters neben der Wilhelminischen Veste wird vom jugendlichen Kurfürsten Ferdinand Maria gelegt.
16. 11 1306 - Die Klarissinnen am Anger erhalten ein Brauprivileg
München-Angerviertel * Die Herzöge Rudolf I. und Ludwig IV. verleihen dem Klarissinnenkloster St. Jakob am Anger das Recht, Bier zu brauen. Das Privileg stärkt die wirtschaftliche Grundlage des Klosters, dessen Brauerei zu den frühen klösterlichen Braustätten Münchens gehört.
19. 9 1981 - Die Mass Wiesn-Bier kostet 5,25 DMark
München-Theresienwiese * Die Mass Wiesn-Bier kostet 5,25 DMark. 5 Millionen Mass werden ausgeschenkt. Jeder Wiesn-Besucher trinkt im Durchschnitt 0,75 Liter Bier.
1808 - Unterricht und Kinderarbeit am Anger
München-Angerviertel * Bis zum Jahr 1808 erhalten Knaben und Mädchen in der Armen- und Spinnschule des Münchner Beschäftigungshauses am Anger denselben Industrieunterricht. Um Fleiß, Lernbereitschaft und den sogenannten „Industriegeist“ zu fördern, werden die Kinder regelmäßig mit kleinen Geschenken und Prämien belohnt. Die Mittel hierfür stammen aus dem Münchner Armenfonds.
Praktische Beschäftigung finden die Schülerinnen und Schüler in den Flachs-, Werg- und Hanfabteilungen des Beschäftigungshauses. Ab 1808 kommt zudem die Kartätschenmacherei hinzu, also die Herstellung von Kartätschen – einer damals gebräuchlichen Art von Artilleriemunition, die mit zahlreichen kleinen Metallkugeln gefüllt war.
Die Verbindung von schulischer Bildung und produktiver Arbeit entspricht dem damaligen pädagogischen Leitbild, durch Arbeitserziehung sowohl die wirtschaftliche Selbstständigkeit als auch die sittliche Entwicklung der Kinder zu fördern.
1808 - Die Gruft unterhalb der Karmeliten-Kirche wird geräumt
München-Kreuzviertel * Die Gruft unterhalb der Karmeliten-Kirche wird geräumt. Das Gebäude wird klassizistisch überarbeitet und dient als Studienkirche. Der Teil des Klosters hin zur heutigen Pacellistraße dient dem Erzbischöflichen Ordinariat.
11 1810 - Das Oktoberfest soll jährlich stattfinden
München-Ludwigsvorstadt * Die Organisatoren des Pferderennens und das Generalkomitee des Landwirtschaftlichen Vereins in Bayern vereinbaren, die Volksfeier künftig grundsätzlich jedes Jahr während der Maximilianswoche um den 12. Oktober auszurichten. Das Pferderennen soll mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung und der Prämierung herausragender Zuchttiere verbunden werden. Damit entwickelt sich die einmalige Hochzeitsfeier zu einem regelmäßig wiederkehrenden Volks- und Landwirtschaftsfest.
Bis 1818 trägt der Landwirtschaftliche Verein die Verantwortung für das Gesamtfest aus Pferderennen und landwirtschaftlicher Leistungsschau. Wegen der Napoleonischen Kriege kann die Veranstaltung allerdings 1813 und 1814 nicht stattfinden. Ab 1819 übernimmt die Stadt München die Organisation des Oktoberfests.
17. 9 2011 - Eine 300 Meter lange Ringleitung auch in der Bräurosl
München-Theresienwiese * Über eine 300 Meter lange Ringleitung wird das goldfarbene Pschorr-Wiesnbier in der Bräurosl zu den Schänken geliefert. Die Bräurosl verfügt damit als zweites Bierzelt über diese Technik.
13. 10 1811 - Das 2. Oktober-Fest wird mit einem Pferderennen eröffnet
München-Theresienwiese * Das vom Landwirtschaftlichen Verein ausgerichtete Oktober-Fest wird mit einem Pferderennen eröffnet. „Eine zahllose Menge von Zuschauern“ verfolgt den Wettkampf der 60 teilnehmenden Pferde und ihrer Reiter.
30. 9 1830 - Die Leihanstalt in städtischer Verwaltung
München * Die Leihanstalt wird dem Magistrat der Stadt München zur eigenen Verwaltung übergeben.
24. 9 1777 - Mozart logiert im Gasthof Zum schwarzen Adler
München-Kreuzviertel * Wolfgang Amadeus Mozart und seine Mutter kommen in München an und logieren im Gasthof Zum schwarzen Adler des Weinschenks Franz Joseph Albert in der Kaufingergasse.
18. 9 1976 - Der Verein Münchner Oktoberfestmuseum wird gegründet
München-Theresienwiese * Im Pschorr-Festzelt der Ochsenbraterei wird der Verein Münchner Oktoberfestmuseum e.V. gegründet. Sämtliche Wiesnwirte, der Verein Münchner Brauereien, die Schaustellerverbände und Vertreter der Stadt München sind daran beteiligt.
Zum 1. Vorsitzenden wird Xaver Heilmannseder gewählt. Ferdinand Schmid, der 1. Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung ist ein engagierten Mitstreiter der Oktoberfestmuseums-Idee. Weitergepflegt wird diese Idee von den nächsten Vereinsvorständen Richard Süßmeier, Heinz Strobl und Willy Heide.
1. 7 1631 - Der Gründungsbrief für den Karmeliter-Orden
München * Kurfürst Maximilian I. erlässt einen Gründungsbrief für die Niederlassung des Karmeliter-Ordens in München. Sie sollen für ihren Klosterbau ein Gelände außerhalb der Stadtmauern erhalten, gelegen zwischen Angertor und Schiffertor. Doch diese Pläne zerschlagen sich im Verlauf des Krieges.
4. 10 1777 - Weinwirt Franz Joseph Albert will Mozart an München binden
München-Kreuzviertel * Im Weingasthof Zum schwarzen Adler kommen unter Wolfgang Amadeus Mozarts Leitung mehrere Werke zur Aufführung. Mit einem vorgetragenen Violinsolo beeindruckt Mozart ganz besonders: „Da schaute alles groß drein, ich spielte, als wenn ich der größte Geiger in ganz Europa wäre.“ Mozart und Albert sind zufrieden.
Der Musik liebende Weinwirt Franz Joseph Albert hat schon lange erkannt, welcher Gewinn Mozart für München wäre und entwickelt ein interessantes Projekt, das er dem stellenlosen Musiker unterbreitet:
- Er solle in München bleiben und von guten Freunden monatlich mit 50 Gulden unterstützt werden.
- Wenn er für Kompositionen vom Hofintendanten Graf Joseph Anton von von Seeau nur 200 Gulden bekäme, so wären das 800 Gulden im Jahr.
Wolfgang Amadé ist begeistert, nur sein Vater nicht einverstanden, da er seinen Sohn in einer gesicherten Stellung wissen will.
16. 9 1989 - Richard Süßmeier bewirbt sich - erfolglos - um das Hacker-Festzelt
München-Theresienwiese * Richard Süßmeier bewirbt sich um das Hacker-Festzelt, doch CSU und SPD stimmengeschlossen gegen ihn. Und das, obwohl ihn ein Gericht
- vom Vorwurf des Schankbetrugs frei spricht und
- das Verfahren wegen illegaler Beschäftigung mit einer freiwilligen Geldbuße in Höhe von 100.000 DMark endet.
1805 - Zwischen Fürsorge und Zwang
München-Angerviertel * Auf Veranlassung des General-Schul- und Studiendirektors wird im Münchner Beschäftigungshaus am Anger eine Armen- und Spinnschule eingerichtet. Anlass hierfür ist die Befürchtung der Schulbehörden, „dass die Sittenlosigkeit der im Beschäftigungshause auf dem Anger arbeitenden Kinder sehr zunehme, und dass die Hauptquelle davon die Gesellschaft schlechter Weibspersonen sei, an derer Seite die ersteren arbeiten müssen“.
Die Schule richtet sich an Kinder armer Familien, deren Eltern von der Stadt München unterstützt werden. Für diese Kinder ist die Teilnahme am Elementar- und Industrieunterricht verpflichtend. Die Einrichtung soll auf ihre besonderen sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände eingehen und ihnen Bildung sowie praktische Fertigkeiten vermitteln. Verweigern die Eltern den Schulbesuch ihrer Kinder, kann ihnen die städtische Unterstützung entzogen werden. Kinder aus wohlhabenden Familien sind von diesem Unterricht ausdrücklich ausgeschlossen.
Zum Lehrplan gehören die Fächer Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion. Ergänzt wird der Unterricht durch praktische Ausbildung in handwerklichen Tätigkeiten wie Spinnen, Nähen und Stricken. Die Schule verbindet damit schulische Bildung mit dem Ziel, die Kinder auf ein arbeitsames und selbstständiges Leben vorzubereiten.
1812 - Wenn Unterricht zur Kinderarbeit wird
München-Angerviertel * Zum Industrieunterricht in der Armen- und Spinnschule des Münchner Beschäftigungshauses am Anger kommt noch eine Strohhutmacherei dazu. Kinder mit „feinem Gefühl in den Fingern“ werden hier besonders gerne beschäftigt. Die Bedingungen, unter denen die Kinder in die industrielle Produktion einbezogen werden, sind katastrophal.
1284 - Zwei Franziskaner-Klöster auf Münchner Stadtgebiet
München-Graggenau - München-Angerviertel * Die beginnende Erweiterung Münchens auf den sechsfachen Umfang des befestigten Marktes Heinrichs des Löwen führt zur Verlegung des Franziskanerklosters nördlich der herzoglichen Burg.
Besondere Unterstützung findet der Neubau des Franziskaner-Klosters durch die Familie der Sendlinger, die eigentlich an der Errichtung eines Klarissenklosters interessiert ist. Sie kauft den Barfüßern deshalb das bestehende Angerkloster weit über seinen Wert um 800 Pfund Pfennigen.
Damit können die Klarissen aus dem Kloster Söflingen, also Nonnen des Zweiten Ordensmder Franziskaner, das verlassene Kloster St. Jakob am Anger übernehmen.
12. 10 1904 - Der „Krokodilwirt“ Georg Lang stirbt
München * Georg Lang stirbt nach schwerer Krankheit im Alter von nur 38 Jahren. Bereits während des Oktoberfests kann er seine Festhalle nicht mehr persönlich leiten. Sein früher Tod beendet die außergewöhnliche Laufbahn eines Gastwirts, der sich innerhalb weniger Jahre vom Nürnberger Lokalbetreiber zu einem der bekanntesten Groß- und Festgastronomen Deutschlands entwickelt.
Seine Ehefrau Wilhelmine, genannt Mina, führt die Festhalle auf der Theresienwiese zunächst weiter. Auch „Georg Langs Original Oberlandler“ treten dort weiterhin auf. Damit bleiben sein Name und das von ihm entwickelte Unterhaltungskonzept über seinen Tod hinaus mit dem Oktoberfest verbunden. Wie lange Wilhelmine „Mina“ Lang den Betrieb persönlich leitet, ist nicht eindeutig überliefert. Noch 1913 ist auf dem Oktoberfest eine „Langbude“ verzeichnet.
Anno 1257 - Die Wurzeln der Jakobi-Dult
München-Angerviertel * Die Wurzeln der Jakobi-Dult gehen auf dieses Jahr zurück.
21. 9 1935 - Ein Ehrenfass für die Ehrengäste vom Schottenhamel-Festzelt
München-Theresienwiese • Der Wirt vom Schottenhamel-Festzelt lässt für seine Ehrengäste ein Ehrenfass anstechen.
6. 10 1989 - Münchens Städtepartnerschaft mit Kiew
München - Kiew * Zwischen der ukrainischen Hauptstadt Kiew und München wird eine Städtepartnerschaft gegründet. Bei der Auswahl geht es dem Stadtrat um eine politische Entspannung und die Ost-West-Annäherung.
9 1898 - „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ wird zum Wiesnlied
München-Ludwigsvorstadt * Georg Lang macht das Trinklied „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ in seiner Riesenhalle bekannt. Den heute geläufigen Ausruf „Oans, zwoa, drei – g’suffa!“ fügt er dem Lied hinzu.
Damit die Gäste mitsingen können, lässt Lang Tausende Liederhefte auf den Tischen verteilen. Eine Tafel am Musikpodium zeigt jeweils die Nummer des nächsten Liedes an. Zusätzlich erhalten die Gäste kleine Stäbe, mit denen sie den Takt schlagen oder die Kapelle spielerisch dirigieren können. Auf diese Weise wird das Publikum selbst zum Teil der Unterhaltung.
Das Lied wird häufig dem Chemnitzer Komponisten und Kirchenmusiker Bernhard Traugott Dietrich zugeschrieben. Seine Urheberschaft ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt; in anderen Darstellungen wird der Bremer Komponist Georg Kunoth genannt.
30. 9 1980 - Das Oktoberfest wird für einen Tag geschlossen
München-Theresienwiese * Erst vier Tage nach dem Wiesn-Attentat wird das Oktoberfest für einen Tag geschlossen. Das lange Zaudern des CSU-Oberbürgermeisters Erich Kiesl zu diesem Schritt stößt nicht nur bei vielen Münchnern auf Unverständnis.
16. 10 2026 - Keine europaweite Ausschreibung für Wiesn-Standplätze
München * Das Bayerische Oberste Landesgericht bestätigt in letzter Instanz das Zulassungsverfahren der Stadt München für das Oktoberfest. Es weist die Beschwerde eines ehemaligen Wiesnwirtes zurück, dessen Unternehmen eine europaweite Ausschreibung der Standplätze nach europäischem Vergaberecht gefordert hatte. Nach Auffassung des Gerichts stellt die Zulassung zum Oktoberfest keine Dienstleistungskonzession dar: Die Stadt vergibt keinen Auftrag zur Erbringung einer eigenen Leistung, sondern lässt Betriebe zu einer öffentlichen Einrichtung beziehungsweise Veranstaltung zu. Damit bestätigt das Gericht die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern vom Mai 2026. Der Beschluss ist rechtskräftig.
Oberbürgermeister Dominik Krause und Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Dr. Christian Scharpf begrüßen die Entscheidung als Sicherung des bewährten Zulassungsverfahrens und des münchnerisch-bayerischen Charakters des Oktoberfests.
12. 10 1810 - Festschießen zur königlichen Hochzeit
München * Anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen veranstaltet die Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft in ihrer Schießstätte ein mehrtägiges Festschießen. Der Wettbewerb gehört zu den zahlreichen öffentlichen Feierlichkeiten, mit denen München die Vermählung des Thronfolgerpaares begeht. Die Tradition des Schießsports wird später auch Bestandteil des Oktoberfests.
16. 9 2017 - Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnet das 184. Oktoberfest
München-Theresienwiese * Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zapft das erste Wiesn-Fass im Schottenhamel-Festzelt mit zwei Schlägen an und eröffnet damit - mit dem Ruf „Ozapft is - Auf eine friedliche Wiesn“ - das 184. Oktoberfest.
17. 9 2005 - Die Ochsenbraterei erhält mehr Fenster und damit mehr Licht
München-Theresienwiese * Die Ochsenbraterei erhält an der Südseite mehr Fenster, die zusätzlich Licht ins Zelt lassen.
16. 9 1950 - Die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl bezieht ein Bierzelt
München-Theresienwiese * Die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl bezieht ein mit eigenem Geld finanziertes Bierzelt, das rund 500 Plätze fasst. Das Bierlieferungsrecht erhält die Paulaner-Thomas-Brauerei.
19. 9 1970 - Der Verband zur Bekämpfung betrügerischen Einschenkens
München-Theresienwiese * Mit dem Kampfruf „Mass - voll!“ gehen die Mitglieder auf die Pirsch nach schlecht einschenkenden Schankkellnern.
30. 6 1972 - Zwei neue Brunnen vor der Frauenkirche
München-Kreuzviertel * Ein Brunnen mit der technokratischen Bezeichnung „Schwerer Granit und zarte Wasserglocken“ wird im Schatten der Türme der Frauenkirche in Betrieb genommen. Die Wasserglocken werden 1980 durch Bronzepilze ersetzt.
Gleichzeitig wird auch der Bennobrunnen aufgestellt und angeschlossen.
14. 10 1832 - Das Oktoberfest wird für die griechische Delegation vertagt
München-Theresienwiese * Um den griechischen Abgesandten die Teilnahme am Oktoberfest zu ermöglichen, wird der Beginn der Wiesn vom 7. auf den 14. Oktober verschoben.
22. 5 1986 - Der Bayerische Rundfunk blendet den „Scheibenwischer“ aus
München * Nur wenige Tage nach den schweren Pfingstausschreitungen in Wackersdorf verweigert der Bayerische Rundfunk die Ausstrahlung einer atomkritischen Ausgabe der ARD-Kabarettsendung „Scheibenwischer“. Die Sendung unter der Leitung von Dieter Hildebrandt reagiert auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und setzt sich satirisch mit Kernenergie, radioaktiver Belastung und der Informationspolitik der Behörden auseinander. Besondere Kritik der BR-Führung richtet sich gegen den von Lisa Fitz vorgetragenen Sketch „Der verstrahlte Großvater“.
BR-Fernsehdirektor Helmut Oeller fordert zunächst vergeblich, die Ausgabe im gesamten ARD-Programm abzusetzen. Nachdem sich die übrigen Rundfunkanstalten weigern, koppelt der Bayerische Rundfunk sein Fernsehprogramm für die gesamte Dauer der Sendung aus dem ARD-Gemeinschaftsprogramm aus. Die „Scheibenwischer“-Ausgabe ist deshalb in Bayern nicht zu sehen.
Die Entscheidung löst heftige Proteste aus. Zahlreiche Zuschauer beschweren sich telefonisch beim Sender; zeitweise sind die Leitungen überlastet. Videokopien der Sendung werden in Bayern verbreitet und bei öffentlichen Veranstaltungen vorgeführt. Medien, Künstler und Oppositionspolitiker bewerten das Vorgehen als Zensur und werfen dem Bayerischen Rundfunk politische Rücksichtnahme auf die atomkraftfreundliche Staatsregierung vor. Der BR weist diesen Vorwurf zurück und begründet die Nichtausstrahlung mit Inhalt und Form der satirischen Beiträge.
Der Vorgang verstärkt bei vielen WAA-Gegnern den Eindruck, dass nicht nur um ein Industrieprojekt, sondern auch um Meinungsfreiheit, unabhängige Berichterstattung und die demokratische Kontrolle staatlicher Entscheidungen gestritten wird.
9 1898 - Eine Hauskapelle schafft Bierzeltstimmung
München-Ludwigsvorstadt * Für seine Riesenhalle engagiert Georg Lang eine eigene, 30-köpfige Blaskapelle. Die Musiker treten in Oberländer Tracht auf und werden als „Langs Original Oberlandler“ bekannt. Ihr Repertoire umfasst ein breites Spektrum beliebter Unterhaltungs- und Stimmungsmusik.
Die Polizeibehörde erhebt gegen die vom Festwirt bezahlte Hauskapelle keine Einwände. Da die Musiker ein festes Honorar erhalten, entfällt das bis dahin übliche und häufig als störend empfundene Einsammeln von Geld mit dem Teller.
Lang greift damit eine zeitgenössische Mode auf: In Bierpalästen, Singspielhallen und Volkssängerlokalen sind Kapellen in Oberländer oder Dachauer Tracht bereits gang und gäbe. Auf dem Oktoberfest verbindet er die Musik gezielt mit der Bewirtung. Die ausgelassene Stimmung soll die Gäste länger im Zelt halten und zugleich den Bierumsatz steigern.
29. 7 1600 - „Die Teufelsbrut wird verbrannt“
München-Maxvorstadt * Am Galgenberg werden die fünf Männer gerädert. Dazu bindet man die Malefikanten auf ein scharfkantiges Balkengerüst und zerschmettert ihnen mit einem eisenbeschlagenen Richtrad die Gliedmaßen. Für gewöhnlich beginnt diese Bestialität bei den Unterschenkeln. Die Zahl und der Rhythmus der Schläge sowie die Reihenfolge der Gliedmaßen sind genau vorgeschrieben. Paulus Pämb wird nun zusätzlich „gespießt“. Der Henker rammt ihm einen kurzen Jagdspieß durch den After in den Unterleib.
Der letzte Akt der Justizwillkür im Namen des Herzogs Maximilian I. ist der Feuertod. Man zerrt die Pämbs und ihre Bekannten zu ihren Scheiterhaufen, bindet sie an - Anna setzt man dabei auf einen Stuhl- und verbrennt die „Teufelsbrut“ lebendig und „unter jämmerlichem Geschrei“.
22. 9 1984 - Im Hofbräuhaus-Festzelt kann nachgeschenkt werden
München-Theresienwiese • Der Chef des Hofbräuhaus-Festzeltes, Günter Steinberg, öffnet eine eigene Schänke, bei der sich die Gäste ihren Masskrug auffüllen lassen können, wenn er zu schlecht eingeschenkt ist.
18. 9 1993 - Oberbürgermeister Christian Ude zapft erstmals beim Wiesn-Anstich an
München-Theresienwiese * Oberbürgermeister Christian Ude sticht erstmals zum Oktoberfest-Beginn im Schottenhamel-Festzelt das erste Fass Wiesnbier an. Alles steht bereit. Die Reporter und die Fernsehkameras sind positioniert. Da ruft der BR-Radioreporter Michael Stiegler plötzlich: „Hoit, des is ja a Linker.“
Damit meint er aber nicht die politische Heimat des Oberbürgermeisters. Christian Ude ist Linkshänder, und deshalb stehen die Medienvertreter alle auf der falschen Seite. Nachdem sich alle umorientiert haben, kann der oberste Stadtrepräsentant seiner Aufgabe nachgehen. Er braucht dazu sieben Schläge.
Ab 9. 3 1933 - Die Eisner-Gedenktafel im Gewerkschaftshaus verschwindet
München-Isarvorstadt * Nach der Erstürmung des Gewerkschaftshauses an der Pestalozzistraße am 9. März entfernen die Nationalsozialisten die dort seit 1920 angebrachte Gedenktafel für Kurt Eisner. Damit beseitigen sie eine weitere Erinnerungsstätte für den ermordeten Freistaatgründer. Der Verbleib der Tafel ist unbekannt.
2. 10 1810 - Dall’Armi legt den Pferderennen-Vorschlag dem König vor
München * Major Andreas Michael von Dall’Armi greift Baumgartners Idee auf und unterbreitet König Max I. Joseph den Plan für ein öffentliches Pferderennen. Bereits am 5. Oktober soll die königliche Genehmigung vorliegen. Das Rennen findet schließlich am 17. Oktober statt und wird zum Ausgangspunkt des Münchner Oktoberfests.
10. 10 1912 - Wiesnwirt Michael Schottenhamel stirbt beim Kartenspielen
München * Mit einem Herz-Solo in der Hand stirbt Michael Schottenhamel beim Kartenspielen im Kreis seiner Freunde.
Seit 20. 9 1952 - Der Oberbürgermeister als Mitfahrer und mit eigener Kutsche
München-Theresienwiese * Der Münchner Oberbürgermeister fährt beim Wiesn-Einzug der Festwirte und Brauereien in der Kutsche der Festwirtsfamilie Schottenhamel mit. Beim Trachtenumzug fährt er dagegen in einer eigenen Kutsche mit.
9 1951 - Die „Völkerschau Hawaii“
München-Ludwigsvorstadt * Die „Völkerschau Hawaii“ wird auf dem Oktoberfest gezeigt.
19. 9 2020 - Die ausgefallene Wiesn 2020
München-Theresienwiese • Das Oktoberfest 2020 fällt nach der Entscheidung vom 21. April 2020 aus. Der Inzidenzwert liegt in München inzwischen bei über 50.
29. 7 1600 - Der elfjährige Hansel Pämb muss der Hinrichtung seiner Eltern beiwohnen
München-Maxvorstadt * Das wohl mit weitem Abstand Verabscheuungswürdigste der Hinrichtung aber ist, dass der inzwischen elfjährige Hansel Pämb, auf dem Pferd des Bußamtmanns sitzend, der qualvollen Hinrichtung seiner Eltern und Brüder beiwohnen muss. Doch auch dem Kind bleibt der spätere Feuertod nicht erspart, da Hansel ja schon „im Mutterleibe dem Teufel geweiht und an seiner Stelle ein anderes gestohlenes Kind getauft worden sei“.
4. 10 2015 - Das Oktoberfest 2015 endet
München-Theresienwiese * Das Oktoberfest 2015 endet. Das Fazit lautet:
- In 16 Tagen besuchten 5,9 (6,3) Millionen Besucher die Wiesn, davon kamen 535.000 (570.000) Gäste auf die Oide Wiesn. Der Konsum und damit die Umsätze waren zum Teil rückläufig. (Zahlen in Klammer = 2014.)
- 7,3 (7,7) Millionen Mass Wiesnbier wurden getrunken.
- 114 (112) Ochsen wurden in der Ochsenbraterei verzehrt.
- Insgesamt wurden 1.191 (1.290) Straftaten bei der Polizei angezeigt.
- 372 (398) Körperverletzungen wurden von der Polizei registriert.
- Die Polizeistatistik weist 47 (36) Masskrugschlägereien aus.
- 3.312 (3.617) Hilfeleistungen mussten die Sanitäter und Ärzte leisten.
- 628 (681) Wiesn-Besucher mussten wegen Alkoholvergiftungen medizinisch überwacht werden.
- 121 (150) Mal musste der U-Bahnhof Theresienwiese gesperrt werden.
- 110.000 (112.000) gestohlene Masskrüge werden den Besuchern wieder abgenommen.
- 2.948 (3.646) Fundstücke wurden im Wiesn-Fundbüro abgegeben.
- Wasserverbrauch: 120.000 (115.000) Kubikmeter
- Gasverbrauch: 220.000 (220.000) Kubikmeter
- Stromverbrauch: 2,89 (2,98) Millionen Kilowattstunden
16. 7 2012 - Die Aufbauarbeiten für das 179. Oktoberfest beginnen
München-Theresienwiese * Die Aufbauarbeiten für das 179. Oktoberfest beginnen. Zunächst sind rund 150 Arbeiter mit dem Aufbau beschäftigt. Ihre Zahl steigert sich im Laufe der Zeit auf 800.
29. 7 2014 - Die neuen Wiesn-Attraktionen werden vorgestellt
München-Theresienwiese * Josef Schmid, 2. [CSU-]Bürgermeister und Wirtschaftsreferent, stellt die neuen Wiesn-Attraktionen vor. Das Marstall-Festzelt von Siegfried Able wird im Inneren 3.500 und draußen 900 Sitzplätze bieten. Statt dem leuchtenden Rot des Hippodroms überwiegt Weiß mit etwas Blau. Das Thema Pferd steht aber auch hier im Mittelpunkt.
7. 10 2001 - In der Ochsenbraterei werden 77 Ochsen verzehrt
München-Theresienwiese * In der Ochsenbraterei werden während der Wiesn 77 Ochsen verzehrt.
2. 10 1864 - König Ludwig II. besucht das Münchner Oktoberfest
München-Theresienwiese * König Ludwig II. besucht in Begleitung seines Bruders Prinz Otto das Münchner Oktoberfest.
19. 9 1970 - Die Mass Wiesn-Bier kostet 2,65 DMark
München-Theresienwiese * Die Mass Wiesn-Bier kostet 2,65 DMark. 4 Millionen Mass werden ausgeschenkt.
Nach dem 18. 9 2010 - Sepp Krätz wird mit groben Fußtritten handgreiflich
München-Theresienwiese * Sepp Krätz wird auf der Wiesn gegenüber eine im Hippodrom beschäftigte Reinigungskaft mit groben Fußtritten handgreiflich. Den Strafbefehl über 18.000 € akzeptiert er. Das Hippodrom überlässt ihm die Stadt aber nur mehr auf Bewährung.
25. 7 1495 - Die Jakobi-Dult fällt wegen der Pest aus
München * Es herrscht immer noch Pest. In Abstimmung mit dem Stadtrat ordnet Herzog Albrecht IV. an, dass die Jakobi-Dult nicht abgehalten werden soll.
1879 - Kraftsport-Pioniere gründen den ersten Athletenclub Deutschlands
München-Isarvorstadt * Johann Greiner gilt als außergewöhnlicher Kraftathlet. Er kann ein 60-Liter-Bierfass über den Kopf stemmen und zieht damit regelmäßig die stärksten Männer Münchens an. Jeden Dienstag treffen sie sich bei ihm, um gemeinsam Gewichte zu stemmen und ihre Kräfte zu messen.
1879 gründen sie im „Gasthaus zum Rheingold“ den ersten Athletenclub Deutschlands. Zu den regelmäßigen Teilnehmern gehört auch der Steyrer Hans, bekannt als der „Bayerische Herkules“. Der Kraftsportler ist zugleich Wiesnwirt und Wirt des „Metzger Bräu“ im Tal.
9 1898 - Georg Lang erhält die Genehmigung für ein Großzelt
München-Ludwigsvorstadt * Der Münchner Stadtmagistrat genehmigt dem aus Nürnberg stammenden „Krokodilwirt“ Georg Lang bei nur einer Gegenstimme die Errichtung eines Großzelts auf der Theresienwiese. Dabei erfüllt Lang mehrere der geltenden Zulassungsbedingungen nicht:
- Er stammt nicht aus München,
- bewirtschaftet den Ausschank nicht selbst und
- benötigt für seine Halle die Fläche von fünf herkömmlichen Wirtsbuden.
Die fünf Standplätze lässt er von zugelassenen Münchner Wirten ersteigern, die als Strohmänner für ihn auftreten. Noch 1881 weist der Magistrat einen vergleichbaren Antrag des Festwirts Michael Schottenhamel zurück. Mit der nun erteilten Genehmigung schafft die Stadt eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung der großen Bierhallen auf dem Oktoberfest.
Lange vor dem 22. 9 1962 - Bürgermeister Albert Bayerle will die Wirtsbudenstraße auflösen
München-Theresienwiese • Bürgermeister Albert Bayerle will die Wirtsbudenstraße auflösen. Alle Festzelte sollen mit Notausgängen nach außen rings um den Festplatz verteilt und Karusells und Schaustellungen ins Innere des großen Runds gelegt werden. Das würde bei Notfällen eine reibungslose Räumung der Riesenhallen erlauben. Die Planungen scheitern an den Kosten und den Brauereien.
Um den 25. 7 1496 - Die Jakobi-Dult findet trotz der Pest statt
München-Angerviertel * Die Jakobi-Dult findet trotz der noch anhaltenden Pest statt.
9 1898 - Georg Lang macht sich selbst zur Marke
München-Ludwigsvorstadt * Georg Lang wirbt mit ungewöhnlichem Aufwand für seine „1. Bayerische Riesenhalle“. Plakate, Liederhefte, Ansichtskarten, Wertmarken, Medaillen und Bierkrüge zeigen sein Porträt mit dem markanten Schnurrbart. Dadurch werden sowohl die Festhalle als auch ihr Wirt über München hinaus bekannt.
Lang verbindet Gastronomie, Unterhaltung und Werbung zu einem einheitlichen Konzept. Er verkauft seinen Gästen nicht nur Bier und Speisen, sondern ein gemeinschaftliches Erlebnis aus Musik, Gesang und Selbstdarstellung. Damit wird der Nürnberger „Krokodilwirt“ zu einem Wegbereiter der modernen Bierzelt- und Veranstaltungswerbung.
11. 7 1864 - Einer der ersten Konsum-Organisationen Deutschlands
München * Die I. Ordentliche Generalversammlung des Konsumvereins von 1864 findet statt. Er ist einer der ersten Konsum-Organisationen Deutschlands. Der Mitgliedsbeitrag wird auf 4 Gulden festgesetzt. Das erste Lager eröffnen die Gründungsmitglieder am Frauenplatz.
1782 - Beliebtes Freizeitvergnügen aller bürgerlichen Stände
München * In seinen „Beschreibungen der Haupt- und Residenzstadt München“ bezeichnet Lorenz von Westenrieder das Buden- und Wandertheater als ein beliebtes Freizeitvergnügen aller bürgerlichen Stände. Besonders das einfache Volk findet Gefallen an den derben Späßen und Spektakelstücken.
Der Schauspieldirektor des Dulttheaters, Lorenz Lorenzini, macht mit seiner Kreuzerkomödie - so genannt, weil der Eintritt nur einen Kreuzer kostet - Furore. Pathos und Rührung, Zoten und „Hanswurstiaden“ beherrschen das Stück.
4. 6 2014 - Die Mass Wiesnbier überschreitet erstmals die magische Grenze von 10 Euro
München-Theresienwiese * Der Preis für die Mass Wiesnbier überschreitet erstmals die magische Grenze von 10 Euro. Im Löwenbräu-Festzelt und beim Schottenhamel werden für den Liter Wiesnbier 10,10 Euro verlangt.
16. 9 1978 - CSU-Oberbürgermeister Münchens Erich Kiesl vergisst „Ozapft is!“
München-Theresienwiese * Der erste und bislang einzige CSU-Oberbürgermeister Münchens, Erich Kiesl, zapft im Schottenhamel-Festzelt das erste Wiesn-Fass an und veranstaltet ein derartiges Bierbad, dass er vor lauter Aufregung den wichtigsten Satz - „Ozapft is!“ - vergisst.
19. 9 2009 - Betriebsvorschrift des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Tourismusamt
München-Theresienwiese * Im § 53 der Betriebsvorschrift des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Tourismusamt Abt. Veranstaltungen heißt es Thema Bierausschank:
- „Das Oktoberfest ist das traditionelle Münchner Volksfest mit Münchner Gastlichkeit und Münchner Bier.
- Diese Tradition gilt es weiter zu wahren.
- An Wiesnbesucher darf deshalb nur Münchner Bier der leistungsfähigen und bewährten Münchner Traditionsbrauereien (das sind derzeit: Augustinerbrauerei, Hacker-Pschorr-Brauerei, Löwenbrauerei, Paulanerbrauerei, Spatenbrauerei und Staatliches Hofbräuhaus), das den Münchner Reinheitsgebot von 1487 und dem Deutschen Reinheitsgebot von 1906 entspricht, ausgeschenkt werden.
- Das Festbier darf nur in Maßkrügen (1,0 l Gefäßen) und das Weißbier in 0,5 l Gefäßen (Weißbierglas) ausgeschenkt werden“.
1773 - Der Frauenfriedhof wird aufgelöst
München-Kreuzviertel - München * Der Frauenfriedhof wird - wie alle anderen innerstädtischen Gottesäcker - offiziell aufgelöst.
1310 - Die Jakobidult am Anger wird erstmals schriftlich erwähnt
München-Angerviertel * Die Jakobidult am Anger, dem heutigen Sankt-Jakobs-Platz, ist erstmals schriftlich belegt. Der Markt findet im Zusammenhang mit dem Fest des heiligen Jakobus am 25. Juli statt. Eine Bestimmung im Münchner Ratsbuch erlaubt auswärtigen Kaufleuten, während der drei Tage um das Fest ihre Waren in der Stadt anzubieten.
15. 6 2015 - Die Bierpreise für das Oktoberfest 2015 um über 3 Prozent erhöht
München - München-Theresienwiese * Die Brauereien und Wiesnwirte erhöhen die Bierpreise für das Oktoberfest 2015 um durchschnittlich 3,17 Prozent. Die Mass Wiesnbier kostet jetzt zwischen 10.- und 10,40 €uro. Begründet wird die Preiserhöhung - wie jedes Jahr - mit höheren Brauereikosten, gesetzliche Vorgaben und erhöhtem Personaleinsatz.
Den Vogel schießt freilich der Sprecher der Wiesnwirte Toni Roiderer mit der Bemerkung ab: „Eigentlich müssten Sie fragen, wie wir es schaffen, so günstig zu bleiben“.
Die Preise werden von den Betreibern der Wiesn-Festzelte und Unternehmungen festgelegt. Die Stadt München überprüft lediglich, ob die Preise angemessen sind. Zum Vergleich: Der Bierpreis für die Mass liegt in Münchens Großbetrieben - je nach Lage - zwischen 7,20 und 9,90 €uro.
18. 9 1982 - Das Container-Bier hält Einzug auf dem Oktoberfest
München-Theresienwiese * Mit einjähriger Verzögerung hält das Container-Bier Einzug auf dem Oktoberfest.
10 1904 - Besucherandrang bei der Völkerschau „Die Tunesen“
München-Ludwigsvorstadt * Eine äußerst erfolgreiche Ausstellung von „exotischen“ Menschen ist „Die Tunesen“. Diese „erfreuten sich bereits während der ersten zwei Tage des Oktoberfestes eines solch starken Besuchs, wie ihn bisher in München noch keine exotische Truppe zu verzeichnen hatte“. Es gibt ein tunesisches Café und Bauchtanz. Auch diese Schau besucht Prinz Ludwig [III.].
10 1930 - „Lippen-Negerinnen“ werden auf der Wiesn ausgestellt
München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriel bringt die „Aussterbenden Lippen-Negerinnen vom Stamme der Sara-Kaba“ auf die Wiesn.
Mit welcher Ungeniertheit man zu dieser Zeit die Zurschaustellung fremder Menschen betrieb und wie man über sie informierte, vermittelt eine Zeitungsankündigung: „Das zentralafrikanische Schönheitsideal wird sich in Reinkultur den Münchnern offenbaren und es ist zu hoffen, dass unsere Damenwelt nicht zu neidisch wird. Die schwarze Venus vom Stamme der Sara-Kaba gibt ein Gastspiel. Sie ist für unseren Geschmack sehr erotisch und gar wenn du einmal ans Küssen denkst, werden sich ungeahnte Schwierigkeiten einstellen. Denn schon den neugeborenen Mädchen dieses Stammes werden die Lippen durchgestoßen, und in die Wunde nach und nach Holzscheiben eingeführt, bis zur Größe eines richtiggehenden Kronfleischtellers.“
16. 9 1989 - Toni und Christl Roiderer übernehmen das Hacker-Festzelt
München-Theresienwiese * Toni und Christl Roiderer übernehmen das Hacker-Festzelt.
4. 3 1848 - Die Stürmung des Zeughauses
München * An diesem Faschingssamstag kommt es zur Stürmung des Zeughauses. Mehrere Gerüchte machten in München die Runde.
- Ein Gerücht lautet: „Der König hat alles zurückgenommen. Er will von den Bürgern nichts mehr wissen“.
- Ein anderes spricht von bewaffneten Bauern, die vor den Stadttoren lauern. Sie „wollen die Regierung stürzen und in der Stadt sengen und brennen“.
Um 14 Uhr wird bekannt, dass die Landwehr mit dem sogenannten Generalmarsch mobilisiert worden ist. Damit ist faktisch der Ausnahmezustand ausgerufen. In dieser Stimmung aus Angst vor einem militärischen Übergriff oder vor anarchischen Zuständen durch Vorstädter aus der Au oder Haidhausen, kommt es an zur Stürmung des Zeughauses.
Das Korn- und Geschützhaus am Jakobsplatz, dem heutigen Stadtmuseum, wird ohne Blutvergießen gestürmt und die Waffen aller Gattungen ausgegeben. Der mehrere Tausend Menschen umfassende und bewaffnete Demonstrationszug zieht bis zum Promenadeplatz, wo sich das bewaffnete Bürgertum mit der dort versammelten Landwehr vereinigen will. Doch zwischen den beiden Lagern hat inzwischen das Militär mit schwerer Ausrüstung und vier Kanonen Stellung bezogen. In dieser angespannten Situation erscheint rechtzeitig Prinz Carl, der Bruder des Königs und seit 1841 bayerischer Feldmarschall. Er kann die Situation mit der Aussage beruhigen, dass die Stände bereits zum 16. März einberufen werden.
Erstaunlicherweise reicht den Münchnern diese - eigentlich lächerliche - Zusage. Sie legen die Waffen nieder und bringen das Kriegszeug brav wieder zurück ins Korn- und Geschützhaus.
2005 - Aufruhr um die Plastikmass
2005:
München * Der Löwenbräu-Festwirt Ludwig „Wiggerl“ Hagn schlägt vor, auf dem Oktoberfest versuchsweise Masskrüge aus Kunststoff einzusetzen. Die Idee stößt auf heftigen Widerstand. Dabei liegen die praktischen Vorteile für Hagn auf der Hand: Kunststoffkrüge sind fast einen Kilogramm leichter als Glaskrüge, nahezu unzerbrechlich und lassen sich nach dem Spülen schneller abkühlen. Auch die Bedienungen müssten deutlich weniger Gewicht tragen.
Hagn verweist auf die Bilanz des vorausgegangenen Oktoberfests: Rund 36.000 Masskrüge sind in seinem Festzelt abhandengekommen; viele werden als Souvenir mitgenommen, ein großer Teil geht jedoch zu Bruch. Nach seinen Angaben liegen zuletzt mehr als 26 Tonnen Glasscherben auf dem Zeltboden. Auch die Polizei begrüßt den Vorschlag, da gläserne Masskrüge bei Auseinandersetzungen als gefährliche Waffen eingesetzt werden können.
Für viele Münchner und Wiesnwirte gehört der schwere Glaskrug jedoch untrennbar zum Oktoberfest. Sie vermissen vor allem das vertraute Klirren beim Anstoßen und fürchten um die Tradition der Wiesn. Hagn macht den geplanten Versuch schließlich von der Zustimmung der Gäste abhängig. Die Kunststoffmass setzt sich nicht durch.
16. 9 2000 - Sepp Krätz, der Hippodrom-Wiesnwirt, führt das VIP-Bändchen ein
München-Theresienwiese * Sepp Krätz, der Wiesnwirt vom Hippodrom, führt das VIP-Bändchen für besondere Gäste ein.
21. 9 1957 - Zum letzten Mal wird auf den Vogelbaum geschossen
München-Theresienwiese • Zum letzten Mal wird auf dem Oktoberfest auf den Vogelbaum geschossen. Diese Form des Wettbewerbs wird aus Sicherheitsgründen eingestellt. Der Vogelbaum wird nach Lochhausen verlegt.
10 1910 - Die Samoaner-Völkerschau beim Jubiläums-Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Auf dem Jubiläums-Oktoberfest sind die Samoaner*innen die Hauptattraktion. Unter der Führung des Schaustellers Carl Gabriel besucht Prinzregent Luitpold die Ausstellung. Prinz Ludwig, der spätere König Ludwig III., überreicht dem „Samoanerhäuptling Tamsese einen wertvollen Ring zum Geschenk, wofür der Fürst dem Prinzen schriftlich in samoanischer Sprache seinen Dank zum Ausdruck brachte“.
9 1959 - Die letzte Völkerschau auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Die „Völkerschau Hawaii“ wird auf dem Oktoberfest gezeigt. Es ist die letzte in München gezeigte Völkerschau.
9 1921 - Karl Valentin und Wiggerl Greiner begeistern mit der „Froschbahn“
München-Ludwigsvorstadt * Beim ersten Oktoberfest nach dem Ersten Weltkrieg und der Revolution sorgen Karl Valentin und Ludwig „Wiggerl“ Greiner für eine besondere Attraktion. Gemeinsam bauen sie die „Froschbahn“, die Valentin auf der Wiesn betreibt.
Das „neue Juxunternehmen auf der Festwiese“ wirbt mit dem Motto: „Alles zittert! Alles springt! Alles treppelt! Alles hüpft! Alles skit!“ Besucherinnen und Besucher können sich nicht nur an der ungewöhnlichen Bahn vergnügen, sondern auch zur „Frosch-Trott-Polka“ tanzen.
8. 10 1865 - Bierkrawall auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Kurz nach der Freigabe des Bierpreises eskaliert auf dem Oktoberfest der Unmut über eine Preiserhöhung von nur einem Pfennig. Zwischen den Festbesuchern bricht eine große Schlägerei aus. Die Gendarmen greifen nicht ein. Aus Sorge vor weiteren Zusammenrottungen und einer möglichen Ausweitung der Unruhen ziehen sie sich in ihre Reviere zurück und überlassen das Geschehen zunächst sich selbst. Ob diese Entscheidung der Deeskalation dienen soll oder auf die Unsicherheit der Ordnungskräfte zurückzuführen ist, bleibt offen.
31. 7 2014 - Auf der Theresienwiese sollte ein Kamelrennen stattfinden
München-Theresienwiese * Auf der Theresienwiese sollte im Juni 2015 ein Kamelrennen stattfinden. Auf einem 1,8 Kilometer langen Sand-Rundkurs sollen die bis zu 70 Stundenkilometer schnellen Renn-Dromedare erstmals außerhalb der Arabischen Halbinsel gegeneinander antreten. Die bis zu zehn Millionen Dollar teueren Kamele werden mit Spezialflugzeugen nach München gebracht.
Als Jockeys wurden bis vor kurzem - wegen dem geringen Gewicht - Kinder eingesetzt, die ihren Familien in Asien abgekauft wurden. Diese viel kritisierte Praxis haben die Golfstaaten inzwischen aufgrund der Interventionen der Unicef eingestellt. Die Kinder wurden von teueren Computern ersetzt, die ihre Peitschen ferngesteuert schwingen. Gelenkt werden diese von den Kamelbesitzern, die neben der Dromedar-Rennbahn mit ihren Off-Road-Pick-Ups fahren. Auch hier sollen sich spektakuläre Duelle abspielen.
Von dem Kamelrennen werden die Münchner nichts mehr hören.
9 1898 - Die „1. Bayerische Riesenhalle“ entsteht
München-Ludwigsvorstadt * Auf fünf zusammengelegten Wirtsbudenplätzen errichtet Georg Lang seine „1. Bayerische Riesenhalle“. Das etwa 2.000 Quadratmeter große Festzelt bietet rund 6.000 Gästen Platz und übertrifft die bisherigen Bierhallen auf der Theresienwiese deutlich.
Die neue Halle ist auf die Bewirtung großer Menschenmengen und einen hohen Bierumsatz ausgerichtet. Lang überträgt damit seine Erfahrungen als Festgastronom auf das Oktoberfest und setzt einen neuen Maßstab. Weil Bau und Betrieb solcher Großzelte erhebliche finanzielle Mittel erfordern, gewinnen die Brauereien als Geldgeber und Träger der Festhallen zunehmend an Bedeutung.
28. 4 1847 - Lola Montez kann ihr Palais an der Barer Straße beziehen
München-Maxvorstadt * Lola Montez kann das für sie vom König angekaufte, neu gestaltete und standesgemäße Palais an der Barer Straße 7 beziehen.
9. 11 2006 - Einweihung der neuen Hauptsynagoge Ohel Jakob
München-Angerviertel * Am 9. November 2006 wird die neue Hauptsynagoge Ohel Jakob im Jüdischen Zentrum am St.-Jakobs-Platz feierlich eingeweiht. Mit ihr kehrt der Name „Ohel Jakob“ nach München zurück, den bereits die 1938 zerstörte orthodoxe Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße getragen hatte. Wenig später wird auch das unmittelbar angrenzende Gemeindehaus eröffnet, das heute Sitz der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist.
Das neue Jüdische Zentrum mit Hauptsynagoge, Gemeindehaus, Jüdischem Museum und Kulturzentrum markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des jüdischen Lebens in München. Erstmals seit der nationalsozialistischen Verfolgung erhält die jüdische Gemeinde wieder ein sichtbares und repräsentatives Zentrum im Herzen der Stadt. Ein unterirdischer „Gang der Erinnerung“ verbindet Synagoge und Gemeindehaus und erinnert an die rund 4.500 Münchner Jüdinnen und Juden, die zwischen 1933 und 1945 Opfer des Nationalsozialismus wurden.
Mit dem Jüdischen Zentrum entsteht zugleich ein Ort religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Die Israelitische Kultusgemeinde verfügt heute über zahlreiche Einrichtungen, darunter Synagogen, rituelle Tauchbäder, Bildungs- und Kultureinrichtungen, soziale Dienste sowie jüdische Friedhöfe. Als Einheitsgemeinde vereint sie Mitglieder unterschiedlicher religiöser Prägungen und bildet das Zentrum des jüdischen Lebens in München und Oberbayern.
4 1886 - Die Orthodoxen ziehen in die Hartmannstraße um
München-Kreuzviertel * Der Verein Ohel Jakob zieht in die Hartmannstraße 3 um. Dort befindet sich ein Betsaal für die Gottesdienste. Da die bestehenden Betsäle zu klein und nur eine Übergangslösung darstellen, bemühen sich die Orthodoxen um eine eigene Synagoge.
14. 9 1946 - Auf der Theresienwiese wird ein Herbstfest eröffnet
München-Theresienwiese * Vertreter der Stadt und der Militärregierung eröffnen auf der Theresienwiese - statt des Oktoberfestes - ein Herbstfest. Statt des Märzenbieres gibt es Dünnbier. Gegen Abgabe bestimmter Marken gibt es Brote, Wurst oder Backwaren. Die nicht mehr zeitgemäßen Schießbuden sind durch Ring- und Ballwurfbuden ersetzt worden. Wiesn-Musik gibt es nur in einem der zwei Bierzelte.
Das Herbstfest ist noch kein Oktoberfest, aber der Anfang ist gemacht. Für die Landeshauptstadt ist des Herbstfest ein finanzieller Erfolg.
Um den 30. 5 2014 - Die Wiesnwirte wollen Siegfried Able nicht in ihrem Kreis aufzunehmen
München * Die Wiesnwirte beschließen in ihrer Sitzung, den neuen Betreiber des Marstall, Siegfried Able, nicht in ihrem Kreis aufzunehmen. Das Verhältnis der Wiesnwirte zu Able ist seit längerem angespannt, nachdem er bereits im November 2013 ein neues großes Zelt in Auftrag gegeben hat und sich nicht mehr auf sein bisheriges kleines Wiesnzelt Kalbskuchl beworben hat. Dieses Vorgehen führte zu dem Vorwurf, dass Able eindeutige Absprachen mit der Stadt getroffen hätte.
Noch mehr dürfte den Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer, und die anderen Festwirte ärgern, dass Siegfried Able für seinen Marstall eine abwechslungsreichere Speisenkarte wie in den anderen Zelten angekündigt hat.
Erst nach dem Oktoberfest 2014 wollen die Wiesnwirte über die Aufnahme Ables in ihren Kreis endgültig beschließen. Dieser Zusammenschluss der Wiesnwirte ist allerdings keine offizielle Vereinigung, sondern lediglich eine privater Club, die sich seit etwa 40 Jahren um seine eigenen Interessen kümmert und diese nach Außen vertritt.
10 1901 - Drei Völkerschauen auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriels erste Völkerschau auf dem Oktoberfest ist ein „Beduinen-Lager“. Diese aufwändig gestaltete Schau ist aber nicht die einzige, denn parallel wird noch die „Negertruppe Dahomey“ und ein „Afrikaner Theater mit Gorilla-Negern aus dem Congo“ gezeigt.
9 1950 - Der „Zauber des Wilden Westens“ auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Auf dem Oktoberfest wird die Völkerschau „Zauber des Wilden Westens“ gezeigt.
9 1899 - Die Beschränkung auf Münchner Wirte wird aufgehoben
München-Ludwigsvorstadt * In der Ausschreibung zur Versteigerung der Wirtsbudenplätze auf der Theresienwiese entfällt erstmals die Beschränkung auf Münchner Wirte. Damit können sich nun auch auswärtige Gastronomen unmittelbar um einen Standplatz auf dem Oktoberfest bewerben.
Von der Neuregelung profitiert besonders der aus Nürnberg stammende „Krokodilwirt“ Georg Lang. Im Vorjahr hat er noch Münchner Wirte als Strohmänner einsetzen müssen, um die für seine „1. Bayerische Riesenhalle“ benötigten fünf Budenplätze zu ersteigern. Nun kann er selbst als Bewerber auftreten und sein großes Festzelt offiziell betreiben.
Die Öffnung für auswärtige Wirte verändert die Struktur des Oktoberfests. Sie erleichtert erfahrenen Festgastronomen den Zugang zur Theresienwiese und fördert die Entwicklung von kleinen Wirtsbuden hin zu professionell betriebenen Großzelten.
16. 9 1950 - Oberbürgermeister Thomas Wimmer zapft das erste Wiesn-Fass an
München-Theresienwiese * Oberbürgermeister Thomas Wimmer zapft in der Schottenhamel-Festhalle das erste Wiesn-Fass an. Er braucht dazu 17 Schläge. Es gibt hier übrigens - bis 1952 - Hofbräuhaus-Bier.
Um 2000 - Die gläserne Mass prägt das Oktoberfest
München * Um die Jahrtausendwende wird das Oktoberfest von der gläsernen Mass geprägt. Der durchsichtige Krug ermöglicht es den Gästen und den amtlichen Kontrolleuren, den Füllstand am Eichstrich unmittelbar zu überprüfen. Damit soll verhindert werden, dass beim schnellen Ausschank in den Festzelten zu wenig Bier eingeschenkt wird.
Der traditionelle graue Steinzeugkrug, der sogenannte Keferloher, spielt beim regulären Ausschank kaum noch eine Rolle. Er bleibt jedoch als offizieller Oktoberfest- und Sammlerkrug erhalten und erscheint jährlich mit einem neuen Festmotiv.
17. 10 1810 - Ein siebenbürgischer Apfelschimmel gewinnt das Pferderennen
München-Ludwigsvorstadt * Nach einem kleinen Frühstück der königlichen Familie beginnt das Pferderennen. Dreißig Pferde treten zu einem Lauf über drei Runden an, der insgesamt etwa zehn Kilometer umfasst. Die Rennbuben reiten ohne Sattel; sie sind meist jünger als 20 Jahre, der jüngste Teilnehmer ist erst zehn Jahre alt. Da ihnen damals nur geringe Bedeutung beigemessen wird, erscheinen ihre Namen teilweise nicht einmal in den Rennlisten.
Als Rennrichter wirken Johann Schwangart, der Bierbrauer Cajetan Trappentreu und der Bäcker Anton Seidl. Nach 18 Minuten und 14 Sekunden erreicht ein siebenbürgischer Apfelschimmel als erstes Pferd das Ziel. Er gehört dem Münchner Lohnkutscher Franz Baumgartner, dem die Idee zu dem Rennen zugeschrieben wird, und wird der Überlieferung nach von einem zwölfjährigen Rennbuben geritten. Baumgartner gilt deshalb offiziell als Sieger und erhält 20 der insgesamt 98 Gulden Preisgeld. Mit der Preisverleihung endet das Fest.
6. 9 1786 - Johann Wolfgang von Goethe besteigt den Turm der Frauenkirche
München-Kreuzviertel * Johann Wolfgang von Goethe stillt seine Neugierde durch die Besteigung des nördlichen Turms der Frauenkirche, von wo aus neun Monate zuvor die 16-jährige Fanny von Ickstatt in den Tod gestürzt ist. Goethe hat auf der Durchreise nach Italien im Hotel Schwarzer Adler in der Kaufingergasse Quartier genommen.
10 1902 - Carl Gabriels „Beduinen-Lager“ auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriel präsentiert sein „Beduinen-Lager“ erneut. Allerdings hat er sich zuvor vom Magistrat der Stadt „Konkurrenzfreiheit“ zusichern lassen.
1490 - Die Salveglocke wird im Nordturm der Frauenkirche aufgehängt
München-Kreuzviertel * Die Salveglocke wird im Nordturm der Frauenkirche aufgehängt.
19. 9 2009 - Mit Ventilatoren wird im Hofbräuhaus-Festzelt der Rauchabzug verbessert
München-Theresienwiese * Zur besseren Entlüftung werden im Hofbräuhaus-Festzelt Ventilatoren in die Rauchabzüge integriert und weitere große Fenster zum öffnen in der Westfassade eingebaut.
1927 - Die Moriskentänzer kommen in das Stadtmuseum
München-Graggenau - München-Angerviertel * Die Moriskentänzer von Erasmus Grasser aus dem Alten Rathaus kommen in das Stadtmuseum.
23. 6 2014 - Schärfere Regelungen für die etwa 1.000 Wiesn-Ordner
München-Theresienwiese * Das Kreisverwaltungsreferat - KVR will für die etwa 1.000 Wiesn-Ordner schärfere Regeln einführen. Jeder muss gut sichtbar einen Ausweis mit dem Namen des Ordners, Foto, Ordnernummer, Name der Sicherheitsfirma und dem amtlichen Siegel der Stadt tragen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.
Außerdem werden die Security-Firmen verdonnert, nur Mitarbeiter auf die Wiesn zu schicken, „die in rechtlicher und fachlicher Hinsicht geschult, körperlich geeignet sowie der deutschen Sprache mächtig sind“. Die Schulungen müssen speziell auf den Wiesn-Einsatz zugeschnitten sein und ihren Schwerpunkt im Bereich Deeskalation und Gewaltprävention haben.
17. 10 1810 - Rund 40.000 Menschen ziehen zum Pferderennen
München-Ludwigsvorstadt * Nach der Messe im Bürgersaal versammeln sich die Kavallerieabteilungen der Nationalgarde am Hofgarten. In zwei zeitlich versetzten Zügen durchqueren die Gardisten München von Norden nach Süden und ziehen über die Landstraße nach Sendling zur Festwiese am Fuß des Sendlinger Berges.
Dort steht der königliche Pavillon, an dem Nationalgardisten die Ehrenwache übernehmen. Als Überdachung dient ein rund 67 Meter langes, ursprünglich hellgrünes Audienzzelt des osmanischen Großwesirs. Kurfürst Max Emanuel soll es 1683 nach der Befreiung Wiens als Kriegsbeute nach Bayern gebracht haben. Der zweite, von einer Militärkapelle mit Musik im damals beliebten „türkischen“ Stil angeführte Zug begleitet die Rennpferde und Preisfahnen zum Festplatz.
Auf dem Sendlinger Berg stehen Zelte und Sitzbänke für die Besucher bereit. Nach den Angaben des Organisators Andreas von Dall’Armi verfolgen rund 40.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten das Spektakel – nahezu so viele, wie München damals Einwohner hat. Die natürliche Anhöhe des Sendlinger Berges, die spätere Schwanthalerhöhe, dient ihnen als Tribüne.
Nach dem 16. 9 2006 - Paris Hilton will im Hippodrom einen Dosen-Prosecco präsentieren
München-Theresienwiese * Paris Hilton will im Hippodrom einen Prosecco aus der Dose präsentieren. Sepp Krätz muss sein Einverständnis zurückziehen, weil es die Stadt nicht erlaubt.
17. 10 1810 - Fahnen zeigen die Verbundenheit mit dem Königshaus
München-Ludwigsvorstadt * Beim feierlichen Aufmarsch zum Pferderennen führt die Nationalgarde III. Klasse ihre Fahnen mit. König Max I. Joseph hat sie den Gardisten am 12. Oktober 1808 überreicht. Die Fahnen stehen für die Treue der bürgerlichen Wehrverbände zum Königshaus und verleihen dem Festzug einen repräsentativen und militärischen Charakter. Zugleich unterstreichen sie den Anspruch, das Hochzeitsfest als gemeinsames Fest des Herrscherhauses und der bayerischen Bevölkerung zu inszenieren.
16. 9 1950 - „Der Zauber des Wilden Westens“ auf dem Oktoberfest
München-Theresienwiese * „Der Zauber des Wilden Westens“ setzt die Tradition der Völkerschauen auf dem Oktoberfest fort.
10 1931 - Die Völkerschau „Kanaken der Südsee“
München-Ludwigsvorstadt * Carl Hagenbeck zeigt auf dem Oktoberfest die Völkerschau „Kanaken der Südsee“.
14. 9 1920 - Verbot von Schnapsschenken auf dem Oktoberfest beantragt
München-Theresienwiese * Der Rechtsrat Max Heiglmayer stellt im Stadtrat den Antrag, „dass die auf der Wiesn zugelassenen Schnapsschenken wegen der zahlreichen Fälle sinnloser Betrunkenheit, wodurch die Anwohner der Wiesn belästigt wurden, geschlossen werden“.
13. 9 2018 - Wiesn ist nun eine europaweit geschützte Marke
Alicante * Wiesn ist nun ein für mindestens zehn Jahre europaweit geschützter Begriff. Das Intellectual Property Office der Europäischen Union - EUIPO, das Amt für geistiges Eigentum in Alicante, hat den Münchner Antrag von Ende 2015 positiv beschieden und Wiesn als Wortmarke mit Wirkung zum 13. September eingetragen. Die Wortmarke bleibt nun für zehn Jahre, also mindestens bis Ende 2025 geschützt.
Der Begriff Oktoberfest wird vermutlich demnächst auf europäischer Ebene geschützt sein.
10 1879 - Eine „Nubier-Karawane“ auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Eine „Nubier-Karawane“ ist auf dem Oktoberfest als Völkerschau zu sehen.
3. 8 1871 - Vorlesungsverbot für Münchner Theologiestudenten
München * Das Münchner Ordinariat untersagt den Theologiestudenten den Besuch der Vorlesungen von Ignaz von Döllinger.
Seit 21. 9 1957 - Im Hippodrom findet der Oktoberfest-Gottesdienst statt
München-Theresienwiese • Im Hippodrom findet am ersten Wiesn-Donnerstag der Oktoberfest-Gottesdienst statt. Hierin wird den verstorbenen Schaustellern, Marktkaufleuten und Wiesn-Wirten gedacht, es werden Kinder getauft und Ehen geschlossen.
3. 11 1956 - „Zwischen halb und acht“ beginnt
München - Bayern * Mit der Sendung „Zwischen halb und acht“ beginnt am 3. November 1956 das Werbefernsehen in der Bundesrepublik. Der Titel bezeichnet zugleich die Sendezeit des neuen Vorabendformats. Kurze Werbefilme wechseln sich mit Quizsendungen, Sportbeiträgen, Musik und leichter Unterhaltung ab. Damit füllt der Bayerische Rundfunk die Programmlücke zwischen der regionalen Abendschau und dem abendlichen Gemeinschaftsprogramm der ARD.
4. 11 1578 - Die Salvator-Kirche am Äußeren Gottesacker wird eingeweiht
München-Isarvorstadt * Die Salvator-Kirche auf dem „Äußeren-Gottesacker“, dem heute Alter Südfriedhof genannten Beerdigungsplatz, wird eingeweiht. Salvator heißt Erlöser, Erretter oder Heiland.
Zum Unterhalt der Salvator-Kirche sind mehrere Bauernhöfe notwendig. Drei davon liegen in Ober- beziehungsweise Untergiesing. Einer der Höfe ist der Lambacher-Bauernhofes in Obergiesing.
Herzog Albrecht V. hat das „Beneficium ad sanctum Salvatorum“ oder die „Salvator-Stiftung“ mit der im Jahr 1578 geweihten Sankt-Salvator-Kirche verbunden.
1955 - Streit um das geplante Werbefernsehen
München * Beim Bayerischen Rundfunk entstehen erste konkrete Überlegungen zu einem zukünftigen Werbefernsehen. Als die Pläne öffentlich bekannt werden, fällt das Echo sehr unterschiedlich aus. Während die Wirtschaft auf eine schnelle Einführung drängt, fürchten die Zeitungsverleger um ihre Werbeeinnahmen und protestieren. Auch die ARD reagiert zurückhaltend und setzt zunächst eine Kommission ein.
4. 5 1956 - Der Rundfunkrat stimmt dem Werbefernsehen zu
München * Auch im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks bestehen Bedenken, ob kommerzielle Werbung mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vereinbar ist. Nach längerer Diskussion stimmt das Gremium der Einführung des Werbefernsehens zu. Die Zustimmung ist mit der Erwartung verbunden, mögliche Überschüsse für kulturelle und gemeinnützige Zwecke einzusetzen.
6. 10 1880 - Wiggerl Greiner wird im „Gasthaus zum Rheingold“ geboren
München-Isarvorstadt * Ludwig „Wiggerl“ Greiner wird in München geboren. Seine Eltern, Johann und Katharina Greiner, führen im „Henkergassl“, der heutigen Pestalozzistraße, das „Gasthaus zum Rheingold“. Dort wächst Wiggerl inmitten des lebhaften Wirtshausbetriebs auf.
18. 9 1965 - Richard Süßmeiers Armbrustschützenzelt ist die größte Festhalle
München-Theresienwiese * Richard Süßmeiers Armbrustschützenzelt ist die größte Festhalle auf der Wiesn. Am Einzug der Wiesnwirte beteiligt er sich als Ritter auf einem Karussellpferd.
3. 11 1956 - Liesl Karlstadt und Beppo Brem werben für Persil
München - Bayern * Im ersten Werbespot des neuen Fernsehformats treten die populären Volksschauspieler Liesl Karlstadt und Beppo Brem auf. Sie spielen ein Ehepaar, das in einem vornehmen Restaurant speist.
Als Brem ein Stück Braten samt Soße auf das weiße Tischtuch befördert, reagiert Karlstadt empört. Ein Kellner beruhigt das Paar: Der Fleck sei kein Problem, schließlich werde die Wäsche mit Persil gewaschen. Am Ende bestätigt Beppo Brem den Werbespruch „Persil und nichts anderes“. Der Spot dauert rund 55 Sekunden und geht als erste Fernsehwerbung der Bundesrepublik in die Geschichte ein.
16. 9 1950 - Der Gummi-Masskrug vor dem Winzerer-Fähndl-Festzelt
München-Theresienwiese * Der Gummi-Masskrug vor dem Winzerer-Fähndl-Festzelt ist mit Helium gefüllt.
10 1876 - Die Völkerschau „Lappländer Polarmenschen“ wird auf dem Oktoberfest gezeigt
München-Ludwigsvorstadt * Auf dem Oktoberfest werden „Lappländer Polarmenschen“ gezeigt. Da München noch über keinen zoologischen Garten verfügt, finden die Völkerschauen zumeist auf der Theresienwiese statt.
20. 4 1890 - Die Wild-West-Show des Buffalo Bill
München-Ludwigsvorstadt * In seiner Show zeigte der „Ochsen-Willi“ vor täglich ausverkauftem Haus den Wilden Westen, wie es ihn im Jahr 1868 noch gab. In Amerika wurde zu dieser Zeit die Eisenbahn gebaut. In der Prärie lebten Tausende Arbeiter, die Cody mit Fleisch versorgen musste. Für ein Gehalt von monatlich 500 Dollar dezimierte der Massenschlächter im Auftrag der amerikanischen Eisenbahngesellschaften ganze Bisonherden. Er brachte innerhalb von nur eineinhalb Jahren 4.280 dieser Rinder zur Strecke, weshalb ihn die Eisenbahnarbeiter bald schon „Buffalo Bill“ nannten.
Auch wenn sich in seinem Gefolge unzählige Indianer befinden, besteht kein Zweifel daran, wer die eigentliche Hauptattraktion der Show ist.
1. 9 1870 - Joseph Anton Ritter von Maffei stirbt im Alter von 80 Jahren
München * Joseph Anton Ritter von Maffei stirbt im Alter von 80 Jahren. Sein Neffe Hugo Alois von Maffei führt die Firma weiter.
7. 11 1918 - Es lebe die Revolution !
München-Theresienwiese * Kurt Eisner spricht zur gleichen Zeit am anderen Ende der Theresienwiese - unterhalb vom Hackerbräu. Die Demonstranten haben rote Fahnen, Tafeln und Plakate mitgebracht. Ihre Revolutionsbereitschaft demonstrieren die anwesenden Matrosen und Soldaten auch dadurch, dass sie die Reichskokarden von ihren Mützen genommen haben.
Was nach dem Abmarsch der Mehrheitssozialisten und der Gewerkschafter passiert, schildert Felix Fechenbach so: „Drei Redner sprachen an dieser Stelle.
- Zuerst Kurt Eisner, kurz und bündig. Es sei jahrelang geredet worden, man müsse jetzt handeln!
- Der Bauernführer Ludwig Gandorfer verspricht, dass das Landvolk die Arbeiter nicht im Stiche lassen werde.
- Dann trete ich vor in Uniform, die rote Fahne in der Hand, erinnere daran, dass die Soldaten in den Kasernen zurückgehalten werden.
- Und dann: ‚Soldaten! Auf in die Kasernen! Befreien wir unsere Kameraden! Es lebe die Revolution‘. Das war das Signal.“
13. 10 1810 - Am Abend gibt es die bei Fürstenhochzeiten übliche Ausspeisung
München * An diesem Abend ist die bei Fürstenhochzeiten übliche Ausspeisung, die die Bevölkerung in großen Scharen herbeilockt. Es gibt dabei natürlich deutliche Unterschiede.
Denn während „die angesehenen Bürger, d.h. welche zur Nationalgarde gehörten, […] mit ihren Familien in vier großen Gasthäusern, bei 6.000 an der Zahl, auf königliche Kosten zum Tanz und Abendessen versammelt“ sind, hat man für „die herbeygeströmten Volkshaufen“ am Schrannenplatz, dem heutigen Marienplatz, am Promenadeplatz, in der Neuhauser Gasse und am Anger „Tische und Bänke hergerichtet, wo man ihnen zu essen und trinken bot“. Aktenbelegen zufolge werden an diesem Abend
- 32.065 Laibln Semmelbrod, 3.992 Pfund Schweizerkäse über 80 Zentner gebratenes Schaffleisch, 8.120 Cervelat-Würste und 13.300 Paar geselchte Würste ausgegeben.
- Brauknechte verzapften rund 232 Hektoliter Bier. Aus sieben Fässern werden knapp vier Hektoliter österreichischer Weißwein ausgeschenkt.
- 150 Musikanten sorgen für Stimmung und
- in zwei Volkstheatern wurden Vorstellungen zu freiem Eintritt gegeben.
- Sogar die Münchner Gefängnisinsassen erhalten eine - von der Israelitischen Gemeinde finanzierte - Ausspeisung.
18. 10 1921 - Bayerns letzter König Ludwig III. stirbt in Ungarn
Sárvár - München * Ludwig III., Bayerns letzter König, stirbt im Alter von 76 Jahren auf seinem ungarischen Gut Sárvár. Die Revolution vom November 1918 beendet seine Herrschaft; auf seinen Thronanspruch verzichtet er jedoch nie ausdrücklich.
Sein Tod bietet monarchistischen und rechtskonservativen Kreisen Anlass, die Verbundenheit mit dem Königshaus öffentlich zu demonstrieren. Sie wollen die bevorstehenden Trauerfeierlichkeiten nutzen, um den monarchischen Gedanken zu stärken und ein politisches Zeichen gegen die Republik und die Linke zu setzen.
Ludwigs Leichnam wird über Schloss Wildenwart nach München überführt. Dort findet am 5. November die gemeinsame Beisetzung mit seiner bereits 1919 verstorbenen Ehefrau Maria Theresia in der Frauenkirche statt.
21. 10 1876 - Münchens erste Pferdetrambahn nimmt den Betrieb auf
München * Die erste Pferdetrambahnlinie Münchens wird eröffnet. Die rund 2,8 Kilometer lange Strecke führt vom Promenadeplatz über den Stachus, den Bahnhofsplatz und den Stiglmaierplatz zur Nymphenburger Straße. Sie endet an der damaligen Stadtgrenze auf Höhe der heutigen Maillingerstraße.
Zur Eröffnung versammeln sich am Promenadeplatz die geladenen Gäste, darunter Bürgermeister Alois von Erhardt, Polizeidirektor Friedrich von Feilitzsch sowie Vertreter der Stadtverwaltung, Journalisten und Techniker.
Sieben elegant ausgestattete und weiß-blau lackierte Pferdebahnwagen stehen für die Eröffnungsfahrt bereit. Sie bieten Platz für jeweils 24 Fahrgäste, davon zwölf auf Sitzplätzen. Der geschlossene Fahrgastraum besitzt an beiden Enden eine offene Plattform.
Die blau uniformierten Schaffner geben mit ihren Signalpfeifen das Zeichen zur Abfahrt. Nach rund zwanzig Minuten erreichen die Wagen die Endstation an der Burgfriedensgrenze in der Nymphenburger Straße. Dort werden die Pferde umgespannt, anschließend geht es zurück zum Promenadeplatz.
Mit Beginn des öffentlichen Betriebs sind die Wagen rasch besetzt. Bei der Pferdetrambahn entscheidet die Körpergröße über die kostenlose Mitfahrt: Kinder unter einem Meter Größe werden - in Begleitung eines Erwachsenen - unentgeltlich befördert.
Das neue Verkehrsmittel findet großen Zuspruch: Bereits am ersten Tag werden 5.092 Fahrgäste befördert.
17. 10 1854 - Dankgottesdienst zur Überwindung der Cholera
München-Kreuzviertel * Nachdem König Max II. mit seiner Familie wieder nach München zurückgekehrt war, musste auf seinen Befehl hin nochmals ein Dankgottesdienst zur Überwindung der Cholera in der Frauenkirche abgehalten werden. Hierzu haben alle Beamten in ihrer Uniform zu erscheinen.
5. 11 1921 - Kardinal Faulhaber stellt das Gottesgnadentum gegen die Volkssouveränität
München-Kreuzviertel * Bei der Beisetzung Ludwigs III. und Maria Theresias in der Frauenkirche bekennt sich Kardinal Michael von Faulhaber ausdrücklich zur Monarchie. Ludwig sei „kein König von Volkes Gnaden“, sondern ein „König von Gottes Gnaden“ gewesen.
Seine Trauerrede verbindet die Würdigung des Königspaars mit einer Absage an die demokratische Volkssouveränität: „Könige von Volkes Gnaden sind keine Gnade für das Volk, und wo das Volk sein eigener König ist, wird es über kurz oder lang auch sein eigener Totengräber.“
Zugleich erklärt Faulhaber, die kirchliche Weihe erhebe die Feier „himmelhoch hinauf über alles Trauertheater, das auf dem Straßenpflaster von München jemals gewesen ist“. Diese Abwertung richtet sich insbesondere gegen die Trauerfeierlichkeiten für Kurt Eisner. Das religiöse Gedenken wird damit zur politischen Stellungnahme gegen Revolution und Republik.
24. 8 1322 - Königin Beatrix von Baiern stirbt in München
München - München-Kreuzviertel * Königin Beatrix von Baiern, die erste Ehefrau von König Ludwig IV. dem Baiern, stirbt in München. Ihre Grabstätte befindet sich in der heutigen Münchner Frauenkirche. Mit ihrer Bestattung wird die Marienkapelle zur Hofkirche erhöht.
1900 - München hat 499.959 Einwohner
München * München hat 499.959 Einwohner.
7 1876 - Der Gleisbau für Münchens erste Pferdetrambahn beginnt
München * Die Bauarbeiten für die erste Teilstrecke der Münchner Pferdetrambahn beginnen. Sie führt vom Promenadeplatz über den Stachus und den Bahnhofsplatz zum Stiglmaierplatz und weiter durch die Nymphenburger Straße. Ihr westlicher Endpunkt liegt auf Höhe der heutigen Maillingerstraße an der damaligen Burgfriedensgrenze, der Grenze des Münchner Stadtgebiets.
Damit nimmt das Pferdebahnprojekt des Brüsseler Unternehmers Edouard Otlet Gestalt an. Die Strecke bildet den ersten Abschnitt des geplanten Liniennetzes.
Ab 1468 - Münchens Bauvorhaben schaffen Arbeit
München - Haidhausen - Au * Mit dem Neubau der Frauenkirche wächst Münchens Bedarf an Ziegeln und Arbeitskräften. Zugleich wird die Stadtbefestigung mit Zwingermauer und Vortoren weiter ausgebaut. In den folgenden Jahrzehnten kommen der Umbau des Alten Rathauses sowie der Bau des Zeughauses und der Salvatorkirche hinzu. Haidhauser Ziegeleien verarbeiten örtlichen Lehm zu Baumaterial; in der Au entwickeln sich weitere Gewerbebetriebe am Auer Mühlbach. Die Arbeitsmöglichkeiten fördern den allmählichen Zuzug in beide Orte.
7. 8 1960 - Hunderttausende bei der Abschlussmesse des 37. Eucharistische Weltkongresses
München-Ludwigsvorstadt * Auf der Theresienwiese findet die Abschlussmesse des 37. Eucharistischen Weltkongresses statt. Mehrere Hunderttausend Gläubige aus aller Welt nehmen an dem Gottesdienst teil. Die Abschlussfeier bildet den Höhepunkt des einwöchigen Weltkongresses in München.
21. 2 1919 - Anhänger Eisners erzwingen das Trauergeläut an der Frauenkirche
München-Kreuzviertel * Nach der Ermordung Kurt Eisners verlangen Anhänger der Revolution ein öffentliches Trauergeläut für den ersten demokratischen Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern. An der Frauenkirche setzen Revolutionäre das Läuten der Glocken gegen den Protest des Dompfarrers durch. Die Trauerbekundung wird damit zugleich zum Ausdruck des Konflikts zwischen der revolutionären Bewegung und der katholischen Kirchenleitung.
Erzbischof Michael von Faulhaber verurteilt den Mord zunächst nicht öffentlich. Unter Anhängern der Revolution kursiert der Verdacht, er stehe hinter dem Attentat. Für eine Beteiligung des Erzbischofs gibt es jedoch keinen belastbaren Nachweis. Sein Schweigen und die Auseinandersetzungen um öffentliche Trauerbekundungen verstärken das Misstrauen gegenüber der Kirchenleitung.
Faulhaber hält später in seinem Tagebuch fest, dass seine Ablehnung eines politischen Mordes selbstverständlich sein müsse. Eine solche private Äußerung erreicht die aufgebrachte Öffentlichkeit jedoch nicht. Der Streit um Glockengeläut und Trauerbeflaggung setzt sich bis zu Eisners Beisetzung am 26. Februar fort.
5. 11 1921 - Die Beisetzung des Königspaars wird zur monarchistischen Demonstration
München * Ludwig III. und seine bereits 1919 verstorbene Ehefrau Maria Theresia werden in der Frauenkirche beigesetzt. Der Trauerzug führt von der Ludwigskirche über den Königs- und Karolinenplatz zum Dom. Hoftrauerwagen, Gugelmänner und Hartschiere lassen das Zeremoniell der Monarchie nochmals aufleben.
An den Feierlichkeiten beteiligen sich Angehörige des Königshauses, die Staatsregierung, Reichswehr und Veteranenvereine sowie Beamte und Abordnungen aus allen acht bayerischen Regierungsbezirken. Monarchistische Kreise nutzen die öffentliche Trauer als Bekenntnis zum gestürzten Königshaus und als Gegenbild zum revolutionären Gedenken an Kurt Eisner.
Trotz kursierender Putschgerüchte kommt es nicht zur Wiederherstellung der Monarchie. Kronprinz Rupprecht lehnt einen gewaltsamen Umsturz ab, hält jedoch an seinen Thronansprüchen fest.
17. 7 1704 - München gelobt den Bau einer Dreifaltigkeitskirche
München * In der Frauenkirche legen Vertreter der drei Stände – Geistlichkeit, Adel und Bürgerschaft – ein feierliches Gelübde ab. Wenn München im Spanischen Erbfolgekrieg von Plünderung, Zerstörung und Seuchen verschont bleibt, soll zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit eine Kirche errichtet werden.
Den unmittelbaren Anstoß geben die Visionen Maria Anna Lindmayrs. Sie erklärt, Gott werde die Stadt nur unter der Voraussetzung eines solchen Kirchenbaus vor den schlimmsten Gefahren bewahren. Im offiziellen Text des „Gelübdes der drei Stände“ werden jedoch weder Lindmayr noch ihre Prophezeiungen erwähnt. Der Bau der heutigen Dreifaltigkeitskirche beginnt erst 1711.
1891 - Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird erneut verlegt
München-Kreuzviertel * Der Kenotaph für Kaiser Ludwig dem Baiern wird in das Eingangsjoch der Frauenkirche verlegt.
3. 9 1917 - Michael von Faulhaber besetzt den Münchner Erzbischofsstuhl
München-Kreuzviertel * Die Inthronisation des neuen Erzbischofs von München-Freising, also die liturgische Einführung in sein Amt und die rechtliche Besitzergreifung seiner Diözese, erfolgt. Angesichts des Krieges verzichtet Michael von Faulhaber auf die sonst üblichen großen Feierlichkeiten sowie den Festzug durch die Stadt. Stattdessen fährt er direkt vom Palais Holnstein zum Dom. Äußeres Zeichen für die Besitzergreifung der Erzdiözese durch den Oberhirten ist die Übernahme der Kathetra und des Bischofsstabes.
Als Faulhaber seinen Münchner Bischofsstuhl besetzt, ist er 48 Jahre alt. Dreieinhalb turbulente Jahrzehnte übt er das Amt des Erzbischofs von München und Freising aus. Sie bringen das Ende der Monarchie durch eine unblutige Revolution und führen von der Räterepublik über die Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und schließlich zum mühsamen Wiederaufbau nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg.
1846 - Der Historienmaler Heinrich Maria Heß erwirbt die Luisenstraße 33
München-Maxvorstadt * Der Historienmaler Heinrich Maria Heß erwirbt das heutige Anwesen Luisenstraße 33 und baut darauf ein Wohnhaus.
5. 10 1830 - Glyptothek mit 9 Jahren Verspätung fertiggestellt
München-Maxvorstadt * Endlich kann der Architekt der Glyptothek, Leo von Klenze, den Schlüssel für das Plastiken-Museum an König Ludwig I. übergeben.
15. 10 1841 - Das Hotel Bayerischer Hof wird eröffnet
München-Kreuzviertel * Das Hotel Bayerischer Hof kann seine Eröffnung feierlich begehen. Zu den ersten Gästen gehört die Großherzogin Stephanie von Baden, die unter dem Namen einer Gräfin von Malberg aus Karlsruhe absteigt.
1876 - Völkerschauen = Zoo mit Menschen und Tieren
München * „Völkerschauen“ bieten in München die Möglichkeit, nicht nur Menschen fremder und außereuropäischer Länder zu bestaunen, sondern auch Tiere, die in deren Umfeld vorkommen, zu besichtigen.
Da München noch keinen Tierpark hat, finden die Präsentationen fremder Völker im Rahmen des Oktoberfestes auf der Theresienwiese statt.
24. 3 1864 - Richard Wagner hält sich in München auf
München-Kreuzviertel * Richard Wagner hält sich bis 26. März in München auf und wohnt im Hotel Bayerischer Hof. Er ist wieder auf der Flucht, da er in Österreich wegen seiner hohen Schulden täglich mit Inhaftierung rechnen muss.
7. 6 1936 - Ein Vaterunser für das Leben des Führers
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schließt seine Predigt in der Münchner Frauenkirche mit den Worten „Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers.“
31. 1 2014 - Im Hotel Bayerischer Hof beginnt die 50. Münchner Sicherheitskonferenz
München-Kreuzviertel * Im Hotel Bayerischer Hof beginnt die 50. Münchner Sicherheitskonferenz.
7. 11 1918 - Soldaten und Zivilsten dringen in das Hotel Bayerischer Hof ein
München-Kreuzviertel * Soldaten und Zivilsten dringen in das Hotel Bayerischer Hof ein. Sie nehmen den dort einquartierten Offizieren des Oberkommandos Süd das Ehrenwort ab, nichts gegen den Arbeiter- und Soldatenrat zu unternehmen.
1871 - Das Hotel Bayerischer Hof wird an die Vereinsbank verkauft
München-Kreuzviertel * Nach Joseph Anton Ritter von Maffei's Tod wird das Anwesen des Hotels zum Bayerischen Hof für 580.000 Gulden an die Bayerische Vereinsbank verkauft.
Ab 3. 10 1864 - Richard Wagner wohnt vorübergehend im Bayerischen Hof
München-Kreuzviertel * Richard Wagner wohnt vorübergehend im Hotel Bayerischer Hof, während seine Villa in der Maxvorstadt nach seinen Wünschen eingerichtet wird. Das Haus trägt damals die Adresse Brienner Straße 21.
15. 8 1900 - München verabschiedet die Pferdetrambahn
München * Mit einer Feier verabschieden Münchner Künstlerinnen und Künstler sowie Bürgerinnen und Bürger die Pferdetrambahn. Anlass ist die Umstellung der Strecke vom Promenadeplatz nach Schwabing auf elektrischen Betrieb. Damit endet ein prägendes Kapitel der Münchner Verkehrsgeschichte. Auf der kurzen Verbindung zwischen dem Schwabinger Großwirt und dem Nordfriedhof verkehren allerdings noch bis zum 1. November Pferdebahnwagen.
6 1956 - Die Bayerische Werbefernsehen GmbH entsteht
München * Der Bayerische Rundfunk bereitet die Einführung der Fernsehwerbung vor und gründet im Juni 1956 die Bayerische Werbefernsehen GmbH. Die neue Tochtergesellschaft übernimmt die Organisation und Vermarktung der Werbesendungen.
Die Einführung der Fernsehwerbung löst heftige Diskussionen aus. Zeitungsverleger, Politiker und Teile der Öffentlichkeit werfen dem Bayerischen Rundfunk vor, sich zum „Handlanger der Industrie“ zu machen. Kritiker halten Wirtschaftswerbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk für unvereinbar mit dessen kulturellem und gesellschaftlichem Auftrag. Die Befürworter sehen darin dagegen eine zeitgemäße Ergänzung des Programms.
1607 - Neugestaltung des Chorraumes der Frauenkirche
München-Kreuzviertel * Der alte Dreiflügelaltar aus dem 15. Jahrhundert wird im Rahmen der Neugestaltung des Chorraumes der Frauenkirche abgerissen. An seine Stelle tritt ein Provisorium, für das die von Hubert Gerhard geschaffene Madonna mit dem Kind, die sich heute auf der Mariensäule befindet, verwendet wird. Allerdings fehlt dieser Lösung die absolut nötige Monumentalität für den Chorabschluss der Frauenkirche.
10 1900 - Samoaner*innen gastieren erstmals auf dem Oktoberfest
München-Ludwigsvorstadt * Die Truppe der Samoaner*innen gastieren erstmals in München auf dem Oktoberfest. Die Hauptattraktion auf diesen von vielen Interessent*innen besuchten Veranstaltungen sind natürlich die schönen, jungen Samoanerinnen. Diese „Marzipanpüppchen mit Chocoladenüberzug“ begeistern freilich in erster Linie die Männerwelt.
7. 11 1920 - Eine Gedenktafel für Kurt Eisner im Gewerkschaftshaus
München-Isarvorstadt * Am zweiten Jahrestag der Revolution wird im Lichthof des Gewerkschaftshauses an der Pestalozzistraße eine Gedenktafel für Kurt Eisner angebracht. Sie erinnert an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten. Der Standort im Gebäude erreicht allerdings nur einen begrenzten Teil der Öffentlichkeit.
27. 5 1875 - Prinz Otto I. entkommt seinen Bewachern
Schloss Nymphenburg - München-Kreuzviertel * Prinz Otto ist seinen Bewachern auf Schloss Nymphenburg entkommen. Er durcheilt die Frauenkirche bis zum Altar, wirft sich auf die Knie und bittet laut schreiend um Vergebung seiner Sünden.
Ab 17. 3 1392 - Das erste Gnadenjahr außerhalb Roms ist in München
Rom-Vatikan - München * Papst Bonifaz IX. gewährt für die Zeit vom 17. März bis zum 1. August 1392 einen auf München und seinen Burgfriedensbezirk beschränkten Ablass. Er gilt für alle Sünden, außer für vorsätzliche Tötungen. Es war das erste Gnadenjahr außerhalb Roms. Die Ablasserbitter müssen in dieser Zeit
- nach München pilgern,
- dort sieben Tage verweilen,
- je dreimal die Frauenkirche,
- die Peterskirche,
- die Jakobskirche am Anger und
- die Spitalskapelle besuchen und
- mindestens einmal die ausgestellten Reliquien verehren,
- beichten und
- ein vom Beichtvater festgelegtes Almosen spenden.
Die ganze Aktion ist nur darauf angelegt, dieses Almosen, eine versteckte Steuer, den Gläubigen aus der Tasche zu ziehen. Der Zugang zum Himmel muss mit barem Geld erkauft werden. Der Kirche ist es höchst effektvoll gelungen, den um ihre arme Seele fürchtenden Gläubigen einzureden, sie könnten sich durch Beichte und milde Gabe von der Strafe des Fegefeuers loszukaufen: „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“
Nonnen wollen trotz Klausur nach München. Ihre Kirchenoberen können es ihnen nur unter Androhung der Exkommunikation und des Kerkers verbieten. Damit die Pilger ihr Geld nur an die vorbestimmte Stelle bringen, wird eine eigene Straßenpolizei gegründet.
Die Masse der kleinen Leute ist es, die das Geld nach München bringt. Die Geschäftsleute Münchens machen einen enormen Schnitt. Auch die Jakobidult erlebt ab dem Gnadenjahr einen ungeheueren Aufschwung.
Ursprünglich hat man geplant, die Einnahmen je zur Hälfte den genannten Kirchen und dem Papst zuzugestehen. Später wird auch Herzog Stephan ein Viertel zugesprochen. Da die Münchner einen Teil der Einnahmen abzweigen und der Papst dadurch leer ausgeht, werden über die „ruchlose Stadt“ die höchsten Kirchenstrafen verhängt: Bann und Interdikt. Das gesamte kirchliche Leben der Stadt muss solange ruhen, bis die Gelder zurückerstattet werden.
9 1934 - Der NS-Stadtrat führt die Pferderennen auf dem Oktoberfest wieder ein
München-Theresienwiese * Der NS-Stadtrat führt die Pferderennen auf dem Oktoberfest wieder ein - bis 1938.
1. 8 1883 - Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebiet wird eingeweiht
Mangfalltal - München * Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebiet wird - mit den üblichen Gottesdiensten in der katholischen Frauenkirche, der evangelischen Matthäuskirche und in der Synagoge - offiziell eingeweiht.
5. 10 1846 - Lola Montez trifft in München ein
München * Die Spanische Tänzerin Lola Montez trifft im biedermeierlichen München ein. Die 25-jährige Künstlerin, die in ganz Europa für ihre zahlreichen Skandale und stürmischen Affären berühmt ist, steigt in Münchens erster Adresse - dem Hotel Bayerischer Hof am Promenadeplatz - ab und bemüht sich umgehend um ein Engagement.
Vom Intendanten des Theaters wird ihr mitgeteilt, dass für ihre Tanzaufführungen das Hof- und Nationaltheater nicht infrage kommt, weil dafür ihr Können nicht ausreichend gut sei.
4. 5 1931 - Die Pfandleihanstalt in der Augustenstraße wird eröffnet
München-Maxvorstadt * Die Pfandleihanstalt in der Augustenstraße 20/22 wird eröffnet.
23. 6 1966 - Die Beatles kommen nach München
London - München * Um 11:20 Uhr heben die Beatles mit dem Flug BE502 mit der BEA-Linienmaschine Comet IV vom Londoner Flughafen ab, um um 12:56 Uhr in München-Riem zu landen. Endlich sind sie da. George Harrison, Paul McCartney, John Lennon und Ringo Starr treffen erstmals und höchstpersönlich in München ein.
Und als „die vier Sängerknaben mit der Mädchenfrisur“ das Flugzeug verlassen, werden sie „von lustigen Teenagern zumeist“ begeistert empfangen. Man hat sie bis zur Landung des Flugzeugs mit Beatmusik bei Laune gehalten. Die Mädchen tragen Pony, die Haare hochtoupiert, sowie bonbonfarbene, schenkelkurze Op-Art-Kleidchen und Pumps. Die Burschen bekleiden sich mit hautengen Jeans und schwarzen T-Shirts oder geblümten Hemden. Ihre Haare bedecken zwar die Ohren, reichen aber noch nicht bis zur Schulter. Dazwischen sind auch „einige wüstere Typen mit verfilztem, schulterlangem Haar, im obligatorischen Snow Coat mit aufgemalten Atomwaffengegner-Abzeichen“, schreibt die Süddeutsche Zeitung.
Die Mädchen halten bemalte Schilder hoch und alles sieht friedlich aus. Doch es muss schon ein sehr trügerischer Friede sein, denn auf je fünf Fans kommt ein Polizist. 200 Staatliche Ordnungskräfte sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Außerdem ist die Straße rechts vom Hauptgebäude auf einer Länge von fast einhundert Metern abgesperrt worden.
Noch auf der Rolltreppe werden die Fab Four mit extrem saublöden Fragen interviewt. Ringo Starr antwortet auf dem Flughafen auf die Frage eines Reporters: „Warum stehen Sie immer so spät auf?“ mit der Gegenfrage: „Wollen Sie schon in aller Frühe unseren Lärm hören?“ Total unverständlich findet der Münchner Merkur die Popularität der Beatles, da die Vier doch nur Nachteile vorzuweisen hätten: „Der kurzsichtige John Lennon, der Linkshänder Paul McCartney, George Harrison mit den abstehenden Ohren und Ringo Starr mit der übergroßen Nase.“
Außerdem überreicht man ihnen Lederhosen mit Hirschknöpfen und weiße leinene Trachtenhemden. Schon während des Flugs hat man ihnen einen Tirolerhut übergeben, den der „großnasige“ Ringo beim Verlassen des Flugzeugs zu seiner braunen Lederjacke trägt.
„Machen Sie Platz für die Beatles!“. Die Ampeln sind für die vier Musiker auf Grün gestellt. So fahren sie über die Prinzregentenstraße, vorbei an den Vieltausenden, Fähnchen schwenkenden, „Yeah-yeah-yeah!“ kreischenden Münchner Beatles-Fans. Es herrscht einfach eine freundliche Stimmung an diesem 23. Juni 1966.
In dem Auto mit dem Kennzeichen M-TX 107 sitzen die Beatles. Um den wartenden Fans zu entkommen, fährt der Mercedes die Tiefgarage von hinten an, sodass die Gruppe um 13:45 Uhr das Hotel durch den Lieferanteneingang betreten kann. Während die Musiker durch den Hintereingang verschwinden, warten auf dem Promenadeplatz etwa 3.000 Fans und Neugierige mit Transparenten. Neun Hausdiener und eine Handvoll Polizisten sollen den Bayerischen Hof gegen den Ansturm der Beatles-Fans verteidigen. „Die Scheiben sind vorsorglich beim Glaser bestellt“, diktiert Hotelchef Falk Volkhardt einem Reporter in den Block.
Nichts passiert. Nur junge Frauen und Männer warten auf dem Promenadeplatz sehnsüchtig auf den Augenblick, dass sich ihre Idole an einem der Fenster zeigen. Oben im fünften Stock tun diese den Fans ein einziges Mal den Gefallen und treten ans Fenster, um ein paar Autogramme auf die Straße zu werfen.
Für 16:00 Uhr ist im Nachtclub des Hotels Bayerischer Hof eine Pressekonferenz anberaumt. Diese beginnt 20 Minuten später, weil der Fahrstuhl stecken bleibt. Statt der erlaubten 10 haben sich 15 Personen in den Aufzug gequetscht. Zuerst werden Fotos der Fab Four geschossen, danach dürfen die Journalisten die Beatles 13 Minuten befragen. Dazwischen bekommen sie noch den „Goldenen BRAVO Otto“ in der Kategorie Beste Beatband überreicht.
Zur gleichen Zeit tagt im Polizeipräsidium an der Ettstraße ein Krisenstab, denn den deutschen Behörden und der Polizei waren Popstars samt den kreischenden Fans ausgesprochen befremdlich. Aus Anlass des Beatles-Gastspiels richtet man in München einen Krisenstab ein, dem der Polizeipräsident, zwei Einsatzleiter und ein erst kurz zuvor installierter psychologischer Fachmann angehören. Deeskalation fordert der Psychologe, was natürlich umfangreiche polizeiliche Vorbereitungen notwendig macht, um Massenaufläufe möglichst zu verhindern oder zumindest unter Kontrolle zu halten.
So bekommen die Beatles die Kehrseite ihres Ruhmes zu spüren. Ihnen wird ein abendlicher Schwabing-Bummel aus Sicherheitsgründen verboten, weshalb sie die ganze Zeit ihres München-Aufenthaltes im Bayerischen Hof verbringen müssen. Die Abendzeitung schreibt beschwichtigend: „Die Herren tragen zwar unorthodoxe Haartracht und veranstalten einen für musikalische Ohren beschwerlichen Lärm, aber im Grunde sind sie harmlos und übermütig, und in ihren Liedern kommt nichts Unanständiges vor.“ Die Polizei hat eine Fälscherbande hochgenommen, die 125 gefälschte Eintrittskarten für die Beatles-Konzerte zu Horror-Preisen verkauft hat.
Am frühen Abend machen die Beatles eine Generalprobe auf ihrem Zimmer, da sie bis zum 21. Juni 1966 jeden Tag mit den Aufnahmen zur LP „Revolver“ beschäftigt waren. Gegen 21:30 Uhr betreten die vier Beatmusiker das 16 Meter lange Schwimmbad auf dem Dach des Hotels Bayerischer Hof, das extra für die Beatles reserviert und eigens für diesen Zweck mit neuem Wasser gefüllt worden war. Der einzige Schwimmer ist Paul, der sich mit einer geliehenen Badehose in die Fluten stürzt, während die drei anderen „kühles Nass aus Whiskeyflaschen“ vorziehen.
Fortsetzung folgt !
21. 9 1662 - Der Kurprinz wird auf die Namen Maximilian Emanuel getauft
München • Kurprinz Max Emanuel wird in der Frauenkirche vom Salzburger Fürsterzbischof Guidobald von Thun und Hohenstein auf die Namen Maximilian Emanuel Ludwig Maria Joseph Cajetan Antonius Nikolaus Franziskus Ignatius Felix getauft. Er stellt sich damit als Erbe der bedeutendsten Vertreter der Häuser Wittelsbach und Savoyen vor. Als Taufpaten werden der Cousin Ferdinand Marias, der Erzbischof und Kurfürst von Köln, Maximilian Heinrich, sowie Henriette Adelaides Bruder, Carl Emanuel, erwählt.
4. 5 1890 - Buffalo Bills Wildwest-Truppe zieht weiter
München * Buffalo Bills Wildwest-Truppe zieht von München weiter durch die Länder des alten Europa.
28. 5 1977 - Joseph Ratzinger empfängt die Bischofsweihe
München-Kreuzviertel * Joseph Ratzinger empfängt die Bischofsweihe durch den Bischof von Würzburg, Josef Stangl, in der Münchner Frauenkirche.
10 1872 - Das Märzen erobert das Oktoberfest
München * Nach dem außergewöhnlich heißen Sommer sind die Vorräte an Lager- und Sommerbier bereits vor Beginn des Oktoberfests nahezu aufgebraucht. Dem Wiesnwirt Michael Schottenhamel droht das Bier auszugehen. Als Ersatz bietet ihm Joseph Sedlmayr von der Franziskaner-Leistbrauerei ein neuartiges, bereits im März nach Wiener Art gebrautes Bier an: das Märzen.
Das bernstein- bis goldfarbene Bier besitzt eine Stammwürze von ungefähr 16 Prozent und ist dadurch kräftiger, malzbetonter und alkoholreicher als das bisher ausgeschenkte Sommerbier. Wegen des höheren Rohstoffeinsatzes kostet die Maß zwölf statt der üblichen neun Kreuzer. Brauer und Polizeibehörde befürchten angesichts der zurückliegenden Bierkrawalle neue Unruhen. Schottenhamel setzt jedoch auf seine Kenntnis des Münchner Publikums: „Wann d’Münchner was Richtigs kriag’n, na schaug’n s’Geld net an.“
Die Ausschankgenehmigung wird zunächst nur unter der Bedingung erteilt, dass Schottenhamel für mögliche Folgen selbst einsteht. Doch die Befürchtungen erfüllen sich nicht: Das kräftige, malzaromatische Märzen findet bei den Gästen großen Anklang. Trotz des höheren Preises wird es zum Verkaufserfolg und entwickelt sich in den folgenden Jahren zum klassischen Oktoberfestbier.
9. 10 1918 - Eine revolutionäre USPD-Versammlung
München-Isarvorstadt * Die USPD-Mitgliederversammlung wird im Restaurant Müllerbad in der Hans-Sachs-Straße von über 200 Personen besucht. Die Polizei berichtet darüber: „Die Stimmung der Versammlung muss als durchaus revolutionär bezeichnet werden und erinnerte im allgemeinen an die Zeit kurz vor Ausbruch des letzten Massenstreiks.“
Die im Reich inzwischen eingeleitete formale Parlamentarisierung beeindruckt bei den Unabhängigen niemanden mehr. Alfred Gärtner stellte fest: „Unsere ehemaligen Führer Scheidemann und Genossen sind in die bankerotte Firma eingetreten. […]
Es wird eine Zeit kommen, und die ist nicht mehr ferne, wo Männer wie Scheidemann ganz von der Bildfläche verschwinden müssen. Sie werden dann dort Unterschlupf finden, wohin sie gehören, nämlich in der bürgerlichen Partei, der sie die ganze Arbeiterschaft ausgeliefert haben. […]
Aber es wird nicht mehr lange dauern und die Kerker werden sich öffnen und alle unsere lieben Kämpfer werden wir dann in unseren Reihen begrüssen können.“
8. 11 1976 - Die Eisner-Gedenktafel wird am Promenadeplatz enthüllt
München-Kreuzviertel * Am Promenadeplatz wird eine Gedenktafel für Kurt Eisner enthüllt, den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten. Die Bronzeplatte wird einige Meter vom Tatort entfernt in einen Rasenstreifen zwischen Trambahngleisen und Gehweg eingelassen – auf einer vorwiegend von Hundehaltern beachteten Fläche. Diese Ersatzlösung entsteht, weil der Eigentümer des Palais Montgelas die Anbringung der Bronzeplatte an der Fassade verweigert.
Der unscheinbare Standort stößt auf Kritik: Statt Eisners politische Bedeutung sichtbar zu würdigen, erinnert die bodennahe Platte neben den Gleisen für Kritiker eher an ein „Marterl“ für ein Unfallopfer der Straßenbahnlinie 19.
Die Inschrift lautet: „Zur Erinnerung an den Bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner, der am 21. Februar 1919 vor dem Montgelas-Palais ermordet wurde.“
Die Tafel bleibt bis zum 25. April 2005 an dieser Stelle. Im Zuge der Errichtung des Denkmals für Maximilian Joseph von Montgelas wird sie entfernt und im Depot des Münchner Stadtmuseums eingelagert. Damit verschwindet sie aus dem öffentlichen Raum.
17. 9 1949 - Ein aus Sperrholz ausgesägter Löwe ziert das Löwenbräu-Festzelt
München-Theresienwiese * Ein aus Sperrholz ausgesägter Löwe ziert das Löwenbräu-Festzelt und brüllt in kurzem Abstand: „Löööwenbrooiiii“. Max Baumeister singt das Gebrüll ein und erhält dafür 100 Mark.
30. 6 1972 - Hans-Jochen Vogel eröffnet die Münchner Fußgängerzone
München-Altstadt * Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel eröffnet am letzten Tag seiner Amtszeit die Münchner Fußgängerzone zwischen Karlsplatz und Marienplatz. Rechtzeitig vor den Olympischen Sommerspielen werden Neuhauser Straße und Kaufingerstraße zum autofreien Einkaufs- und Aufenthaltsbereich.
Tausende Menschen feiern die Eröffnung. Zur Bewirtung stehen 2.100 Maß Freibier und 10.000 kostenlose Brezn bereit.
25. 4 2005 - Die Eisner-Gedenktafel weicht dem Montgelas-Denkmal
München-Kreuzviertel * Die seit 1976 am Promenadeplatz an einem unwürdigen Platz liegende Gedenktafel für Kurt Eisner wird im Zuge der Errichtung des Montgelas-Denkmals entfernt. Die Bronzeplatte erinnert an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten, der am 21. Februar 1919 vor dem nahe gelegenen Palais Montgelas ermordet wird.
Die Tafel kommt in den Bestand des Münchner Stadtmuseums und verschwindet damit aus dem öffentlichen Straßenraum. Während Maximilian Joseph von Montgelas am Promenadeplatz ein monumentales Standbild erhält, verliert Eisner hier seinen Erinnerungsort. Das 1989 eingeweihte Bodendenkmal an der Ermordungsstelle in der Kardinal-Faulhaber-Straße bleibt bestehen.
Um 1896 - München in bewegten Bildern – frühe Filmaufnahmen der Pferdetrambahn
München-Kreuzviertel * Einige der frühesten Filmaufnahmen Münchens entstehen. Sie zeigen eine Pferdetrambahn am Promenadeplatz und am Maximiliansplatz und halten damit einen Ausschnitt des städtischen Verkehrs am Ende des 19. Jahrhunderts fest.
Erstellung: 1880
Architekt: Roeder Wilhelm R., Catharinus Ludwig
Baustil: neubarock
Erstellung: 1915
Architekt: Loewel Friedrich, Grässel Hans
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1881
Architekt: Muffat Karl, Bürklein Friedrich, Vorhoelzer Robert
Baustil: Historismus
Erstellung: 1856
Architekt: Zenetti Arnold Fischer, Theodor, Kollmann Theodor
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1889
Architekt: Delisle Karl, Panitz Max, Rauch Ernst Andreas, Hoffmann Erich
Erstellung: 1953
Architekt: Bezold Friedrich, Hoepf Karl, Mattes Georg
Erstellung: 1914
Architekt: Wölker Josef
Baustil: Deutsche Renaissance
Erstellung: 1809
Erstellung: 1953
Architekt: Schedel von Greifenstein Nikolaus, Fischer Karl von
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1809
Architekt: Branca Alexander von, Groethuysen Herbert
Erstellung: 1955
Baustil: Biedermeier
Baustil: Biedermeier
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1913
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Gunetzrhainer Johann Baptist
Erstellung: 1780
Erstellung: 1572
Erstellung: 1570
Erstellung: 1865
Architekt: Littmann Max, Düll Heinrich, Pezold Georg
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1905
Erstellung: 1750
Erstellung: 1710
Architekt: Kroneder Josef , Bayer Ludwig
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1886
Architekt: Kil Franz, Freundorfer Jakob
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1881
Architekt: Herigoyen Joseph Emanuel
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1812
Architekt: Gunetzrhainer Johann Baptist
Baustil: spätbarock
Erstellung: 1735
Erstellung: 1875
Architekt: Graser Johann Baptist
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1890
Architekt: Métivier Jean Baptiste, Boos Roman Anton
Erstellung: 1678
Architekt: Drumm August, Dittler Emil, Miller Ferdinand von
Erstellung: 1903
Architekt: Doll Anton
Architekt: Asam Cosmas Damian, Asam Egid Quirin
Baustil: Rokoko
Erstellung: 1733
Architekt: Grünewald Benno, Seidl Emanuel von
Baustil: neubarock
Erstellung: 1897
Architekt: Fischer Theodor
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1901
Erstellung: 1496
Architekt: Sustris Friedrich
Baustil: Renaissance
Erstellung: 1585
Erstellung: 1590
Architekt: Baudrexel Jakob, Grässel Hans
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1898
Architekt: Architektenbüro Hilmer & Sattler und Albrecht
Baustil: Art déco
Erstellung: 2007
Architekt: Reifenstuel, M.
Architekt: Thiersch Friedrich von, Dülfer Martin
Baustil: neubarock
Erstellung: 1889
Erstellung: 1927
Architekt: Seidl Emanuel von
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1898
Architekt: Hirschberg Reinhold
Baustil: spätklassizistisch
Erstellung: 1862
Architekt: Kollmann Theodor
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1916
Erstellung: 1891
Architekt: Sustris Friedrich, Miller Wolfgang, Dietrich Wendel
Erstellung: 1597
Erstellung: 1830
Erstellung: 1590
Erstellung: 1891
Architekt: Schmidt Veit, Fischer Theodor
Baustil: Gotik
Erstellung: 1328
Erstellung: 1788
Architekt: Vorhoelzer Robert, Holzhammer Franz, Schmidt Walter
Baustil: Neue Sachlichkeit
Erstellung: 1932
Architekt: Himbsel Johann Ulrich
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1827
Architekt: Littmann Max
Baustil: Historismus
Erstellung: 1906
Architekt: Gabelsberger Franz Xaver, Eberle Syrius
Erstellung: 1890
Erstellung: 1239
Architekt: Schedel von Greifenstein Nikolaus, Ruf Sep
Baustil: Frühbarock
Erstellung: 1660
Erstellung: 1221
Erstellung: 1902
Erstellung: 1761
Architekt: Hönig Eugen, Söldner Karl, Seidler Julius
Baustil: Historismus
Erstellung: 1914
Architekt: Zieseniß Fritz
Erstellung: 1956
Architekt: Günther Ignaz
Erstellung: 1890
Architekt: Haindl Friedrich
Architekt: Fischer Theodor, Schmid Joseph Leonhard
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1900
Architekt: Hönig Eugen, Söldner Karl
Baustil: Historismus
Erstellung: 1911
Erstellung: 1319
Architekt: Höchl Josef, Fraunhofer Joseph, Utzschneider Joseph von
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1829
Erstellung: 1854
Architekt: Strelin Oscar
Erstellung: 2006
Architekt: Ziebland Georg Friedrich
Baustil: frühchristlicher Stil
Erstellung: 1850
Architekt: Grübel Johann
Architekt: Köglsperger Philipp Jakob, Schorn Georg
Erstellung: 1711
Architekt: Deiglmayr Ludwig
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1889
Erstellung: 1878
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Cube Gustav von, Stöhr Karl, Düll Heinrich, Pezold Georg
Erstellung: 1910
Erstellung: 1589
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1909
Architekt: Brugger Friedrich, Kurfürst Max II. Emanuel
Erstellung: 1861
Architekt: Rümann Wilhelm von, Thiersch Friedrich von, Effner Joseph
Erstellung: 1886
Architekt: Schwanthaler Ludwig, Kreittmayr Wiguläus
Erstellung: 1845
Erstellung: 1780
Architekt: Schedel von Greiffenstein Nikolaus, Schleich Erwin
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1804
Architekt: Heilmann und Littmann, Wiedemann Josef
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1907
Erstellung: 1916
Architekt: Böhmer Paul, Loew Julius, Müller Georg
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1897
Baustil: Gotik
Erstellung: 1761
Erstellung: 1450
Architekt: Seidl Gabriel von, Naager Franz, Düll Heinrich, Pezold Georg
Baustil: historisierend
Erstellung: 1912
Architekt: Lespilliez Carl Albert von, Uecker Hans
Baustil: Spätrokoko
Erstellung: 1760
Erstellung: 1814
Erstellung: 1450
Erstellung: 1450
Erstellung: 1912
Architekt: Zettler Alois, Weber Georg
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1906
Dittler Emil, Drumm August, Miller d.J. Ferdinand Freiherr von
1905
Thorwaldsen Bertel, Tenerani Pietro, Mayer Ernst, Klenze Leo von
1830
Gregurić Josip, Jaković Đuro, Pongrac Stjepan, Štrfiček Zlatko
2016
| Entfernung | Straße | Name | Von | Bis | Route |
|---|---|---|---|---|---|
| 110 m | Schillerstraße 31 | Graf Oskar Maria | 1911 | 0 | |
| 119 m | Schwanthalerstraße 35 | Kunsthandel Maurer | 0 | 0 | |
| 143 m | Schillerstraße 35 | Marc Franz | 1880 | 0 | |
| 176 m | Landwehrstraße 10 | Hebbel Friedrich | 1938 | 1939 | |
| 245 m | Mathildenstraße 8 | Lebensborn e.V. | 0 | 1944 | |
| 351 m | Mittererstraße 6 | Maurer Karl | 1906 | 0 | |
| 393 m | Luitpoldstraße 3 | Hebbel Friedrich | 1836 | 1836 | |
| 446 m | Prielmayerstraße 10 | Feuchtwanger Lion | 1914 | 1915 | |
| 447 m | Herzogspitalstraße 13 | Brentano Clemens | 1840 | 1842 | |
| 481 m | Landwehrstraße 77 | Strathmann Carl | 0 | 0 | |
| 522 m | Herzogspitalstraße 18 | Sustris Friedrich | 0 | 0 | |
| 545 m | Beethovenstraße 8 | Utz Jenny | 1914 | 1925 | |
| 577 m | Sendlingerstraße 76 | Faberbräu | 0 | 0 | |
| 599 m | Sendlinger Straße 75 | Pschorr (Familie) | 0 | 0 | |
| 639 m | Hackenstraße 7 | Heine Heinrich | 1827 | 1828 | |
| 640 m | Altheimer Eck 15 | Böhm Theobald | 0 | 0 | |
| 653 m | Hackenstraße 10 | Straub Johann Baptist | 0 | 0 | |
| 665 m | Hackenstraße 8 | Doll Anton | 0 | 0 | |
| 675 m | Sendlinger Straße 30 | Ende Michael | 1987 | 1995 | |
| 706 m | Hackenstraße 5 | Feuchtwanger Lion | 1908 | 0 | |
| 711 m | Kaiser-Ludwig-Platz 5 | Utz Jenny | 1933 | 1934 | |
| 721 m | Schlitt Heinrich | 0 | 0 | ||
| 731 m | Sendlinger Straße 23 | Walleshausen Johann | 1775 | 1800 | |
| 741 m | Barerstraße 3 | Gregorovius Ferdinand | 0 | 0 | |
| 748 m | Bavariaring 10 | Seidl Emanuel von | 0 | 0 | |
| 749 m | Marsstraße 14 | Schmidt Albert | 0 | 0 | |
| 750 m | Hackenstrasse 1 1 | Destouches Franz von | 1841 | 1844 | |
| 772 m | Hofstatt 5 | Der gerade Weg | 0 | 0 | |
| 795 m | Oberanger 11 | Günther Ignaz | 0 | 0 | |
| 796 m | Marsstraße 28 | Seidl Gabriel von | 0 | 0 | |
| 809 m | Färbergraben 31 | Schaidenreisser Simon | 0 | 0 | |
| 817 m | Karlstraße 32 | Böcklin Arnold | 1872 | 1874 | |
| 824 m | Karlstraße 20 | Roth Eugen | 1933 | 0 | |
| 867 m | Kaufingerstraße 26 | Landauer Kurt | 0 | 0 | |
| 867 m | Luisenstraße 25 | Romeis Leonhard | 0 | 0 | |
| 872 m | Schwanthalerstraße 106 | Hauberrisser Georg von | 0 | 0 | |
| 875 m | Fürstenfelder Straße 8 | Ringseis Johann Nepomuk | 0 | 0 | |
| 876 m | Fürstenfelder Straße 8 | Cornelius von Peter | 0 | 0 | |
| 881 m | Fürstenfelder Straße 8 | Schelling Friedrich Wilhelm Joseph | 0 | 0 | |
| 899 m | Promenadeplatz 15 | Gunetzrhainer Johann Baptist | 0 | 0 | |
| 905 m | Barer Straße 7 | Montez Lola | 1847 | 0 | |
| 913 m | Promenadeplatz 15 | Thoma Ludwig | 1899 | 0 | |
| 924 m | Arcisstraße 41 | Reventlow Franziska zu | 0 | 0 | |
| 924 m | Hohenzollernstraße 1 | Reventlow Franziska zu | 0 | 0 | |
| 924 m | Victoriastraße 3 | Reventlow Franziska zu | 0 | 0 | |
| 934 m | Kaufingerstraße 7 | Göschl Heinrich | 0 | 0 | |
| 936 m | Pestalozzistraße 40 | Gewerkschaftshaus | 1912 | 0 | |
| 962 m | Arcisstraße 12 | Pringsheim Alfred | 0 | 1933 | |
| 975 m | Rosenstraße 11 | Brentano Bettina | 0 | 0 | |
| 981 m | Katharina-von-Bora-Straße 10 | Verwaltungsbau der NSDAP | 0 | 1945 |